Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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47 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
An Oberflächlichkeit kaum zu überbieten, 15. Dezember 2006
Oje. Zufällig habe ich dieses Buch entdeckt und aufgrund eines grundsätzlichen Interesses an BDSM wurde ich neugierig. Zunächst las ich die Rezensionen hier bei Amazon. Da war die Rede von "wirklicher, kraftvoller Literatur", einem "wahren Lesevergnügen" und selbst ein Vergleich mit Gabriel Garcia Marquez wurde bemüht. Also kaufte und las ich dieses Buch.
Und was soll ich sagen? Ich kann mich nicht erinnern, in den vergangenen Jahren etwas Misslungeneres gelesen zu haben. Die "schöngeistigen" Gespräche der beiden Protagonisten sind an Oberflächlichkeit kaum zu überbieten, und entsprechend zweidimensional bleiben sowohl die "dominate Rechtsanwältin" Hera als auch ihr schwärmerischer Millionär Purius. Kostprobe: "Zeitgenössische Kunst? Mon Dieu, die gefällt Ihnen wirklich? - Ja, die gefällt mir. Und zwar supergut!""
Die angeblich authentische Geschichte wirkt so glaubwürdig wie eine Folge der RTL-Serie "Hinter Gittern - Der Frauenknast". Und hier liegt das hauptsächliche Problem dieses Machwerks: Selbst wenn diese Anekdoten über den ach so dekadenten Millionär auf wahren Begebenheiten beruhen sollten, man kann und will sie einfach nicht ernst nehmen und ist nach all den Muränenbecken, mit Rubinen besetzten Mini-U-Booten, dem 70-Euro-Rotwein-"Fusel" aus dem Wasserhahn oder dem sonstigen Quatsch nur noch genervt.
Was den "BDSM-Faktor" angeht: Würde man den ganzen "Purius-Bullshit" weglassen und sich nur auf die Nähkästchen-Schilderungen Heras konzentrieren, würde sich der Umfang des Buches auf weniger als ein Viertel reduzieren. Und leider bietet dieser Rest denjenigen, die sich auch nur halbwegs mit der Materie auskennen keine neue Erkenntnisse geschweige denn lustvolle Anregungen.
Nachdem mich diese Pseudo-Literatur nach den letzten Seiten fassungslos zurückgelassen hatte, habe ich meine Frau "gezwungen", dieses Buch ebenfalls durchzulesen (vielleicht auch eine SM-Variante?), um mich gemeinsam mit ihr über "Hera" zu amüsieren. Ich befürchte aber, sie hat noch mehr gelitten als ich. Der einzige Trost sind die unzähligen unfreiwillig komischen Passagen und die immer noch vorhandene Ungewissheit, ob es die Verantwortlichen tatsächlich ernst mit diesem Buch meinten.
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Ein Alptraum, 18. April 2007
Ein schreckliches Buch! Was soll dieses Name- und Marken-Dropping und die permanente und völlig übertriebene Schilderung des ach so unermesslichen Reichtums des Hausherrn? Wie infantil! Und wen soll das bitte interessieren? Manchmal höchst unfreiwillig komisch, gerade weil sich dieses Buch so ungeheuer ernst zu nehmen scheint. nee nee ...
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Selten so ein schlechtes Buch gelesen..., 12. Dezember 2008
Kennt ihr dieses Gefühl, ein Buch nach der Lektüre vor lauter Frust über die verschwendete Zeit quer durch das Zimmer werfen zu wollen? So ging es mir nach langer Zeit mal wieder, als ich "Hera" las. Die Ich-Erzählerin ist eine Rechtsanwältin, die nebenbei als Domina arbeitet. Sie wird von einem Verehrer auf sein Anwesen eingeladen, um ein paar Tage mit ihm zu verbringen - rein platonisch. Der Mann stellt sich als mehrfacher Millionär heraus, ist ein hochintelligenter Schöngeist und lebt in einem Palast von aberwitzigem Prunk. Während ihrer Gespräche erzählt Hera ihrem Gastgeber Purius von ihrem Nebenjob als Domina und einzelne Episoden aus dem S/M-Studio. Diese erotischen Erzählungen sind auch das Einzige, was hier interessant ist und wurden immer wieder eingestreut, wohl um den Leser bei der Stange zu halten. Alles andere kann man unter dem Begriff "Müll" zusammenfassen, und das liegt vor allem an den endlosen Beschreibungen von Purius´ Protzpalast. Hier gibt es nichts, was es nicht gibt: Alles aus Gold und Marmor, lebende Apfelbäume in der Eingangshalle, ein pinkfarbener Sarg aus Zuckerguss, ein Wasserhahn, aus dem Rotwein fließt (wenn auch nur "billiger Fusel für 70 Euro die Flasche")....Noch nichtmal in Märchenbüchern konnte ich von so einem Prunk lesen wie hier. Und dann die Dialoge: Dieses schöngeistige wohlartikulierte Geschwafel kann ich mir beim besten Willen nicht in Wirklichkeit vorstellen. Kostprobe gefällig? "Aber geschätzter Abbé, seien Sie doch nicht so streng. Abgesehen davon, hängt nicht in Ihrem Obergeschoss versteckt ein Werk, und zwar kein unbedeutendes, von Herrmann Nitsch?" "Oh, ich gebe mich geschlagen, teuerste Mademoiselle, ich gebe mich geschlagen. Es stammt von Nitsch, es ist contemporary und es ist Kunst, große Kunst! Aktionismus - und gerade der Wiener Aktionismus - ist Kunst. Gut pariert, Mademoiselle, gut pariert!" Und von diesen Dialogen gibt es viele. Seeeehr viele. Eigentlich sind die beiden permanent am Reden, wenn sie nicht gerade die herrlichsten Köstlichkeiten genießen (z.B. Kaffee mit Goldstaub) oder Purius seinen Gast durch sein pompöses Schloss führt. Jeden Tag gibt es neue Räume zu entdecken, einer bizarrer als der andere. Alles an diesem Buch ist vollkommen übertrieben und unglaubwürdig, auch Hera selbst. Man stelle sich das vor: Sie ist Rechtsanwältin, Domina (beides recht zeitaufwändige Berufe, wie ich denke) und auch noch Filmproduzentin. Und natürlich ist sie überall spitze. Irgendwie findet sie auch noch die Zeit, ausgiebig mit ihren geliebten Hunden umherzutollen. Ihr Tag hat anscheinend mindestens 36 Stunden, oder sie lässt die lästige Schlaferei einfach weg. Ach ja - die ganze Geschichte soll tatsächlich wahr sein! Ich glaube ja vieles, aber das nicht, beim besten Willen. Dieses Buch ist einfach nur ärgerlich, da kann auch der wirklich interessante Einblick in die S/M-Szene nichts retten.
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