Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
99 von 101 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Der Weg zur Erkenntnis der Küche, 9. März 2006
Das Buch hilft wirklich beim Kochen. Aber anders als andere Kochbücher. Vielleicht kann man es am besten erklären, in dem man die typischen Fortschritte eines Singles beim Kochen betrachtet.
Stufe 1: Rezepte
Nachdem man die Tiefkühlpizzas wirklich nicht mehr sehen kann, kauft man sich das erste Rezeptbuch, eine Wage und einen Meßbecher. Man macht es dann wie beim Bund: Gekocht wird auf Befehl und nach Anleitung.
Stufe 2: Komplizierte Rezepte
Man wächst über sich hinaus. Statt nur Hühnchen gekonnt in 7,34 Minuten zu verbrennen, wird jetzt auch ein Fond angesetzt und eine Soße produziert. Aber bitte nicht ohne meinen Bourdain auf dem Küchentisch hinter mir.
Stufe 3: Improvisation
Ungefähr nach der 23. Soße stellt man fest, dass auch bei leicht veränderten Zutaten eßbare Nachrungsmittel die Küche verlassen. Jetzt ist der Damm gebrochen, und ein beliebiger Inhalt des Kühlschrankes kann verwertet werden. Es entstehen einige göttliche Genüsse und viele Desaster.
Stufe 4: Der Einkaufsrausch
Da der Kühlschrank für die ausufernde Kreativität nicht mehr ausreicht, begibt man sich auf Wochenmärkte, Delikatessenläden und Feinschmeckeretagen. Statt den Inhalt des Kühlschranks kocht man jetzt den ganzen Markt zusammen. Leider ist diese Phase mit extremen Kosten für komische Pilze und fremdartige Schinken verbunden.
Stufe 5? Und jetzt?
Irgendwie wird man langsam ehrgeizig und fragt sich, wie es klappt, dass die Profis in den guten Restaurants ständig neue Gerichte erschaffen, die nicht im Rezeptbuch stehen und dennoch genau so gut schmecken wie die Klassiker, teilweise sogar besser. Wie kombiniert man? Welche Basistechniken passen zusammen, so dass ein geniales Gericht auf dem Teller entsteht? Und warum schmeckt Gazpacho eigentlich kalt? Und warum kann man auch mit billigen Zutaten großartig kochen? Und muss das alles immer so lange dauern?
Genau jetzt hilft Dollase. Kommen wir also zur letzten Stufe:
Stufe 5: Die Kunst der sinnlichen Erfahrung
Der Autor erklärt, wie sich Geschmack, Aromen, Temperatur und Textur und Konsistenz verschiedener Zutaten sinnvoll kombinieren lassen. Er erklärt sozusegen die Kriterien, auf deren Basis kreative Küche gute Küche wird. Dazu hat er eine extrem spannende Mischung von leckeren, teilweise aber auch skurilen Beispielen zusammengestellt. Das Schöne ist, dass jedes der Beispiele mit seiner sinnlichen Wirkung beschrieben ist, man also seine eigenen Eindrücke hervorragend vergleichen kann. Extrem einsichtig und lehrreich.
Ja, dass Buch ist sehr teuer kalkuliert. Als Kochbuch für die Stufen 1 und 2 kann ich es daher nicht wirklich empfehlen. Ich hoffe, es gibt bald eine Taschenbuchausgabe.
|
|
|
24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Auf den Geschmack gekommen, 9. August 2006
Um es gleich vorneweg zu sagen: Dies ist kein Kochbuch. Das ist auch kein Nachteil, denn Kochbücher und Online-Rezepte gibt es ja inzwischen hunderttausende.
Dieses Buch ist vielmehr ein Bildungsbuch. Es hilft, zu erkennen, was Schmecken bedeutet. Mit süß- sauer - salzig - bitter - Natriumglutamat - ist nämlich noch längst nicht alles gesagt. Für mich als Laien war eine wesentliche Erkenntnis, welche Rolle die "Textur" des Essens beim Geschmackserlebnis spielt und wie die unterschiedliche "Länge" des Geschmacks der einzelnen Zutaten wirkt.
Ein Wort zum Preis: Das mag viel Geld sein. Wenn man es aber mit wissenschaftlichen Büchern vergleicht, ist es gar nicht mal so teuer. Vielleicht schafft es ja auch mal eine öffentliche Bücherei, statt noch fünf Grishams mal so ein Buch einzustellen, denn: Sie werden nach diesem Buch ganz anders essen als vorher. Das ist bei Erkenntnissen das Gute: sie halten ein Leben lang.
Ein Wort zum Autor: Jürgen Dollase wirkt in seinen Kolumnen manchmal extrem überheblich und apodiktisch, wie eine Art Gastro-Ranicki. Auch wenn er seine persönlichen Lebensumstände schildert ( da habe ich mir eben vierzig Töpfe gekauft usw. usw.), dann sind das vielleicht Aspekte, die einen an der Übertragbarkeit seiner Maximen auf das Leben von Normalmenschen zweifeln lassen. Das Gegenteil ist der Fall. Beim Kochen ist wie überall: Am besten lernt man von den Besten.
|
|
|
22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Neue Erkenntnisse zum bewußten Essen, 28. Januar 2008
Der Autor Jürgen Dollase, ein bekannter Restaurantkritiker und Kolumnist, versucht in seinem Buch dem Leser ein völlig neues Eßbwußtsein zu vermitteln. Der Leser wird systematisch dazu gebracht eigene Geschmackserlebnisse, Grundwahrnehmungen wie süß, sauer, salzig und bitter sowie Umami (Geschmacksverstärker) neu zu entdecken. Jeder, der sich fürs Essen und Kochen interessiert, lernt , wie man seine gesamte Sensorik bei Essen einsetzen kann, um neue Erfahrungen zu machen. Sehr empfehlenswert.
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|