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Der Liebe ganze Härte. Tagebuch einer liaison dangereuse
 
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Der Liebe ganze Härte. Tagebuch einer liaison dangereuse (Taschenbuch)

von Marie Jo (Autor)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 228 Seiten
  • Verlag: Seitenblick Verlag Bettina Tegtmeier; Auflage: 2. Aufl. (November 1998)
  • ISBN-10: 3980539938
  • ISBN-13: 978-3980539937
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (26 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 115.241 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

TWILIGHT, Vol. 17, Juli 1997

Dieses Buch hat mich zutiefst erschüttert, und wollte ich meiner Erschütterung einen Namen geben, würde ich an dieser Stelle viel zu viel von mir selbst preisgeben müssen. Ich scheine aber nicht die einzige Person zu sein, die sich durch die Lektüre betroffen gefühlt hat, dazu werde ich später noch etwas schreiben. Ich kann dieses Buch auch nicht von mir weisen, weil es etwas von "therapeutischem Schreiben" hat, die Qualität des Tagebuchs, das der Schreiberin hilft, Quälendes abzuarbeiten. Dafür ist die analytische Komponente um einiges zu ausgeprägt, zu nachhaltig, in seiner Nabelschau zu weit über sich selbst hinausreichend. Dieses differenzierte, in sich selbstzerstörerische Tagebuch stellt so viele Fragen, die es zum Teil selbst beantwortet, daß es weit über das Aufarbeiten persönlicher Erfahrungen hinausreicht. Ich will versuchen, den Inhalt in meiner Interpretation zusammenzufassen:

Eine junge Jurastudentin in Berlin will, nach einer jüngst beendeten Beziehung, ihre Unterwerfungsphantasien, für die ihr letzter Freund wenig Verständnis hatte, in der Berliner "Szene" ergründen. Sie hat eine kurze, erste Erfahrung mit dem Besitzer einer Fetish-Boutique, in der sie begreift, daß sie tatsächlich ein Sklavendasein ersehnt, obwohl (oder weil?) sie eine sonst sehr eigenständige, selbstbewußte Persönlichkeit ist. Schließlich lernt sie über einen S/M-Club ihren zukünftigen Meister D. kennen. Der Roman beschreibt, durchwirkt von einer teilweise schonungslos kalten, klaren Selbstanalyse, in Tagebuchform den allmählichen, vertraglich auf dreieinhalb Monate festgelegten "Zähmungsprozeß", den die Erzählerin durchläuft, ein Festhalten an Selbstwert, verzweifeltes Wehren gegen die Aufgabe ihrer Persönlichkeit, letzten Endes aber gegen und gleichzeitig für die Liebe, die sie für ihren Herrn empfindet, um deren Erwiderung sie sowohl mit ihrer Hingabe als auch mit ihrem Trotz kämpft, wohl wissend, daß sie nie erwidert werden kann. Denn der Herr würde seine Position aufgeben, sobald er sie ebenbürtig liebte, und dann bliebe die Frage, ob er die gezähmte Sklavn oder die trotzige, selbstbewußte Marie lieben würde, denn eigentlich wünscht sie sich, das behaupte ich, in der Rolle der Sklavin als die Person Marie geliebt zu werden. Doch die denkende, analysierende Marie ist dem Gebieter eindeutig einige Nummern zu groß. Die kluge, komplizierte, um ständiges Ergründen bemühte Marie, die sich ihrem Meister zur freien Verfügung hingibt, um unter seinen Schlägen, seinen Demütigungen, seiner Nonchalance und scheinbaren Unabhängigkeit von ihr eine heftige sexuelle Abhängigkeit zu entwickeln, ist diesem Mann haushoch überlegen. Nicht das Ausmaß der Erniedrigung, der Qualen, der Schmerzen ist das für mich Erschütternde an dem Buch, sondern die Tatsache, und vielleicht interpretiere ich hier zu weit, vielleicht ist meine Interpretation zu sehr von meiner eigenen Erfahrung eingefärbt, daß diese Frau, die zu so klarer, sachlicher Analyse fähig ist, welche die Mechanismen, die in ihrem Verhältnis zu ihrem "Hernn" greifen, so glasklar erkennt, diesen letzten gedanklichen Schritt nicht wagt: zu erkennen, daß es ihre Kraft und Intelligenz ist, an der sich der Mann, den sie abgöttisch liebt, bereichert.

