Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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5.0 von 5 Sternen
Das neue Standardwerk in Sachen Doping, 21. Juli 2008
Der zeitgenössische Sport hat ein Kardinalproblem - und das sind die sich weltweit epidemisch ausbreitenden Dopingpraktiken, die inzwischen nicht nur den Spitzensport, sondern das Sporttreiben insgesamt und überhaupt ergriffen haben. Deshalb spricht der Autor dieses anzuzeigenden Buches ganz und gar zu Recht vom Dopingsport als einer relativ neuen Konstellation" des Sporttreibens. Diese wiederum kann aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet und bewertet werden, wobei in der breiteren interessierten Öffentlichkeit ethische Kommentierungen und Debatten überwiegen, denen sich auch der international renommierte Wissenschaftler der Deutschen Sporthochschule in seinen Ausführungen zuwendet.
Und wie er das tut, nötigt Respekt ab. In souveräner Manier informiert er über den gegenwärtigen Diskussionsstand zu diesem Thema, insofern er die derzeit repräsentativen philosophisch ausgerichteten Entwürfe im deutschsprachigen Raum überblickshaft zusammenstellt. Im Anschluss daran entfaltet er die schon länger bekannte, von ihm begründete Position einer co-existentialen Ethik des Sports, wobei er unter anderem auch die Perspektive der Dopingaktiven und deren Mentalität ins Auge fasst und verbindet dies unter anderem mit dem Leitbild des mündigen Athleten". Dem Autor gelingt unter anderem auch - was besonders lesenswert ist - der Nachweis, dass die ethische Sichtweise auf die Dopingseuche" nicht verabsolutiert werden sollte, sondern auch anderer Zugänge (soziologische, anthropologische, psychologische, pädagogische und dergleichen mehr) bedarf, um sich ein einigermaßen rundes" Bild von der zerstörerischen Kraft des Dopingsports zu machen.
Dieses Buch kann bestens empfohlen werden - nicht nur, weil es bislang die einzige deutschsprachige Monographie zu dieser brisanten Thematik ist, die zugleich in nuce einen überzeugenden Einblick in die derzeitigen Konzepte mit primär sportphilosophischer Option am Beispiel des Dopings bietet, vielmehr auch wegen seines leserfreundlichen Schreibstils. Kurzum: Es handelt sich um eine Publikation, die zum Nachdenken und Weiterdenken stimuliert und es verdient hat, den Rang eines Standardwerks in Sachen Doping zu erhalten. Wer sich wahrhaft substanziell mit dem Dopingphänomen auseinandersetzen will, das möglicherweise bei den bevorstehenden Olympischen Spielen wieder in der ein oder anderen Weise für Zündstoff sorgen wird, der tut gut daran, zu diesem Buch zu greifen, weil er mit neuen Einsichten und Argumenten belohnt wird.
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5.0 von 5 Sternen
Pflichtlektüre zu Doping im Sport, 25. April 2008
Bei aller Faszinationskraft des modernen Sports, der zu seinen Hochzeiten ein Milliardenpublikum anlockt, kann man dessen Doppeldeutigkeit (Ambivalenz) nicht übersehen. Besonders lange Schatten werfen die globalen Dopingexzesse, die inzwischen sämtliche Formen des Sporttreibens erfasst haben und für dauerhaften Gesprächsstoff sorgen. Die Dopingmisere hat zweifellos dem Sport eine Vertrauenskrise beschert, die geradewegs zu ethischen Diskussionen einlädt. Genau diese sind Gegenstand des vorliegenden Buches.
Der Verfasser, Professor an der Deutschen Sporthochschule Köln und Autor zahlreicher Publikationen zu einer Ethik des Körpers und Sports, sichtet einerseits die bisherigen mehr sportphilosophisch ausgerichteten Beiträge und bietet dadurch zugleich einen Ein- und Überblick über die wichtigsten deutschsprachigen sportphilosophischen Ansätze, soweit diese das Dopingproblem berücksichtigen.
Andererseits versucht er, seine Position einer co-existenzialen Ethik des Sports, die in den 90er Jahren grundgelegt worden ist und national sowie international rezipiert wurde, durch die Aufnahme und gediegene Zubereitung der Dopingmisere fortzuschreiben.
Neben anderen Aspekten geraten auch und nicht zuletzt die Doping betreibenden Aktiven in den Blick, ohne dass der Verfasser ihnen gegenüber den moralischen Zeigefinger erheben würde; dem Buch geht es vielmehr um Analysen, die sich auch auf die Lebensführung der Aktiven konzentriert.
Diese Monographie, trotz der Konjunktur dieses Themas eine der ganz wenigen, hebt sich von anderen dadurch ab, dass sie einen bisher unbekannten, jedoch überzeugenden Eindruck von der Komplexität des Dopinggeschehens vermittelt, die weit über den ethischen Bereich hinaus geht, so dass man auch ermessen kann, welche Schwierigkeiten sich einer wirksamen Dopingbekämpfung entgegen stellen.
Alles in allem: Jene Leser, die sich über die Tagesaktualität des Dopingsports hinaus etwas vertieft auf dieses Phänomen einlassen wollen, muss das klar konzipierte Buch empfohlen werden. Studierende und Wissenschaftler aber auch alle interessierten Sportliebhaber, Trainer, Lehrer und andere werden viele Anregungen erhalten und von der Lektüre profitieren. Im Übrigen eignet sich dieses Werk für jeden Sportverband als Pflichtlektüre, die den Dopingbazillus wirklich ernsthaft minimieren wollen.
Prof. Dr. Johannes Bilstein
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