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Der Kaiser von China: Roman
 
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Der Kaiser von China: Roman (Gebundene Ausgabe)

von Tilman Rammstedt (Autor)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
  • Verlag: DUMONT Literatur und Kunst Verlag; Auflage: 1 (16. Oktober 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3832180745
  • ISBN-13: 978-3832180744
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 14,6 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (35 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 15.090 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Für einen Auszug sahnte er beim diesjährigen Bachmannwettbewerb in Klagenfurt den Hauptpreis der Jury und auch die Publikumsauszeichnung ab. Und in voller Länge taugt Tilman Rammstedts zweiter Roman sogar noch für viele Preise mehr: "Der Kaiser von China" ist ein unglaublich temporeicher und fantasievoller Roman, hinter dem man eigentlich einen US-Autoren vermuten würde. Wie John Irving in seinen besten Zeiten erfindet der in Berlin lebende Bielefelder aberwitzige Szenen und Handlungsschwenker, und legt dabei trotz aller Komik genug melancholisches Feingefühl zwischen die Zeilen, um jeden Leser das Herz zu brechen. Gemeinsam mit vier vermeintlichen Geschwistern wächst Rammstedts Ich-Erzähler Keith bei seinem Großvater und ständig neuen, immer jünger werdenden Großmüttern auf. Als die Enkel dem Opa zum Geburtstag eine Reise schenken, soll Keith ihn begleiten. Doch weil der Großvater als Ziel China wählt, kneift Keith und verspielt statt dessen das Urlaubsgeld. Aus Trotz bricht der Großvater allein auf, er schickt Keith Ansichtskarten aus China, die jedoch den Poststempel kleiner Käffer im Westerwald aufweisen - und stirbt. Jetzt muss wiederum Keith ein Lügengeflecht erspinnen, um die Veruntreuung des Reisegelds vor den Geschwistern zu vertuschen: Er verheimlicht den Tod des Großvaters, versteckt sich tagelang unter seinem Schreibtisch und schreibt von dort gefakte Briefe, in denen er von einen abenteuerlichen Chinareise berichtet, die er gemeinsam mit dem Großvater erlebt. Nach und nach verdrängen Keith Fantasien die erzählte Realität, und je mehr Rammstedt über die Stränge schlägt, desto besser unterhält der Roman, ohne auch nur ein einziges Mal in platten Slapstickhumor abzurutschen. (cs)


Pressestimmen

[...]"Der Kaiser von China" lebt nicht nur von seinen kraftvoll-subtil gezeichneten Charakteren und seinem sprühend-klugen, bizarr-komischen Humor, sondern auch durch seine rezeptive, feinsinnige und ideenreiche Sprache, unter deren vordergründiger Unbeschwertheit, eine unerwartete Ernsthaftigkeit und Dramatik liegt.[...] --literature.de, Dezember 17, 2008

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40 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Kaiserlich-chinesisches Lesevergnügen, 25. Oktober 2008
Normalerweise verhält sich das ja so, dass, hat man sich monatelang auf das vielversprechende Buch des neuen Sternes am deutschen Schriftstellerhimmel, einen Kinofilm des gefeierten französischen Filmemachers oder ein Album der britischen Lieblingsnewcomerband gefreut, die Enttäuschung fast garantiert ist.
Rammstedts sehnsüchtig erwarteter, preisgekrönter neuer Roman übertrifft nun jedoch meine gesamten hoffnungsvollen Erwartungen mit Leichtigkeit.
Die (eigentlich dramatische) Geschichte von Enkel und Großvater ist so wahnwitzig und verrückt und sprühend an Ideen, dass ich das Buch bis zur letzten Seite nicht mehr aus der Hand gegeben habe, ungeachtet der erstaunten bis verächtlichen Blicke der mich umgebenden Bevölkerung, wenn ich in U-Bahn, Fußgängerzone oder Bäckerei immer wieder in schallendes Gelächter ausbrach.
Neben genau und kritisch beobachteten und gleichzeitig ungemein liebevoll kreierten Charakteren verwöhnt Rammstedt seinen Leser mit einer wundervoll feinfühligen Sprache, einer Sprache, die vordergründig unbeschwert und leicht daherkommt, aber in ihren Tiefen ernsthaft und dramatisch ist, einer Sprache, mit der so ideenreich gespielt wird, dass es eine wahre Freude ist.
Auch wenn die charmante Rahmenhandlung keine größeren Überraschungen bietet, steigern sich Rammstedts bizarr-komische, höchst überzeugend gelogene Episoden aus dem angeblich so fernen China in unaufhaltsamer Geschwindigkeit und Originalität bis zu dem viel zu früh eintretenden furiosen Ende, das einem chinesischen Feuerwerk ziemlich gleich kommen muss und das mich fast schon atemlos zurück lässt.
Und nun? Monatelanges Warten auf den nächsten Roman von Tilman Rammstedt...
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23 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Gut, aber für Rammstedt-Verhältnisse durchschnittlich., 4. November 2008
Nach monatelangem Warten auf Tillmann Rammstedts drittes Werk, überbrückendem Dritt- und Viertschmökern in *Erledigungen vor der Feier* und *Wir bleiben in der Nähe* bin ich nun eher enttäuscht. Ich habe *Der Kaiser von China* nicht in einem Ruck verschlungen wie die Vorgänger. Zwischenzeitlich lag das Buch sogar einige Tage in der Ecke.