Ich habe zwei Leserbriefe zu dem Buch vorliegen, die an den Verlag geschickt wurden. Einer bezieht sich direkt auf das Buch und wurde von einem Mann geschrieben, der sich als dem S/M-Bereich nicht zugehörig bezeichnet. "Die Sehnsucht nach der Zuneigung hinter den Schlägen, nach der Liebe hinter der Erniedrigung scheint mir weit qualvoller als die Schläge oder die Demütigung selbst. Und egal, ob der Vertrag drei Monate, ein Jahr oder länger dauert: dieser Schmerz wird nie nachlassen." Aus demselben Brief stammt auch der meiner Ansicht nach kaum treffender zu formulierende Satz: "... hier berührt der Höllenhimmel der Masochisten die Himmelhölle der ‚Normalen'." Die Frage ist nämlich nicht, warum diese Masochistin ausgerechnet diesen Dominus so selbstaufopfernd liebt, daß sie dafür ihren Alltag vernachlässigt, ihre Freunde aufgibt, ihre Selbstbestimmung hingibt, sondern welche Angst es ist, die Menschen (und ich behaupte, in erster Linie Frauen!) dazu führt, ihre unbändige Energie, ihre Intelligenz, ihre Seele an jemanden zu verschwenden, der es, abgesehen von der unbeschreiblichen Lust, die er zu bereiten versteht, objektiv nicht wert ist. Maries Herr ist nicht zufällig in einer festen Beziehung mit Kind. In der vertraglichen Absicherung, die er mit Marie genießt, muß er ihr nicht einmal, wie es in solchen Verhältnissen sonst üblich ist, laufend leere Versprechungen machen. Er hat es nicht nötig, die Trennung von der Partnerin anzukündigen. Marie ist eine Mätresse, die nicht einmal das Glück (oder Unglück?) von Liebes-Lippenbekenntnissen, einer Hoffnung auf Zukunft hat. Und an dieser Stelle spaltet sich der "Höllenhimmel" von der "Himmelhölle": Sie weiß, ahnt oder fühlt, ohne es sich letztlich einzugestehen, daß die Leidenschaft außerhalb des Vertrages keinen Bestand hätte. Sie will die Grenzüberschreitung, die Qual, die Abhängigkeit. Sie will auskosten, wieviel sie verträgt, wie weit sie in ihrer Auflösung gehen kann, weil es sie, wie die Abhängigkeit von einer Droge, der Verantwortung für ihr eigenes Leben enthebt. Das WARUM, was an dieser Stelle bleibt, ist für mich das Spannende an diesem Buch. ...



Auszug aus Der Liebe ganze Härte. Tagebuch einer liaison dangereuse von Marie Jo. Copyright © 1998. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Ich will, daß es weitergeht, will es ganz. Ich bin nie feige gewesen. (Nur manchmal unvernünftig.) Ich unterschreibe ein zweites Mal, daß er Sir Stephens Rechte hat. "Gut", sagt er. "Gut so." ...

Eben nahm er mich noch einmal kurz in die Arme, dann drückt er mich nach unten, bis mein Gesicht seine Schuhe berührt. Dann sitze ich vor ihm auf dem Boden, während er sich auf meinem Sofa ausstreckt. Die Atmosphäre zwischen uns hat sich plötzlich verändert, und ich habe Angst vor diesen Folgen meiner Entscheidung; ich genoß das bis dahin existierende Verhältnis zwischen D. und mir, das sich eigentlich auch nach meinem zweiten Versprechen nur mit der ihm eigenen Dynamik fortentwickeln sollte, und jetzt hat es geradezu einen Satz nach vorne getan, und in mein mulmiges Gefühl mischt sich immer wieder der Satz: Ich habe es nicht anders gewollt. Ich habe es so gewollt. Zu all diesem habe ich Ja gesagt, nachdem ich einen Vorgeschmack darauf erhalten hatte, was mein Ja bedeutet.

"Wir brauchen etwas mehr Disziplin, das siehst du wohl ein. Etwas mehr Respekt." (Ja.) "Du wirst mich in Zukunft siezen und mit Herr oder Meister anreden." (Unmöglich, so unvorstellbar wie das Danke für Schläge.) "Du wirst dich in Zukunft nicht mehr ohne Erlaubnis von mir auf einen Stuhl, dein Sofa, dein Bett oder deinen Tisch setzen, sondern nur noch auf den Boden. Hast du mich verstanden?"

"Ja." (Ja, Herr.)

"Du wirst mich fragen, ob du auf die Toilette gehen darfst."

"Ja." (Ja, Herr.)

"Du darfst mich normal begrüßen, wie du es immer tust, aber dann wirst du als erstes vor mir niederknien. Ist das klar?"

"Ja." (Ja, Herr.)

"Und jetzt bitte wiederholen."

