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' Positives Denken' macht krank. Vom Schwindel mit gefährlichen Erfolgsversprechen
 
 

' Positives Denken' macht krank. Vom Schwindel mit gefährlichen Erfolgsversprechen (Gebundene Ausgabe)

von Günter Scheich (Autor), Klaus Waller (Autor)
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (32 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 209 Seiten
  • Verlag: Eichborn Verlag Ag (Januar 2002)
  • ISBN-10: 3821805048
  • ISBN-13: 978-3821805047
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (32 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 140.739 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

"Positives Denken macht krank!" Diese provozierende These richtet sich nicht gegen gutgelaunte, optimistisch ins Leben blickende Mitmenschen, sondern vielmehr gegen jene "psychologische" Schule, die uns einreden will, wir brauchten nur positiv zu denken und schon stelle sich Erfolg, Reichtum und Wohlbefinden ein. Der Psychotherapeut Dr. Günter Scheich zeigt in seinem Buch an einer Reihe von Beispielen, warum die zahlreichen Heils- und Erfolgsversprechen gar nicht eingelöst werden können und daß sie antriebsarmen, ängstlichen oder depressiven Menschen zum Schaden gereichen.


Auszug aus ' Positives Denken' macht krank. Vom Schwindel mit gefährlichen Erfolgsversprechen. von Günter Scheich. Copyright © 1997. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Das "positive Denken" ist eine ausgesprochen totalitäre Methode, die den Menschen in die Verkrampfung führt, weil er sich einem Motto unterwerfen soll, das nicht zu realisieren ist. Es handelt sich hier um die Diktatur des optimistischen Denkens, um die Diktatur der Ideale und des Erfolgs, des Reichtums, der Schönheit und des Könnens, des Gewinnens, des Gutseinmüssens - hier haben wir eine Welt, wie George Orwell sie beschrieben hat, vor Augen. So wie uns die verschiedenen Religionen über Jahrhunderte ihre Weltsicht aufdrücken wollten und dabei Millionen von Menschen ins Unglück stürzten, so sind es heute esoterische Lehren wie die des "positiven Denkens", die mit Hilfe einer Schmalspurpsychologie als Religion des Erfolgs und der dauerhaften Harmonie, als Religion des Reichtums und der absoluten Glückswerte auftreten und Unheil stiften. Die einzigen, die von dieser Methode profitieren, sind die Propheten und ihre propagandistischen Nachahmer selbst, indem sie Millionen-Honorare für die von gutgläubigen Zeitgenossen gekauften Bücher kassierten und kassieren, indem sie unzählige Seminare und Vorträge gegen Cash abhalten. ... Hat man diese Botschaft akzeptiert, dann ist man offensichtlich auch bereit, in vorgegebenen, ja fast befohlenen Bahnen zu denken. Denn einer der Kernpunkte der Lehre vom "positiven Denken" ist, daß den Bedürftigen die Gedanken verordnet werden. Höchstes Ziel ist das Ausschalten jeden Zweifels ("Gestatte deinen Gedanken nicht, sich Mißerfolge auszumalen...") und die Installation einer neuen Persönlichkeit: "Strengen wir uns an, bis wir wirklich erfaßt haben, daß es uns möglich ist, durch unsere Geisteshaltung unsere Zukunft positiv zu beeinflussen und zu gestalten. Schaffen wir in unserer Vorstellungskraft ein erfolgreiches Bild unserer Persönlichkeit, halten wir daran fest, bis es Wirklichkeit wird", so Norman Vincent Peale. Bei dieser Form von "Therapie" handelt es sich um nichts anderes als ein Zwangssystem. "Beginnen Sie sofort damit, Ihre Gedanken einer gewissen Kontrolle zu unterwerfen", befiehlt Erhardt F. Freitag seinen Lesern. "Verbannen Sie jede negative Überlegung und jeden Zweifel." Kein Wunder, daß eine solche Aussage unwillkürlich an die sogenannten Psychosekten denken läßt. Der "deutsche Murphy" bemüht nicht nur an mehreren Stellen Baghwan Shree Rajneesh, sondern sogar den Begründer der Scientology-Sekte: "'Alles Glück, das du findest, liegt in dir', sagte einmal L. Ron Hubbard..." - und Freitag zitiert es zustimmend. Die Leser sollen dazu gebracht werden, genau so zu fühlen und zu handeln, wie es die Verkünder dieser Lehre vorschreiben... In der Konsequenz ist dies ein Versuch der Gehirnwäsche. Denn im Grunde genommen wird der Leser seiner Identität, seinere Persönlichkeit beraubt. Seine Erfahrungen und seine Geschichte, alles, was ihn zu dem gemacht hat, was er heute ist, wird ihm weggenommen.


