Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Verwirklichung demokratischer Ideale, 31. Oktober 2005
"Es war 1967. Wir, eine kleine Gruppe von Eltern, die in der weiteren Umgebung von Framingham lebten, hatten im ganzen Land nach einer Schule gesucht, die unseren Anforderungen entsprach. Wir waren weit und viel gereist, hatten all möglichen Orte besucht und über sie gelesen - und waren mit leeren Händen zuückgekehrt. Was uns alle verband, war eine tiefe Überzeugung, dass das bestehende Bidlungssystem unseren Kindern irreperablen Schaden zufügen würde. Wir hatten das Gefühl, dass wir tun mussten, was auch immer nötig war, um die Art von Umgebung zu schaffen, die wir unseren Kindern wünschten. So kam es, dass 1968 die Sudbury Valley School gegründet wurde." Vom Leben in dieser Schule erzählt dieses Buch in 29 Kapiteln und unter den unterschiedlichsten Gesichtspunkten: über "die Natur des Sports", "die Kunst, nichts zu tun"," die Feinheiten einer demokratischer Schule" bis zu "Recht und Ordnung" in derselben ... Ihre Arbeit gründet in der Überzeugung, "Dass ein Kind eine Person ist, und dass es als Mensch vollen Respekt verdient". Folglich stehen Kindern auch uneingeschränkt alle Menschenrechte zu, auch das Recht auf Mitsprache und Selbstbestimmung, wie es unser Grundgesetz in Artikel 2,1 ausdrückt: "Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechter anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsnmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt." Die Menschen von der Sudbury Valley School zogen daraus eine ehrliche und im Wortsinne radikale, d.h. an die Wurzeln gehende Schlussfolgerung. "Für die Praxis bedeutet das, dass alle Aktivitäten unserer Kinder an der Schule nur auf ihre eigene Initiative geschehen dürfen. Es konnte keinen von außen auferlegten Lehrplan geben, keine willkürlichen Anforderungen, die ihnen vorschreiben würden, womit sie sich beschäftigen sollten. Die Schule müsste eine unterstützende Umgebung sein, in der sich die Kinder selbst aussuchen, was sie tun wollen, und in der sie sich ihre Zeit selbst einteilten." Das steht nicht nur auf dem Papier, das ist alltägliche Wirklichkeit. Jedes Kind bestimmt selbst, was es macht: Einige spielen, andere malen, lernen oder kochen; wieder andere reden den ganzen Tag miteinander. Manche handeln nach einem selbst erstellten Plan; manche kommen früh, andere kommen spät - jedes Kind lebt nach seinem eigenen Rhythmus. Und wann wird gelernt? „Als ich acht Jahre alt war und die Leute mich fragten, was ich mit meiner Zeit an der Sudbury Valley School tat, sagte ich: 'Nichts.' Ich begreife jetzt, dass, was ich eigentlich sagen wollte, 'alles' war. Bildung ist nicht so sehr eine Angelegenheit des Faktenlernens, sondern es geht eher darum, zu lernen, wie man denkt. Was die Sudbury Valley School lehrt (oder besser gesagt: zu lernen erlaubt), ist wie man denkt. Sie tut es, indem sie den Schülern erlaubt zu reden, zuzuhören, zu spielen und nachzudenken, wie sie es gerade für angebracht halten. Dieses seltene und wundervolle Privileg ist es, das jede Aktivität bunt macht und ihr einen Sinn gibt." In Zeiten von Pisa, da allzuviele wieder meinen, man müsse auf Kinder nur genügend Druck ausüben und ihnen Grenzen setzen, dann werde alles gut, wirkt dieses Buch wie Atemholen in frischer Luft. Der Traum, "als freier Mann auf freiem Grund zu stehn", den mit Friedrich Schiller vor uns so viele träumten und den die 68er auf ihre Art lapidar in die Formel packten "Freiheit ist machbar Herr Nachbar", dieser Traum kann Wirklichkeit werden nicht nur auf dem Papier, sondern im Alltag, für unsere Kinder und im Nachklang für jeden von uns. Die Sudbury Valley School und ihre Nachfolger zeigen es seit nunmehr bald vier Jahrzehnten - und dieses Buch erzählt davon.
