Wenn jemand so hervorragend erzählen kann wie die deutsche Schriftstellerin Herta Müller, bekommt das Medium Hörbuch eine neue Dimension. Müller erzählt großartig: präzise, fast lapidar, sehr dicht - und doch lässt sie ihre Zuhörerschaft wie durch den Zauberkristall der Kindheit in eine mittlerweile untergegangene Welt schauen. --Der Standard, Wien, 12. September 2009
supposé setzt ausschließlich auf das mündliche Erzählen. Denn persönliche Mitteilungen - ob von Wissenschaftlern oder Dichtern - gehen uns auf andere Weise nahe als das geschriebene Wort. Thomas Böhm und Klaus Sander ist es gelungen, die eher scheue Schriftstellerin Herta Müller zum Sprechen zu bringen. Ein Geschenk. --Radio Bremen, Literaturzeit, 6. September 2009
Vor zwei Jahren erschien das Hörbuch 'Ein Sommer, der bleibt', in dem Peter Kurzeck von seiner Kindheit in einem hessischen Dorf erzählt. In freier Erzählung, ohne Manuskript. Es wurde von der Kritik gefeiert und 2008 Hörbuch des Jahres. Das selbe Prinzip liegt nun der CD 'Die Nacht ist aus Tinte gemacht' zu Grunde. Thomas Böhm und Klaus Sander haben die Schriftstellerin Herta Müller über ihre Kindheit im rumänischen Banat befragt. Entstanden ist ein Tondokument von unvergesslicher Intensität. Ein Höhepunkt dieses literarischen Herbstes. --Blütenleser, Newsletter, Nr. 22, 14.-20. September 2009
Viele Kindheiten auf dem Lande mögen sich - abzüglich der rumänischen Eigenheiten - vor 60 Jahren ähnlich angefühlt haben wie die von Herta Müller in Nitzkydorf. Doch so darüber reden und sich derart in Details vertiefen, das vermögen nur wenige. Dem mutigen Berliner Label "supposé" sei Dank für dieses eindrückliche biografische Zeugnis einer großen Autorin und großen mündlichen Erzählerin. --Deutschlandfunk Büchermarkt, 24. September 2009
Sprich, Erinnerung: Herta Müller erzählt detailreich, mitteilsam und ohne poetische Übermalung von ihrer Kindheit und Jugend in einem der deutschen Siedlungsgebiete Rumäniens und beschwört dabei eine untergegangene Welt, in der die Mahlströme der Geschichte im individuellen Erleben aufscheinen. So wird der Zuhörer einbezogen in eine ungewöhnliche Lebensgeschichte. Ein wahres Hörbuch! --hr2-Hörbuchbestenliste, Oktober 2009
Womit soll ich als Müller-Neuling einsteigen? Mit einer CD! Denn im Hörbuch 'Die Nacht ist aus Tinte gemacht' erzählt Herta Müller auf fesselnde Art und Weise von ihrer Kindheit im rumänischen Banat, der Ceausescu-Diktatur und ihrer Ausreise nach Westdeutschland. --Hamburger Morgenpost, 9. Oktober 2009
Zum zweiten Mal gelingt so fulminant das Experiment des supposé Verlags, einen Autor erzählend zurück in seine Kindheit zu schicken: 'Ein Sommer, der bleibt. Peter Kurzeck erzählt das Dorf seiner Kindheit' war in seiner aus der freien Rede geborenen Poesie das eindrücklichste, was das Genre Hörbuch in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Herta Müllers aus dem Gespräch heraus entwickelte Erinnerung 'Die Nacht ist aus Tinte gemacht' unterscheidet sich stark von Kurzecks Wiederbelebung der verschwundenen, aber überhaupt nicht verlorenen Zeit: Bei ihm die geradezu exzessive Weltwahrnehmung, der Wunsch, nichts an das Vergessen verloren zu geben, der verzauberte Blick, der noch den kleinsten Dingen gilt. Bei Müller hingegen das verstörte, verängstigte, allerdings nicht minder genaue Schauen auf die Umwelt des Kindes. Hier Helligkeit, dort Dunkel. Faszinierend sind beide Rückblenden. Es ist zu wünschen, dass supposé-Verleger Klaus Sander noch weitere Autoren auf diese Weise zum Erzählen bringt - eine uralte und im Post-Gutenberg-Zeitalter ganz neue Gattung hat er der Literatur schon geschenkt. --Badische Zeitung, 9. Oktober 2009
