von Studio Kôsen
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von Daniela Orrù
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von Martina Peters
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von Ayano Yamane
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von Masara Minase
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Shunsuke nimmt seinen ganzen Mut zusammen und vertraut Kyohei an, dass er Männer bevorzugt – und in ihn verliebt ist. Zunächst hält Kyohei alles für einen Witz, doch dann geht er sehr schnell auf Distanz. Bereits am nächsten Tag muss Shunsuke feststellen, dass ihn die anderen Schüler plötzlich schneiden, schlimmer noch: Die Schikanen werden von Tag zu Tag bösartiger.
Die Lehrer schauen weg, und Shunsukes Mutter regt sich lediglich über die schlechter werdenden Zensuren auf. Auch Ruri will nichts mehr von ihm wissen, nachdem er ihr unterstellte, sein Geheimnis überall herum erzählt zu haben. Als Shunsuke die Wahrheit herausfindet, ist er schockiert. Ausgerechnet der Mensch, von dem er es am wenigsten erwartet hätte, hat ihn verraten und verbreitet obendrein Lügen über ihn.
Tief enttäuscht zieht sich Shunsuke von allen zurück. Als er wieder einmal nicht weiß, wohin er gehen soll, liest ihn sein Nachbar auf. Hikami Tatsuya ist Student und gibt Shunsuke seit kurzer Zeit Nachhilfe und nun auch den Halt, den der Junge braucht. Als Shunsuke herausfindet, welchem Gewerbe Tatsuya in Wirklichkeit nachgeht, scheint auch das vorbei zu sein. Aber Shunsuke möchte ohnehin sterben, weil er es nicht mehr aushält…
Während viele westliche Manga-Zeichner angefangen haben, sich von den großen Vorbildern zu lösen und mit für hiesige Leser vertrauten Themen zu arbeiten, so kehrt Zombiesmile wieder zu den Wurzeln zurück: Ihre Geschichte ist im Schüler-Milieu angesiedelt, die Protagonisten haben japanische Namen, sie versucht auch, den japanischen Alltag, soweit dies für einen Europäer möglich ist, darzustellen und richtet den Fokus auf die unerfüllte Liebe eines Jungen zu seinem besten Freund.<p< So steigert sich dann auch die Handlung ganz langsam, beginnend an einem Tag, an dem noch alles für die Hauptfigur in Ordnung ist, über ihr Coming-Out und den gemeinen Verrat, der immer üblere Quälereien durch Dritte zur Folge hat, bis hin zu einem Punkt, an dem Shunsuke in seiner Verzweiflung nicht mehr weiter weiß und wünscht, dass Tatsuya ihn tötet. Bis hierher entwickelt sich die Story überaus realistisch, denn sie schildert die Probleme, mit denen sich jemand konfrontiert sieht, der sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt hat, wegen seiner Neigung diffamiert, isoliert und gepeinigt wird. All diese Ereignisse hätten überall stattfinden können, auch in Deutschland oder den USA. Während in den meisten japanischen Mangas diese Konflikte gar nicht oder nur am Rande thematisiert werden, da die romantische Verklärung der Liebe zweier Männer und die Irrungen und Wirrungen, bis sie endlich zusammen kommen, das wichtigste Anliegen sind, sind sie hier das Kernthema. Damit beweist Zombiesmile, dass sie durchaus eigene Wege geht und der japanische Kontext als Hommage an die Vorbilder gedacht ist.
Als Tatsuyas Handlungsanteile zunehmen und Shunsuke schließlich dessen Geheimnis entdeckt, kommt es zu einem unerwarteten Genre-Wechsel, und die Geschichte verliert den Realitätsbezug. Der Plot ist noch immer hoch dramatisch, erstaunliche Enthüllungen werden gemacht, die Wende zum Thriller bringt eine andere Form von Action ins Spiel.
Es ist reine Geschmackssache, ob man diese Entwicklung als Bruch mit der bisherigen Handlung empfindet oder ob man der Ansicht ist, dass es jetzt erst richtig spannend wird. Die Entdeckung verändert Shunsukes langweiliges Leben von Grund auf und bietet ihm überdies die Möglichkeit, all seine Probleme hinter sich zu lassen. Vergleichbares wird in der Realität kaum passieren; die Lösung wirkt daher recht konstruiert, leider auch zu einfach, nachdem sich Zombiesmile zuvor so viel Mühe mit dem Aufbau einer nachvollziehbaren Konfliktsituation machte.
Die Erwartungen der Boys Love-Fans werden am Schluss erfüllt. Die entsprechenden Szenen liefern das I-Tüpfelchen, das die Geschichte abrundet und alle zufrieden stellt. Die Szenen sind nicht zu explizit, es gibt nicht wirklich etwas zu sehen, aber man weiß genau, was passiert. Von daher kann man den – auf Wunsch auch signierten - Manga, der in Folie eingeschweißt ausgeliefert wird, Leserinnen ab 16 Jahren empfehlen.
Die Zeichnungen sind durchgehend von gleich bleibender Qualität und deutlich weiter entwickelt als noch in „Ran und die Feiertage“. Sicher kommt den Illustrationen auch das kleinere Format zugute (A5 gegenüber A4 bei den Doujinshis), so dass Zombiesmiles Strich feiner und präziser wirkt. Auch stehen stets die Charaktere im Mittelpunkt, es wird viel mit Rasterfolie gearbeitet, und detailreiche Hintergründe, die das kleinere Format übel nehmen könnten, finden sich nur ausnahmsweise.
Einige Charakter-Sketche und eine Farbseite beschließen den sorgfältig erstellten Band, der durch ein kartoniertes Cover, hochwertiges Papier und einen sauberen Druck auch optisch einen sehr guten Eindruck hinterlässt.
Irene Salzmann
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