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32 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Es gibt kein perfektes System in der Dualität, 8. August 2003
Diese Rezension stammt von: 'Positives Denken' macht krank (Taschenbuch)
Einerseits ist das Märchen vom ausschließlich positiven Denken tatsächlich kaum zu realisieren. Der krampfhafte Versuch, ausschließlich positiv zu denken führt zu einem inneren Konflikt aus Wollen und nicht können. Dies gilt sicher für die meisten Menschen, denn tatsächlich sind viele Aspekte unserer Psyche nur schwer oder überhaupt nicht zugänglich oder gar kontrollierbar. Wir leben nun mal in einer Welt der Dualität und der Verstand, das Denken sind Bestandteile dieser Welt. Nichts kann ohne sein Gegenteil existieren, keine Kraft ist ohne Gegenkraft. Dass die Begründer des Positiven Denkens versuchen, einen Idealzustand zu verwirklichen, liegt in ihrer ursprünglichen Motivation, die überwiegend im religiösen Umfeld zu finden ist. Auch dort wird nämlich ein Idealzustand als Vorbild hingestellt, den jedoch der gewöhnliche Sünder nicht erreichen kann. Was bleibt, ist ein innerer Konflikt, der umso stärker wird, je mehr man sich bemüht, dem Ideal zu entsprechen. An diesem inneren Kampf kann man tatsächlich zerbrechen. Insofern ist die Absicht des Autors, Aufklärungsarbeit zu leisten, durchaus zu begrüßen. Ähnliches gilt für die Bereiche Werbung, Marketing und im Berufsleben: Auch hier werden permanent Idealzustände angestrebt, die unrealistisch sind und an denen immer mehr Menschen zerbrechen.

Andererseits ist auch Kritik an dem Werk angebracht. Der Autor erstellt in seinem Buch ein völlig verzerrtes Bild, allein schon dadurch, dass er kategorisch im Titel behauptet, dass positives Denken krank macht. Tatsächlich sind alle seine Fallbeispiele, die er für seine Beweisführung heranzieht, Persönlichkeiten, die anscheinend schon lange bevor sie sich mit dem Positiven Denken beschäftigt haben, psychisch krank waren. Überhaupt betrachtet der Autor das ganze Thema nur durch die Brille seiner wissenschaftlich-therapeutischen Schulung und nur anhand von psychisch gestörten Menschen, für die natürlich eine Psychotherapie dringend erforderlich ist, daran besteht kein Zweifel. Die anderen einigermaßen normalen Menschen lässt er jedoch im Regen stehen und bietet ihnen keine wirkliche Alternative zum Positiven Denken an. Oder sollen in Zukunft alle Menschen, die sich selbst ein wenig motivieren wollen, zum Psychotherapeuten gehen? Außerdem macht er im umgekehrten Fall das Gleiche wie die von ihm kritisierten Autoren: Er lässt niemanden zu Wort kommen, der möglicherweise aus dem Positiven Denken einen Gewinn gezogen hat. Es gibt für ihn nur ausschließlich negative Beispiele - so wie es für die Propheten des Positiven Denkens nur positive Beispiele gibt.

