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4.0 von 5 Sternen
Knabenchor ,aber Top-Solisten, 14. September 2007
Zwei grossartige Kantaten. BWV 30.Zitat:"Neben der Kantate BWV 34 dürfte diese Kantate hier eine der am spätesten entstandenen (und erhaltenen) Bach-Kantaten überhaupt sein.Sie stellt wieder einmal einen der in der Regel ja auch immer sehr gelungenen Versuche dar, eine für einen einmaligen weltlichen Anlass geschaffene Kantatenkomposition für weitere, an keine zeitlichen Beschränkungen gebundene geistliche Anlässe weiter zu verwenden. Der weltliche Anlass war in diesem Fall die Huldigung von Johann Christian von Hennicke, des Lehnsherren von Wiederau bei Leipzig. Diese Kantate Angenehmes Wiederau (BWV 30a) wurde am 28. September 1737 daselbst aufgeführt. Den Text hierfür dichtete Bachs erfahrener und von ihm vielfach beschäftigter Poet Christian Friedrich Henrici (1700-64), der sich als Dichter Picander nannte.Die geschickte Umtextierung (Parodie) der weltlichen Textvorlage dürfte obwohl der Verfasser namentlich nicht bekannt ist wohl ebenfalls von ihm vorgenommen worden sein. Dass Picander dieses Parodier-Handwerk meisterlich beherrschte, hatte er schon mehrfach unter Beweis gestellt, z. B. beim Verfassen des Textes des Weihnachtsoratoriums im Jahre 1734."
BWV 19, eine Kantate zum Michaelis-tag,wahrscheinlich 1726, geschaffen. Der wilden Kampf des Michael wird von Bach mit Pauken und Trompeten vertont. Mit einer herrlichen Sopran-und Tenor-Arie wird der Sieg des Michael besungen und gefeiert.
Karl Friedrich Beringer stehen für die solistischen Partien dieser Kantaten durchweg Spitzenkräfte zu Verfügung. Edith Mathis, in unzähligen Aufnahmen mit Karl Richter erprobt, eine der führenden Bach-Sängerinnen ihrer Zeit.
Die Mezzo-Sopranistin Cornelia Kallisch hat zur Beginn ihrer Karriere, die inzwischen bei Wagner angelangt ist, viel Bach und Händel gesungen.
Hans Peter Blochwitz war zur Zeit dieser Aufnahme-1990- eine der grossen Bach-Tenöre. Er hatte bei Solti einen vorzüglichen Evangelisten gesungen.
Thomas Quasthoff ,am Beginn seiner Welt-Karriere, sang schon zu dieser Zeit viel und viel bewundert Bach.
Ein grossartiges Solistenquartett, das Beringer zur Verfügung steht. Mit dem ehemaligen Richter-Orchester,den Münchener Bach-Solisten, musiziert Beringer sehr munter.
Und dann der Knabenchor. Beringer ist der Leiter der Windsbacher und hat mit diesem Chor international Erfolge gefeiert. Hört man im Vergleich Gardiner in der Aufnahme der Bach-Pilger-Reise den Eingangschor BWV 19 und dann die Windsbacher, ist letzterer nur für solche interessant, die aus historischen Gründen darauf bestehen, dass ein Knabenchor singen soll. Hätte Bach den Monteverdi-choir zurückgewiesen, wenn er ihm zur Verfügung gestanden hätte ? Immerhin ist überliefert, wie sehr er an der Sing-Leistung der Knaben in Leipzig Anstoss nahm. Die Windsbacher singen durchaus gut, aber können mit einem Profi-Chor nicht mithalten, sei es nun der Monteverdi-Choir oder andere Ensembles, die heute Bach-Kantaten einspielen.
Aber die Solisten.....
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