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5.0 von 5 Sternen
Verwirklichung demokratischer Ideale, 31. Oktober 2005
"Es war 1967. Wir, eine kleine Gruppe von Eltern, die in der weiteren Umgebung von Framingham lebten, hatten im ganzen Land nach einer Schule gesucht, die unseren Anforderungen entsprach. Wir waren weit und viel gereist, hatten all möglichen Orte besucht und über sie gelesen - und waren mit leeren Händen zuückgekehrt. Was uns alle verband, war eine tiefe Überzeugung, dass das bestehende Bidlungssystem unseren Kindern irreperablen Schaden zufügen würde. Wir hatten das Gefühl, dass wir tun mussten, was auch immer nötig war, um die Art von Umgebung zu schaffen, die wir unseren Kindern wünschten. So kam es, dass 1968 die Sudbury Valley School gegründet wurde." Vom Leben in dieser Schule erzählt dieses Buch in 29 Kapiteln und unter den unterschiedlichsten Gesichtspunkten: über "die Natur des Sports", "die Kunst, nichts zu tun"," die Feinheiten einer demokratischer Schule" bis zu "Recht und Ordnung" in derselben ... Ihre Arbeit gründet in der Überzeugung, "Dass ein Kind eine Person ist, und dass es als Mensch vollen Respekt verdient". Folglich stehen Kindern auch uneingeschränkt alle Menschenrechte zu, auch das Recht auf Mitsprache und Selbstbestimmung, wie es unser Grundgesetz in Artikel 2,1 ausdrückt: "Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechter anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsnmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt." Die Menschen von der Sudbury Valley School zogen daraus eine ehrliche und im Wortsinne radikale, d.h. an die Wurzeln gehende Schlussfolgerung. "Für die Praxis bedeutet das, dass alle Aktivitäten unserer Kinder an der Schule nur auf ihre eigene Initiative geschehen dürfen. Es konnte keinen von außen auferlegten Lehrplan geben, keine willkürlichen Anforderungen, die ihnen vorschreiben würden, womit sie sich beschäftigen sollten. Die Schule müsste eine unterstützende Umgebung sein, in der sich die Kinder selbst aussuchen, was sie tun wollen, und in der sie sich ihre Zeit selbst einteilten." Das steht nicht nur auf dem Papier, das ist alltägliche Wirklichkeit. Jedes Kind bestimmt selbst, was es macht: Einige spielen, andere malen, lernen oder kochen; wieder andere reden den ganzen Tag miteinander. Manche handeln nach einem selbst erstellten Plan; manche kommen früh, andere kommen spät - jedes Kind lebt nach seinem eigenen Rhythmus. Und wann wird gelernt? „Als ich acht Jahre alt war und die Leute mich fragten, was ich mit meiner Zeit an der Sudbury Valley School tat, sagte ich: 'Nichts.' Ich begreife jetzt, dass, was ich eigentlich sagen wollte, 'alles' war. Bildung ist nicht so sehr eine Angelegenheit des Faktenlernens, sondern es geht eher darum, zu lernen, wie man denkt. Was die Sudbury Valley School lehrt (oder besser gesagt: zu lernen erlaubt), ist wie man denkt. Sie tut es, indem sie den Schülern erlaubt zu reden, zuzuhören, zu spielen und nachzudenken, wie sie es gerade für angebracht halten. Dieses seltene und wundervolle Privileg ist es, das jede Aktivität bunt macht und ihr einen Sinn gibt." In Zeiten von Pisa, da allzuviele wieder meinen, man müsse auf Kinder nur genügend unter Druck ausüben und ihnen Grenzen setzen, dann werde alles gut, wirkt dieses Buch wie Atemholen in frischer Luft. Der Traum, "als freier Mann auf freiem Grund zu stehn", den mit Friedrich Schiller vor uns so viele träumten und den die 68er auf ihre Art lapidar in die Formel packten "Freiheit ist machbar Herr Nachbar", dieser Traum kann Wirklichkeit werden nicht nur auf dem Papier, sondern im Alltag, für unsere Kinder und im Nachklang für jeden von uns. Die Sudbury Valley School und ihre Nachfolger zeigen es seit nunmehr bald drei Jahrzehnten - und dieses Buch erzählt davon.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
ein bisschen unglaublich, ein bisschen entsetzlich, 23. August 2009
"niemand würde auf die idee kommen, menschen 8 stunden am tag zusammen zu sperren, nur um sicherzustellen, dass sie sich paaren"
nach dem lesen des buches oder vielleicht auch schon dabei, wird man sich fragen müssen, was dieser zirkus, den wir in unseren ländern in der schule abziehen, eigentlich soll. wenn man liest, dass innerhalb von 20 stunden schüler all das über mathe lernen, was man normalerweise (auch wir heute noch) in 6 jahren schule lernt, kommt gleich noch ein bisschen zorn dazu, denn offensichtlich hat man in der schule ein wenig oder vielleicht eine ganze menge zeit verschwendet und zwnagsweise und gesetzlich verschwenden müssen. die frage "warum?" wird aber durch den unglaublich beflügelnden geist dieses buches in den hintergrund gedrängt, denn es kommt dann schnell die frage "wie kann man das bei uns machen und wie kann ich mitmachen?". es steht vielleicht sogar ausser frage, dass alle deutschen leser dieses buches von sich aus schon weniger theoretische und praktische erfahrungen in demokratie und "bildung" haben, als ein kind, dass auch nur 2 jahre an dieser schule gelernt hat.