Ich wiederhole, und er verleiht den neuen Anforderungen mit seinem Gürtel soviel Nachdruck, wie es die Anwesenheit meiner beiden Mitbewohnerinnen zuläßt, die durch die nicht verschließbare Tür keine Schreie hören dürfen. Und trotz dieser Warnung gebe ich ihm anschließend eine kleine Kostprobe von meiner Fähigkeit, Sätze so zu formulieren, daß eine Anrede darin nicht vorkommt. Er ist zu intelligent, um es nicht sofort zu merken, aber Aljas und Karins Stimmen im Flur gewähren mir Schutz vor drastischeren Sanktionen. Außerdem muß er auch schon wieder gehen. Er steht auf, und ich tue es ihm gleich. Es geschieht automatisch. "Wer hat dir das erlaubt?" Kalt, ungeduldig, wütend. Ich werde rot. Ich kann nicht entscheiden, wann die Situation vorüber ist. Vielleicht wird sie jetzt nie mehr vorüber sein, bevor er die Wohnung verlassen hat. Ich verstumme und schäme mich plötzlich für ein Stück nackter Haut, das unter meinem Kleid sichtbar ist, als ich jetzt wieder auf dem Boden knie.

"Du bist klug genug, um einschätzen zu können, wann du zu fragen hast, bevor du etwas tust", sagt er. "Du kannst jetzt aufstehen", sagt er und zeigt auf seinen Mantel, den ich hole und in den ich ihm hineinhelfe, ohne darüber nachzudenken, denn mein Kopf ist voller anderer Gedanken. Ich bringe ihn zur Tür. An dieser Tür werde ich ihn auch wieder begrüßen, ein leicht spöttisches Hallo und eine Umarmung wie immer, dann werde ich vor ihm niederknien, dann werde ich fragen: "Darf ich Ihnen Ihren Mantel abnehmen, Herr?", "Darf ich Ihnen etwas zu trinken bringen, Meister?", "Darf ich Ihnen ein Stück Schokolade anbieten, Herr?", und: "Möchten Sie heute wieder ein Bad nehmen, Herr?"

Werde ich? Noch bin ich M., nicht O.


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17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Ein bemerkenswertes Buch, 8. September 2007
Von Lena Waider "Leseratte" (Wiesbaden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)   
Eine bemerkenswerte Schilderung einer sehr konsequenten Unterwerfung. Ich konnte nicht alles nachvollziehen und dann ist da noch dieser durch und durch schwarze Unterton, dem man sich als Leserin nur schwer entziehen kann und der mich auch ein wenig runtergezogen hat. Trotzdem sehr lesenswert. Ist jedenfalls kein Buch, was man sofort vergessen hat.
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37 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ohne rosa Brille, 14. Dezember 2002
Von "xxtraumlandxx" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)   
Es war das erste Buch welches ich im Bezug auf BDSM gelesen habe. Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Fesselnd und ergreifend, aber niemals kitschig oder mitleidsheischend, schildert die Autorin ihren Weg zum SM und was sich daraus entwickelt.
So seltsam es auch klingt, gerade das Zermürbende, das Quälende, das Unerträgliche und das Unvorstellbare ist es, was sie ausharren lässt. Denn das ist, was ihre Persönlichkeit erfahren will. Die Sehnsucht nach Unterwerfung ist nichts anderes als die Suche nach Macht. Sich unterwerfen oder unterworfen werden ...

Trotz allem stellt sich mir inzwischen die Frage, ob die Geschehnisse noch unter SSC (safe, sane, consensual) einzuordnen sind.

Ein aufrüttelndes Buch, ein augenöffnendes Buch-manchmal auch ein tröstliches Buch: Sie ist nicht allein.

Man sollte es unvoreingenommen lesen, bereit sein nachzudenken und die andere Seite des BDSM sehen wollen. Nicht alles ist so wie es scheint ... ihr Herren und Meister!

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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Buch welches trifft, 19. Juni 2001
Von Ein Kunde
Nicht der Stil, der Inhalt ist es. Es trifft, das Buch. Die Gefühle sind echt, man glaubt es ihr. Es macht Lust, gerade eben noch, doch schon im nächsten Satz beginnt es zu schmerzen. Ja, so ist es, bekennt meine Partnerin. Und auch ich habe mich wiedererkannt.

Ich habe viel über SM gelesen. Dies ist das Buch welches mich mit am stärksten berührt hat. Dank an die Autorin, dass sie es erlaubt hat so tief, weit über die üblichen Grenzen hinaus, in ihre Seele schauen zu lassen.

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Am 23. Februar 2003 veröffentlicht

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Veröffentlicht am 22. Februar 2003 von katja

5.0 von 5 Sternen Großartig
Dieses Buch hat mich zutiefst berührt.Maries Beschreibung ihrer Gefühle zu ihrem Herrn,die sie nicht haben will und darf,kann ich absolut nachvollziehen. Lesen Sie weiter...
Am 23. Februar 2002 veröffentlicht

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Am 9. November 2001 veröffentlicht

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