Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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60 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
gäbe es doch mehr Sterne zu vergeben, 30. Januar 2008
Anfang der 50iger Jahre werden in der Sowjetunion immer wieder ermordete und grausam verstümmelte Kinder aufgefunden, die alle die gleichen Merkmale aufzeigen, der Magen wurde herausgeschnitten, die Leichen haben eine Schnur um das Fußgelenk und den Mund voller Erde und Baumrinde.
Da es aber im real existierenden Sozialismus keine Kriminalität gibt, weil ja alle Leute zufrieden sind, da sie alle gleich behandelt werden und somit keinen Grund haben kriminell zu werden,werden die ersten Kinderleichen zu Unfallopfern erklärt, oder aber man findet sehr schnell einen Täter, der abgeurteilt wird, um das Ganze nicht public zu machen.
Nur Leo, ein linientreuer Geheimdienstler,scheint diese Vertuschungstaktik zu durchschauen. Er versucht, nachdem er von einem Kollegen denunziert und zu einem kleinen Milizangestellten degradiert, in einen kleinen Ort abkommandiert wurde,dem Serientäter auf die Spur zu kommen.Dabei bringt er nicht nur sich selbst in Gefahr, sondern auch seine Frau und seine Familie haben unter seiner Abtrünnigkeit vom Regime zu leiden.
Dieses Buch, das in der Stalin-Ära und Post-Stalin-Ära spielt,ist nicht nur ein fantastisch spannender Thriller, sondern zeichnet auch ein sehr genaues Bild der politischen Situation in Russland zu dieser Zeit. Bespitzelung und Denunziation, aber auch die desillusionierte Bevölkerung und die allgegenwärtige Angst dieser Zeit, sind auf jeder Seite spürbar.
Dieses Buch ist jedem zu empfehlen, der sich für Geschichte interessiert und einen guten Thriller schätzt.
Es wäre schön,wenn dieses Buch eine breite Leserschaft finden würde, denn es ragt aus dem großen Angebot an Thrillern heraus und verdient es berühmt zu werden.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein starker Thriller: Packend - Spannend - Brisant, 19. März 2008
Moskau im Jahre 1953. Die Leiche eines Kindes wird auf den Bahngleisen gefunden. Es besteht kein Zweifel, der Junge wurde ermordet.
Leo Demidow, ein ehemaliger Kriegsheld und hoher Offizier des NKWD, soll sich um den Vorfall kümmern. Doch die Ermittlungen bestehen nicht darin den Fall aufzuklären, sondern den aufgebrachten Vater und dessen Behauptungen, es sei Mord, zum Schweigen zu bringen und die Augenzeugen einzuschüchtern. Denn im existierenden Sozialismus gibt es keine Verbrechen. Diese Vermutung darf nicht einmal ausgesprochen werden. Somit wird der Tod des Kindes als Unfall erklärt.
Kurz danach wird Leo vom MGB beauftragt seine eigene Frau zu überwachen. Sie soll als Spionin für den ausländischen Geheimdienst arbeiten. Als er sich weigert sie zu denunzieren fällt er in Ungnade, wird degradiert und zur Miliz nach Wualsk versetzt. Dort wurde gerade in der Nähe der Bahngleise, die Leiche eines jungen Mädchens gefunden.
Als Leo das gleiche Muster erkennt, beginnt er, heimlich, auf eigene Faust zu ermitteln und stößt dabei auf eine unzählige Reihe von Morden. Doch der Staatssicherheitsdienst kontrolliert jeden seiner Schritte und Zuwiderhandlungen werden gnadenlos bestraft. Leo, seine Frau Raisa und jeder der ihnen auch nur ansatzweise hilft, bringt sich in tödliche Gefahr...
Die Geschichte spielt in einer Zeit in der die Menschen in Angst und Armut lebten. Folter, Zwangsarbeit in den Gulags und Morde sind alltäglich und gut versteckt unter dem Deckmantel des Systems der Stalinzeit. Jeder denunziert jeden nur um selbst zu überleben. Schon allein diese Erzählungen am Rande der Hauptstory sind sogleich aufreibend wie auch packend. Es lässt den Leser erahnen, unter welchen bedrohlichen Bedingungen und Umständen die Menschen damals lebten.
Ein brillanter Thriller, der dem Leser sowohl spannungsmäßig wie auch emotional den Atem nimmt.
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68 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Schwer zu verkraften!, 20. Februar 2008
"Kind 44" ist auf dem Weg zum Weltbestseller.
Das ist insofern eine Überraschung, weil Tom Rob Smith eine Geschichte erzählt, die für die meisten Leser sicher nicht leicht zu verkraften ist.
Rund um eine ziemlich konstruierte Thriller-Handlung berichtet er eindringlich und glaubwürdig von einer vollkommen mundtot gemachten Gesellschaft, die von verkommenen, perversen und grausamen Bespitzelungssystemen beherrscht wird.
Kurz vor Stalins Tod, im Winter 1953, nimmt diese Geschichte ihren Anfang.
Auf Moskauer Bahngleisen wird eine grausig zugerichtete Kinderleiche gefunden. Der Vater des Jungen wendet sich mit seinem Mordverdacht an seinen Vorgesetzten, den Geheimdienstler Leo, der sich im System zwar zurechtgefunden hat, aber spürt, dass seine Glaubwürdigkeit angezweifelt wird. Tatsächlich gerät Leo selbst ins Fadenkreuz interner Ermittlungen und soll seine Frau ans Messer liefern. Da er sich weigert, wird er schließlich degradiert und erhält einen Milizposten in der Provinz.
Dort wird er mit einem ganz ähnlichen Verbrechen konfrontiert und ahnt nun, das ein Serienmörder völlig unbehelligt sein grausames Werk fortführt. Unter schwierigsten Bedingungen, immer in der Angst, entdeckt und verraten zu werden, führt Leo nun seine Ermittlungen durch. Dabei vollzieht er selbst eine persönliche Wandlung.
Mithilfe seiner Frau gelingt ihm schließlich die Klärung des Verbrechens, doch den Preis, den er dafür zahlen muss, ist sehr hoch.
Denn auch der Täter hat in Leos Leben eine längst vergessen geglaubte Rolle gespielt...
Die Wandlung des Leo ist das einzig tröstliche an diesem Buch -- anderenfalls wäre es noch viel weniger auszuhalten gewesen.
Tom Rob Smith hat ein Buch geschrieben, das sicher eine Menge ausrichten kann!
Er schildert eindringlich, wie ein Überwachungsstaat funktioniert.
Die stalinistische Sowjetunion war ein mehr als unwirtlicher Ort, in dem nicht nur das nackte Überleben für die Menschen einen tagtäglichen Kampf bedeutete. Wie wenig es braucht, Menschen zu brechen und zu welchem Luxus persönliche Integrität in einem solchen System wird, ist die eigentliche Botschaft dieses Romans.
Und wenn das Transportmittel einer solchen Message eine manchmal nicht ganz schlüssige Krimihandlung ist, ist das durchaus verzeihlich!
Ein starkes Buch!
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