Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Merle Kröger macht Ernst mit viel Spass, 14. März 2007
Die Story dieses "Bollywood-Krimis", der in Bombay, Berlin und Schleswig-Holstein (!) spielt, ist - zumindest teilweise - längst von der Realität eingeholt worden, und das ist sicher ein Verdienst von Merle Krögers Imagination und guter Recherche-Arbeit. Es geht darum, dass der schwule Regisseur Cal den Auftrag bekommt, in Deutschland ein Bollywood-Musical zu produzieren. Ausgerechnet die Ex-Freundin seines deutschen Freundes Nick soll ihm dabei helfen. Mattie (oder "Madita", wie ihre Mutter sie nennt) ist Halb-Inderin und hat bis zu ihrer Bollywood-Mission ein Wanderkino betrieben, das von einer Horde wildgewordener Bundeswehrsoldaten zerstört wird. Einer der Soldaten wird später tot aus der Ostsee gezogen... Alles hängt mit allem zusammen, Verschwörungstheorien werden Wirklichkeit, aber vor allem gibt es viele und durchaus plakative Einsichten in die indische Popkultur, aber auch in die Welt der deutschen Außen- und Militärpolitik. Auch Themen wie Integration, Kampfkunst und Esoterik (in diesem Fall geht es um die OSHO Kommune in Pune) tauchen auf und werden in Neben- und Rahmenhandlung verarbeitet. Klingt anstrengender als es sich liest. Vielleicht vierzig der knapp vierhundert Seiten driften ab ins konstruiert-abstruse, aber langweilig wird es zu keiner Zeit. Also insgesamt eine klare Empfehlung (eigentlich 4 1/2 Sterne, aber eher Richtung fünf als vier). Die Autorin ist seit Jahren im Filmgeschäft tätig und weiss, worüber sie schreibt. Ihr Stil ist frisch und klar und leicht lesbar, aber keineswegs trivial. Es wird sicher nicht lange dauern, bis jemand einen (TV-)Film daraus macht oder doch mindestens ein schönes Hörspiel.
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5.0 von 5 Sternen
Exotisches Bollywood und norddeutsches Heimatgefühl, 16. Juli 2009
»Kyai!« ist der zweite Krimi der Filmemacherin Merle Kröger.
Merle Kröger trifft mit ihren Büchern das Lebensgefühl junger Erwachsener: ihre Ängste, ihre Wut, ihre Hoffnungen, ihre Suche. Und es ist ungemein tröstlich zu sehen, dass die Figuren gleiche Themen umtreiben wie einen selbst.
»Cut« und »Kyai!« sind zwei multikulturelle Krimis aus Deutschland, die mit feinem Gespür für innere menschliche Widersprüche ein Portrait drei junger Menschen entwerfen, die sich mit den »normalen« Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens herumschlagen: Wer will man sein? Wie will man leben? Wo will man hin?
Sie verlieren sich in ihrer Suche nach Identität, Liebe und eigenen Lebensentwürfen und stehen, nach jeder Enttäuschung, wieder auf - wenn manchmal auch nur aus Trotz. Dies kommt aber niemals kitschig oder offensichtlich, sondern immer subtil und authentisch.
Doch nicht nur die Hauptfiguren überzeugen. Mir gefällt das Panorama verschiedenster Charaktere, die vielschichtig und niemals platt oder klischeehaft daherkommen. Beide Bücher sind aus einer Vielzahl von Perspektiven geschrieben, durch die ein atmosphärisch dichtes und vollständiges Bild einer Welt entsteht, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat. In »Cut« wird dies durch Sequenzen verstärkt, die wie durch ein Kameraobjektiv manchmal Traum-, manchmal Realsituationen beschreiben und als Filmszenen vor dem inneren Auge ablaufen. Die zwei Romane spielen in Hamburg, Schleswig-Holstein, in Berlin und Bombay und zeigen, dass die Fragen, die junge Menschen beschäftigen, ob in Indien oder Deutschland, gar nicht so unterschiedlich sind und dass man vor ihnen nicht davonlaufen kann. Außerdem geht es um das Fremd- Sein und -Wahrgenommenwerden, aber nicht moralisch betroffen machend, sondern selbstironisch zum Nachdenken anregend.
Merle Kröger verbindet exotisches Bollywood mit norddeutschem Heimatgefühl. Und lässt das Dreiecksgespann durch politische Wirren, dunkle deutsche Geschichte, kleinere und größere menschliche Abgründe stolpern. Und ganz nebenbei hat sie auch noch einen wunderbar spannenden Krimi geschrieben.
Alle Leser, die, die Sehnsucht nach etwas kennen, wovon man nicht genau weiß, nach was, werden sich in diesen Büchern wiederfinden können. Darauf geben einem die Bücher zwar keine Antwort, aber sie zeigen, wie allzu menschlich diese Sehnsucht ist.
Und für alle, die »nur« eine spannende Story mit interessanten Charakteren wollen, ist auch gesorgt.
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