Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Glücksmaximierung in Zeiten der Krise, 21. April 2009
Nicht nur die Weltwirtschaft befindet sich in der Krise, sondern auch Schwester Helga, eine bezaubernde Krankenschwester, die sich die "caritas" auf die Fahnen geschrieben und sich in den mikroökonomiebesessenen Chefarzt Dr. Robert Sanden verliebt hat. Nach einem tragischen Unfall ihres Neffen muss sie allerdings einsehen, dass es mit der Menschlichkeit des Doktors nicht so weit her zu sein scheint. Zutiefst erschüttert ob dieser Erkenntnis versucht sie sich den Arzt aus dem Kopf zu schlagen, was ihr allerdings nicht gelingt. Stattdessen stürzt sie sich auf die Mikroökonomie, ihre ärgste Rivalin, die Dr. Sandens Herz erobert hat. Und das Schicksal nimmt seinen Lauf...
Hier wird ein Thema, das alles andere als trivial ist, auf eine mehr als ungewöhnliche Weise angegangen. In Form eines "Schundromans" führt Thomas Hönscheid uns in die Mikroökonomie ein. Ich bin kein Wirtschaftswissenschaftler und strebe auch kein Studium in diesem Bereich an und trotzdem hat mich das Buch sofort interessiert. Einfach weil die Idee so witzig ist und ich mich auch als Laie für Wirtschaft interessiere. Und ich muss sagen, dass ich von der Lektüre auf alle Fälle profitiert habe. Ich bin nun zwar nicht zu einem Experten für Mikroökonomie geworden, aber einiges konnte ich schon lernen. Außerdem wurde mein Interesse für das Thema geweckt. Ich hab mir sogar schon den einen oder anderen Titel, der im Buch erwähnt wird, bestellt (z.B. "Die Theorie der feinen Leute"). Das Buch macht wirklich Lust auf VWL und eignet sich sicherlich als Motivation für Studierende dieses Faches oder für alle, die sich mit dem Gedanken tragen, ein solches Studium aufzunehmen.
Einen Stern Abzug gibt es übrigens, weil einige Passagen etwas arg konstruiert wirken, was sicherlich in der Absicht des Autors liegt, aber mich bisweilen etwas genervt hat. Alles in allem hatte ich aber eine Menge Spaß beim Lesen.
Empfehlenswert!
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26 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Gut gemeint, aber nicht ganz gelungen, 6. März 2009
An welches Publikum Thomas Hönscheid beim Schreiben seines originellen wirtschaftswissenschaftlichen Dreigroschenromans gedacht hat, geht aus dem Klappentext nicht hervor. Weiß es der Autor selber nicht und verzichtet deshalb auf eine Einleitung oder ein Nachwort? Formal gesehen könnte der Arztroman eine Parodie sein. Aber worauf? Will der diplomierte Volkswirt die Trivialliteratur, die Volkswirtschaftslehre, das Gesundheits- oder Bildungswesen parodieren? Ist es eine späte Abrechnung mit seinen Examinatoren? Oder will Thomas Hönscheld sowohl Laien als auch Studenten auf diese Weise die Mechanismen der freien Marktwirtschaft erklären? Verkaufszahlen und Leserreaktionen werden zeigen, ob diese Gratwanderung glückte. Ich bin jedenfalls der Meinung, der Autor sei abgestürzt. Auch weil er wie viele andere vor ihm die Textsorte Trivialliteratur offenbar unterschätzt. Wie ich selber in jungen Jahren erfahren musste, ist es gar nicht so einfach, einen Dreigroschenroman zu schreiben, der bei den Liebhabern dieser Gattung ankommt. Und wenn dann ein junger smarter Märchenprinz in der Frühlingssonne ziemlich unmotiviert wirtschaftswissenschaftliche Vorlesungen hält, wirkt das konstruierter als jede leidenschaftliche Kitschbeziehung zwischen Chefarzt und Stationsschwester.
Wo normalerweise unheilvolle Zeichen auf kleine menschliche Dramen hinweisen, deuten sie in diesem Roman auf den nächsten Theorieschub hin. Hätte der Autor wenigsten eine Figur geschaffen, die das akademische Geplapper als praxisfremd entlarvt oder zumindest in die Alltagssprache übersetzt, wäre der kritische Bezug zum deutschen Gesundheitswesen und zum Gehabe akademischer Wirtschaftsweisen etwas deutlicher geworden. Aber so wie der Versuch von Thomas Hönscheid konstruiert ist, muss der Leser permanent überlegen, was nun parodistisch oder ernst gemeint ist. Zuzugeben, dass mir dies oft nicht gelang, ist mir jedenfalls nicht peinlich.
Mein Fazit: Die Textsorten Dreigroschenroman und Sachbuch unter einen Hut zu bringen, ist sehr viel schwieriger, als Thomas Hönscheid offenbar annimmt. Schwestern schmachten, Kinder plappern, Mütter nerven und Chefärzte Indifferenezkurven oberaffengeil finden lassen, macht beim Schreiben sicher riesig Spaß. Doch davon bleibt für den Leser wenig übrig, wenn er sich dauernd fragen muss, ob er noch auf dem Pausenhof herumtollen darf oder schon wieder im Schulzimmer sitzen soll. Zwei Sterne der Bewertung sind für den Mut des Autors, ein Stück zu schreiben, das auf zwei verschiedenen Bühnen aufgeführt wird.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Innovation der Wissensvermittlung, 13. April 2009
Thomas Hönscheid beschreibt in diesem tollen Roman mit einer gekonnten Selbstironie über den Werdegang von Schwester Helga, um die Theorien von den wichtigsten Wirtschaftswissenschaftlern der letzten Jahrhunderte gekonnt didaktisch dem Leser näher zu bringen. Jeder Student, der von trockenen Lehrbüchern über Mikroökonomie genug hat, wird dem Autor über diese Innovation von Wissensvermittlung dankbar sein. Auch der Wirtschaftsleihe wird lernen, wie wichtig die ökonomischen Verhältnisse auch im Alltag sind, und wird seinen Horizont weitern können, um die Verhältnisse auf dem Weltmarkt zu verstehen nicht zuletzt die, der Wirtschaftskrise.
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