als pädagogikstudent frage ich mich zudem seither, warum ich mir dieses studium denn auf diese weise antun muss, denn von solchen prinzipien wie denen dieses buches hört man rein gar nichts. man hört eher gegenteiliges in dem dann noch die behauptung aufgestellt wird (implizit) dass so etwas wie diese schule sowohl unmöglich ist, als auch, dass die möglichkeit kinder könnten von sich aus lernen und bräuchten keinen besserwissenden "vernünftigen" erwachsenen, der ihnen erzählt wie die welt funktionieren würde oder müsste, nicht ins chaos führen wird (sondern, dass das gegenteil, das unser fall ist, das chaos bewirkt hat, in welchem wir leben müssen). oder: die grundlegende annahme, nicht die erwachsenen seien häufig die fragwürdigen, sondern grundsätzlich die kinder, wird in diesem buch so drastisch und so marginal umgekehrt, dass es erstaunlich, manchmal fast dichterisch ist, und dabei doch so leicht zugänglich wie ein mickey-maus comic.
ganz aufgegangen ist mein herz und mein geist, als ich las, dass diese schule grundsätzlich und generell die psychologisierung von menschen ablehnt, da die menschen dieser schule das als einen eingriff in etwas so dermaßen privates empfinden (in das nie eingegriffen werden darf), dass jedes bestreben dazu abgelehnt wird und keine frage darin besteht, es auch weiterhin abzulehnen. in meinem studium lerne ich (noch immer), das menschen sich in 8 oder 6 stufen entwickeln, nur über ihre kognition oder psyche, und das danach auszwählen ist, wer besteht und wer nicht. die fähigkeit eines menschen ist dort immer noch wesentlich an die psychologie gebunden. über all das braucht man sich in diesem buch nicht zu erbosen, denn nirgends findet so etwas (dass man unter anderen perspektiven als faschistisch bezeichnen kann) statt.
was in dieser schule anscheinend ständig problematisiert wird ist die frage nach freiheit und selbstbestimmung und alles wird dahingehend bedacht, ob diese oder jene einschränkt wird und falls ja, wird es schnellstmöglich wieder negiert. diese schule hat sogar ein prinzip (anscheinend), dass den ausschluß von menschen verhindert, und zwar ohne, dass sie ein gesetz dafür bräuchten, sondern nur aufgrund der ethik und des ethos, den die menschen dort haben. und wann hätte man in unserer schule denn überhaupt die gelegenheit (gehabt) einen eigenen ethos an den tag zu legen und nach einer ethik zu handeln, die NICHT ausschließt (wo schon unser ganzes notensystem gar keine andere idee verfolgt)?
vor allem für pädagogen, lehrämtler und auch psychologen ist dieses buch fast eine pflicht, denn bei den ganzen fraglichen und falschen sachen, die wir lernen sollen in unseren ebenso fragwürdigen ausbildungen, kann keiner von uns behaupten, er wäre frei von all diesen kleinen alltagsfaschismen, die wir im namen der zukunft unserer kinder gegen sie richten (auch, um es uns selbst zu erleichten). sie zu finden bei sich selbst und, statt andere sich selbst zu analysieren ist eine fähigkeit, die in meinen augen niemandem der oben genannten fehlen darf, denn sonst wird man zwangsweise fehler machen müssen. nach der lektüre dieses buches wird man ein bisschen verwandelt sein, und zwar generell in dem, was man über bildung denken kann und wird.
aber auch allen anderen menschen, vor allem jedem, der kinder hat, empfehle ich dieses buch. denn sätze wie "wenn man angefangen hat einen experten in frage zu stellen, wird man irgendwann alle in frage stellen müssen" oder "kein mensch ist im stande zu erklären, was der menschliche verstand mit der welt angestellt hat" (beide von schülern glaube ich), sind in diesem ganzen "bildung-für-die-zukünftige-sicherheit"-wahn wie ein lang erhoffter, endlich gekommener regenschauer, der einem den schmutz von der brille und den stress-schweiß von der stirn spült.
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