Ansatzweise blitzt an manchen Stellen Rammstedts bekannter und geliebter Sprachwitz durch, manchmal auch seine Wortdrechseleien und unverwechselbaren Aufzählungen. All die Dinge, die seinen Werken bis jetzt außergewöhnlichen Charme gegeben und weitschweifige Handlungen überflüssig gemacht haben. Leider geschieht dies in seinem 3. Buch viel zu selten und wenn, dann auch nur ansatzweise.

Die Handlung gestaltet sich durchaus farbenfroh und mit interessanten Ideen, doch wer einem typischen *Rammstedt* entgegengefiebert hat, wird enttäuscht sein. *Der Kaiser von China* stellt ein Machwerk dar, welches vermutlich vor allem bei früheren Rammstedt-Kritikern Anklang finden wird.

Ihm ist ein immernoch überdurchschnittlich gutes Buch gelungen, doch es fehlen die kleinen Details, wahnwitzigen Übertreibungen, die Sprachvielfalt, die Wortspielereien, die Rammstedt in den Weiten des Bücheruniversums unverwechselbar gemacht haben. Es fehlt seine liebenswerte Art banale Kleinigkeiten gekonnt und überaus intelligent breit zu walzen, ohne je Langweile aufkommen zu lassen. Es fehlt der Tillman im neuen Rammstedtbuch.

Herausgekommen ist ein gut lesbares, massenkonformes Buch für die Reisetasche oder den Nachttisch, aber keine sprachliche Creme-Brullèe inmitten allgemeiner Fast-Food-Machwerke.

Also leider nur eine durchschnittliche Bewertung für einen meiner absoluten Lieblingsautoren. Ich hoffe auf sein viertes Werk.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein intelligentes und virtuoses Lesevergnügen, 5. Juli 2009
Von kfir "lies-und-lausch.de" (Langenbach, Oberbayern, Zonenrandgebiet zu Niederbayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)   
Keith Stapperpfennig ist so was wie der geborene Verlierer. Er lebt mit seinen mutmaßlichen vier Geschwistern bei dem verschrobenen Großvater, von den Eltern ist wenig bis gar nichts bekannt. Zum runden Geburtstag schenken die Geschwister dem schon seit Ewigkeiten sterbenden Großvater eine Urlaubsreise, die Keith zu allem Überfluss auch noch alleine mit ihm antreten soll. Als ausgerechnet China als Reiseziel auserkoren wird, streikt Keith. Während der frustrierte Großvater alleine in den Westerwald fährt, verzockt die Urlaubskasse und verkriecht sich für Wochen unter seinen Schreibtisch. Als der Großvater dann im Westerwald verstirbt, muss ganz dringend ein Plan her. Und als er sich nicht mehr zu helfen weiß, übernimmt er die verhasste Angewohnheit des Grßvaters: Er lügt, dass sich die Balken biegen. In fiktiven Briefen berichtet Keith den Geschwistern von ihrem Urlaub in China ...

Tilman Rammstedt lässt uns teilhaben am Leben des schrulligen und bis an die Grenzen bösartigen Großvaters, der seine Enkel bis aufs Blut triezt, ihnen derbe Streiche spielt und sie öffentlich so ziemlich jeder Peinlichkeit aussetzt. Sein Gegenstück ist Keith, irgendwann einmal als "Lieblings-Enkel" auserkoren, der stets die meisten "Späße" abbekommt. Diese Kombination bietet dem Leser höchstes Lesevergnügen, zumal sich Keith in Ermangelung einer andern Familie in sein Schicksal fügt und einem Loser gleich alles über sich ergehen lässt. Doch mit seinem Widerstand gegen die Reise mit dem Großvater nimmt die Geschichte eine zugleich komische wie tragische Wendung.
Tilman Rammstedt treibt die Szenen in einem selten gekannten Tempo von einer Absurdität zur nächsten, setzt Irrwitz und Originalität immer neue Kronen auf. Dennoch bleibt er mit den zahllosen Details dabei aber immer erschreckend nachvollziehbar realistisch. Diese dem Slapstick nicht unähnliche überzeichnete Geschichte reißt den Leser mit seinem Tempo förmlich mit sich. Trotz der zahllosen Gags und Wortwitze bleibt die dramatische Großvater-Enkel-Beziehung stets präsent und spannend, dass man der Auflösung der Geschichte zunehmend entgegen fiebert. Am Ende gelingt Tilman Rammstedt das Kunststück in seinen Ideen, der Schreibweise und seinen Pointen das Niveau bis zum letzten Satz gleichmäßig hoch zu halten. Überhaupt schafft es der Autor den erstaunlichen Spagat mit leichten Worten große Gefühle und kluge Gedanken zu transportieren.

Ein unheimlich komischer und absurder Roman, ein intelligentes und virtuoses Lesevergnügen, welches noch länger nachhallt.
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