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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Zu schön, um traurig zu sein, 29. Mai 2002
Rezension bezieht sich auf: Portishead (Audio CD)
Ich hatte erst mal Angst vor diesem zweiten Album meiner Lieblingsband und dachte mir, dass es schlichtweg unmöglich wäre, dieses vorgelegte Niveau (damit meine ich "Dummy") auch nur annähernd zu erreichen. Sollte etwa dieses auf den Sockel gestellte Ideal einer perfekten Band zerbersten? Die Antwort wurde mir mit den ersten Klängen vom Nachfolger "Portishead" klar: auf keinen Fall. Das klingt gut, das klingt phantastisch, das klingt ja beinahe ... ebenbürtig. Alleine als ich "Cowboys" das erste Mal hörte, war ich diesem Album verfallen. Es ist nicht zu glauben, dass dieses tiefe Gefühl, die Traurigkeit, die Melancholie, die unendliche Schönheit dieser Musik auch für ein zweites Album gereicht hat. Mitunter übertrifft der Nachfolger sogar sein Vorbild Dummy. Beth klingt genauso intensiv und eindringlich und die Sounds in ihrer Umwelt wirken noch ein bisschen ausgefeilter und absolut mitreißend. Wie beim Vorgänger ist es mir nicht möglich, auch nur einen einzigen Song hervorzuheben, da alle aus diesem einen wunderbaren Gefühl der unendlich traurigen Schönheit der Musik heraus leben und den Hörer mithineinzerren in diese mystisch abgehobene Klangwelt. Also: abschnallen und sich treiben lassen, Beths Stimme lauschen und den Klängen folgen - ein Erlebnis, das kein Zuhörer verpassen darf.
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27 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Portishead à la bonheur!, 14. Dezember 2002
Rezension bezieht sich auf: Portishead (Audio CD)
Man schrieb das Jahr 1997 und nahm begeistert zwei großartige sogenannte "Trip Hop" - Aufnahmen zur Kenntnis: zum einen "Mezzanine" von Massive Attack, zum anderen "Portishead". Verwandt sind diese Bands in meinen Augen nur durch Geoff Barrows Ruf des ehemaligen "Kaffeekochers von Massive Attack" und durch die Tatsache, dass beide Bands aus Bristol und Umgebung stammen und bevorzugt Tiefpassfilter verwenden. Dies reicht aber nicht aus, um beide Bands in die gleiche Schublade zu stecken: während Massive Attack ihr Sounddesign in den Vordergrund stellen und für jedes Album neue Vocals engagieren (vom Altmeister Horace Andy und 3D einmal abgesehen), sind Portisheads Sounds ganz und gar auf die Stimme von Beth Gibbons zugeschnitten. Die Präsenz dieser Stimme, ob verzerrt, hauchig oder glasklar, ist beeindruckend: alles andere wird zwangsläufig Untermalung - aber was für eine: der unheimlich transparente, düstere Sound ist von maschinellen Charakter,und doch "lebt" er: Portishead schalten nämlich nicht einfach nur den Drumcomputer und den Tiefpassfilter ein sondern differenzieren: da wird ein typischer düsterer Rhodes-Klang mit einer glasklaren Hochpassfilter-HiHat zusammengebracht, da tauchen gedämpfte Posaunenriffs aus dem Nichts auf. Ein brillianter Adrian Utley, nunmehr vollständiges Bandmitglied, fügt alles andere als sterile Nuancen und Melodiefragmente zum tönenden Klangbild hinzu. Alles andere wäre zuviel, denn in Portisheads Sound ist die Stimme der Fluchtpunkt aller Musik. Hier findet man all das, was der Rest der Band nur untermalen kann: tieftraurige, melancholische Melodien, tönende Schreie der Verzweifelung. Doch immer ist die Stimme so ergreifend schön, dass man es Portishead gerne verzeiht, wenn sie eben nur traurige Lieder schreiben. Auf diesem zweiten Album haben Portishead ihren einzigartigen Sound perfektionniert und subtiler (weil nuancierter) gemacht. Sie wissen, dass die Band ohne Beth Gibbons Stimme nicht existieren könnte und haben diese noch stärker als auf dem ersten Album exponiert. Was diese Stimme stark macht, ist, dass sie niemals aufgesetzt klingt sondern aus den tiefsten und dunkelsten Winkeln der Seele heraufsteigt. Es ist eine ehrliche, und eben darum melancholische Musik. Vor allem ist sie eine der wenigen klanglichen Innovationen mit künstlerischer Aussage, die in den 1990er Jahren hervorgebracht haben.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Pathos und Melancholie par exellence!, 29. November 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Portishead (Audio CD)
Das Bristoler Quartett Portishead, daß in einem Zug mit Massive Attack als Ahne des "Trip Hops" genannt wird, sich von dieser Schubladen- Begrifflichkeit aber entschieden entfernt, bringt mit "Portishead" ihr zweites Album heraus. Nach dem überaus erfolgreichen Debüt "Dummy" war der Druck enorm, besonders wenn man bedenkt, daß die 4 Engländer äußerst Pressescheue Menschen sind, die sich über die Musik und nicht durch ein Medienimage präsentieren wollen. Aber trotz aller Image- und Markenablehnenden Haltungen hat die Bristoler Truppe ein Werk geschaffen, daß einen Portisheadtypischen Sound erkennen läßt. Sowohl in der Musik wie auch in der Stimme der Sängerin Beth Gibbons spiegelt sich eine an Pathos reichende Melancholie wieder, die ihresgleichen in der Musikwelt sucht. Dabei steht die zerbrechliche, dünnschichtige Stimme der Sängerin teilweise im krassen Gegensatz zum üppigen mit verschleppten Beats untermalten Sound, der durch allerlei Streicherpassagen und düsteren Klängen eine unheimliche Atmosphäre entstehen läßt. Jedoch ist dieser streckenweise Groß-Orchestrale Sound alles andere als eine "glatte" Studioproduktion, im Gegenteil, er besitzt eine unglaublich depressive Stimmung und einen schmutzigen, rauhen Charakter, der vor allem durch die Stimme der Sängerin zum Ausdruck kommt. Das Album "Portishead" besitzt Filmmusik Format, was einem von Anfang an deutlich wird. Dabei sind Vergleiche mit Produzenten und Arrangeuren wie Lalo Schifrin und Ennio Morricone durchaus berechtigt, zumal die vier Bristoler auch immer wieder betont haben, das Filmmusik sie stark beeinflußt. Aber neben diesen Einflüssen ist auch der "roughe" HipHop Sound des amerikanischen Undergrounds eine Quelle der Inspiration, die vollen Beats und hier und da immer wieder eingefügten Cuts und Scratchpassagen belegen das mehr als deutlich ( zum Beispiel auf dem Opener "Cowboys" oder auf "Only You", das mit einem Pharcyde-Sample unterlegt ist). (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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