Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Wahres Original, 20. Dezember 2000
Von Ein Kunde
Als ich "Rain Dogs" fuer eine Woche aus der Bibliothek auslieh, ahnte ich kaum, dass mich die Lieder noch fuer die naechsten zwei Jahre verfolgen wuerden, obwohl ich sie in der Zwischenzeit nicht zu hoeren bekommen sollte. Meine erste Reaktion auf Waits' Musikstil war mehr oder weniger die Frage: "DARF man das denn??" Von dem ersten Kraechtzen, bevor "Singapore" loslegt, bis zu dem rhythmisch sehr lockeren fade-out des New-Orleans-Begraebnismarsches "Anywhere I Lay my Head" hat diese Scheibe nicht viel an sich, woran man als durchschnittliches Produkt dieser Gesellschaft gewoehnt sein koennte. Die wirklich anscheinend zum erloeschen missbrauchte Stimme, die unkonventionellen Instrumentenkombinationen, die weltfremde Poesie (die manchmal aus einer vergangenen Aera hervorzurufen scheint), und das beinahe unverschaemte Zusammenwerfen verschiedenster Musikstile sind alles Dinge, von denen jeder "weiss", dass sie auf Musikaufnahmen ganz falsch sind. Auch die Vielfalt der Musikrichtungen, die hier vertreten sind, ist eigentlich Gift fuer eine CD, aber die Einzigartigkeit der Tom-Waits Mannerismen sorgt wieder fuer Einheit. Die duester-komische Thematik sowie die Instrumentenauswahl erinnern an film noire, besonders weil viele der Bilder zur Vergangenheit des Nordamerikanischen Kulturalltags gehoeren. So spielen Segelschiffe, Dampfzuege, Pferderennen und andere anachronistische Elemente hier einige der Hauptrollen. Fuer mich ist Tom Waits nicht nur ein wahres Original, sondern auch eine Art Einbahnstrasse. Wer seine Werke einmal entdeckt, geht nicht so schnell zurueck.
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23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Warm Beer And Cold Women, 27. Oktober 2001
Von Ein Kunde
...sang Tom Waits einst auf einer alten 70er-Liveaufnahme..."I just don't fit in". Anno 1985 plötzlich, nachdem er mit dem Vorgängeralbum "Swordfishtrombones" alle Grundsätze der modernen Jazz/Pop-Musik über Bord geworfen hatte und damit seinen ureigenen Musikstil erfunden hatte, kam auch schon das nächste Juwel: "Rain Dogs" ist ein brillantes Opus, beschreibt in 19 Einzelgeschichten die Leben von gescheiterten Existenzen, präzise beobachtet und hochlyrisch verarbeitet. Dazu Waits' melancholische Rauchhaus-Stimme, welche die Hörer von poppigen Boygroups mit ihren vor jedem Auftritt frisch geölten Organen vor den Kopf stoßen wird wie gelegentliche Biertrinker eine Flasche Whiskey. Nach eben der klingt Waits bzw. als hätte er sie intus, was den Stücken seinen typischen Charme auferlegt: man kann wohl kaum einem anderen Sänger nachsagen, eine ähnlich modulationsfähige Stimme zu haben. Hörtipps kann ich leider keine geben: von "Singapore" bis "Anywhere I Lay My Head" ist alles durchweg grandiose Musikkost, ungewöhnlich, jedoch nach einiger Zeit absolut suchterzeugend. Wer als Musiker oder begeisterter Musikhörer bisher Tom Waits verpasst hat, sollte sich kurzerhand mit diesem Album auf eine etwas andere Hörerfahrung einlassen.
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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Heinrich Zille in New Orleans, 19. August 2003
Die Welt, die Tom Waits in "Rain Dogs" beschreibt ist die Welt, die in unseren Vorstellungen hauptsächlich im XIX. Jahrhundert in den Elendsvierteln, den Häfen und den Bars stattfindet. Das alles aber existiert immer noch, in den Regionen, in denen man seine Töchter nicht wissen möchte, wenn es dunkel ist. Das Thema wird in allen Liedern, bis auf "Downtown Train" vielleicht, durchgehalten und macht das Album zu so etwas wie einem Bildband, der in eine Welt führt, geprägt von Hässlichkeit und Laszivität, Brutalität und Herzlichkeit, Betrug und Offenheit, Tod und Sex. Ich habe bisher kein besseres Blues-Album gehört.
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