Der Nobelpreis für Herta Müller, das ist eine Sternstunde für die deutsche Literatur, aber auch eine Sternstunde für die Jury in Stockholm. Den allerbesten Zugang zu Herta Müllers Welt und zu Herta Müllers Literatur bietet in meinen Augen ein aussergewöhnlich intimes Hörbuch von Klaus Sander und Thomas Böhm: Die Nacht ist aus Tinte gemacht heisst es, Herta Müller erzählt darin von der Welt ihrer Kindheit im Banat, und erschienen ist es im Verlag supposé. --Denis Scheck, ARD Druckfrisch, 1. November 2009
Die leicht zögernde Silbenfolge, der Ost-Akzent, in dem Herta Müller vom bäuerlichen Leben und der Arbeit auf den randlosen sozialistischen Maisfeldern erzählt, machen ihre Worte beinahe physisch greifbar. Ein Kleinod der Erzählkunst. --NZZ am Sonntag, 1. November 2009
Mit Herta Müller hat nicht nur eine wahre Dichterin den Literaturnobelpreis bekommen, sondern auch eine fantastische Geschichtenerzählerin. Kühl, überlegt, ohne Schnörkel und Pathos und doch packend, öffnet sie uns mit klaren Worten den Deckel zu ihrer Schatztruhe der Erinnerung. Ein Hörerlebnis der einzigartigen Art! --NDR 1, 27. Oktober 2009
Herta Müller erzählt mit ihrer weichen Stimme, in der immer ein leises Erstaunen über die eigenen Erlebnisse mitzuschwingen scheint, in eindringlichen Bildern, die voll sinnlicher Unmittelbarkeit sind. Wenn sie von den Kleidern, den Spielen, den Möbeln und den Pflanzen berichtet, dann verschmelzen Gegenstand, Gefühl und Sprache auf eine Weise, die einen unweigerlich in die beklemmende Enge der dörflichen Welt hineinzieht. Die CD eignet sich wunderbar als Einstieg in ihr Werk, weil man mit dem Ton der lyrischen Präzision ihrer Weltbeobachtung vertraut gemacht wird. Davon abgesehen sind diese gesprochenen Erinnerungen in ihrer Verschränkung von Sprache und Nachdenken selbst ein kleines Kunstwerk spontanen Erzählens. --Kölnische Rundschau, 26. Oktober 2009
Eine so erhellende wie einnehmende Annäherung an Herta Müller und die Ursprünge ihrer Poetik. --Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. Oktober 2009
Der sicher beste Einstieg in das Werk der diesjährigen Nobelpreisträgerin. Mit diesem Hörbuch kommt man ihr so nah wie nur irgend möglich. --Ulrich Sonnenschein, hr2 Mikado, 4. Dezember 2009
Herta Müller erhält heute den Literaturnobelpreis. In der Berichterstattung seit Bekanntgabe der Wahl im Oktober wurde sie häufig als unerbittlich strenge und unnahbare Enthüllerin dargestellt. Die Nacht ist aus Tinte gemacht erzeugt einen ganz anderen Eindruck. Jetzt wo man weiß, dass sie als Kind Blumen aß, um selbst eine zu werden; dass sie Hühner schlachten konnte und in einem Akt der Verzweiflung das Familien-Akkordeon im Brunnen versenkte. Jetzt kommt sie einem vor: Wie eine Frau, die sich durch ihre Angst geschrieben hat. Eine Schriftstellerin, die nun nicht mehr alleine auf einem Herta-Müller-Planeten wohnen muss, sondern uns hat, die wir wissen wollen, wie es da zugeht. --Brigitte Neumann, Deutschlandradio Kultur, 10. Dezember 2009
Schon mit ihren ersten Sätzen löst Herta Müller einen unglaublichen Sog aus, muss man weiterhören, die ganzen 116 Minuten, ohne eine einzige Pause zu machen. Denn das atemlose Erzählen von ihrer Kindheit im Banat, in jenem abgeschiedenen Nitzkydorf in Rumänien, welches für sie der Inbegriff von Angst und Verlorenheit war, überträgt sich beim Hören. Von der ersten Sekunde an hat man Gänsehaut... --Kristine von Soden, Deutsche Welle, 13. Dezember 2009