Außerdem entwertet der Autor religiöse Gefühle wie beispielsweise Gottvertrauen, Verbundenheit mit dem All usw. als diffuse Versprechungen - wahrscheinlich auch deshalb, weil er auf diesem Gebiet aufgrund seiner einseitig wissenschaftlichen Ausrichtung, selbst über keinerlei Referenzerlebnisse verfügt. Jedenfalls müssen solche Gefühle nicht automatisch zu einem totalen Realitätsverlust in dieser Welt führen.

Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte. Positive Motivation - egal, ob aus dem religiösen Umfeld oder aus der neueren und etwas marktschreierisch amerikanischen Methode des Positiven Denkens kann für den gesunden Menschen durchaus hilfreich sein. Es ist nämlich durchaus möglich, eine negative Emotion durch selektive Steuerung der Aufmerksamkeit und durch einen positiven Selbstbefehl zu neutralisieren und dadurch den „inneren Schweinehund" zu überwinden. Jemand der beispielsweise Angst davor hat, vor einer Gruppe zu sprechen, wird gut daran tun sich zu entspannen und sich den positiven Verlauf seines Vorhabens vorzustellen. Hierzu kann er sehr wohl - sozusagen als flankierende Maßnahme - sich selbst gut zureden, indem er sich sagt: „Es wird mir schon gelingen, ich schaffe das und habe den Mut, mich dem Ereignis zu stellen". Was soll er denn sonst tun - etwa sich den Ängsten überlassen und die Sache aufgeben?

Es ist auch zweifelhaft, ob Kranke, die den Umweg über das Positive Denken zur Therapie gegangen sind, tatsächlich direkt damit in Berührung gekommen wären. Zu sehr wird - gerade hier in Deutschland - der Begriff der Psychotherapie in der Allgemeinheit gleichgesetzt mit Psychiatrie und Geisteskrankheit. Kaum jemand, der sich für normal hält (weil er ja gar nicht erkennt, dass er Hilfe benötigt), wird diesen Weg gehen wollen, wenn er es irgendwie vermeiden kann. Viel wahrscheinlicher ist es, dass er erst mal einen schnellen Weg (Alkohol, Tabletten, usw.) sucht, um seine Probleme in Schach zu halten. Hier müsste die Psychologie und die Psychotherapie daran arbeiten, ihr Image in der Öffentlichkeit zu verbessern. In der Regel jedoch muss der Hilfebedürftige von einer Notwendigkeit zur Therapie von Außen überzeugt werden.

Abschließend sei gesagt, dass es sich durchaus lohnt dieses Buch zu lesen. Es ist als Gegengewicht zur Masse der hochfliegenden Enthusiasten gemäß dem Gesetz der Dualität unbedingt notwendig, aber immer gemäß dem Grundsatz, dass es genauso falsch ist zu sagen: „alle Macht der Wissenschaft", wie es falsch wäre zu sagen: „alle Macht den Träumern".

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29 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Buch gegen Dummheit und Unwissenheit, 13. Januar 2002
Von Christoph Kraemer (Regina, SK, Kanada) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Diese Rezension stammt von: 'Positives Denken' macht krank (Taschenbuch)
Dieses Buch polarisiert, wie es die unterschiedlichen Kritiken hier auch zeigen. Der Autor ist NICHT gegen das positive Denken. Vielmehr prangert er an, wie mit geschicktem Spiel von Psychologie die Unwissenheit vieler Menschen schamlos ausgenutzt wird. Es werden künstliche Konstrukte geschaffen, die den Lesern vorgaukeln, persönliche und menschliche Schwächen durch bloßes Denken beheben zu können. Es wird ein Zwang zu positivem Denken erzeugt, dem viele auf Dauer gar nicht standhalten können, weil es einfach nicht ihrer Persönlichkeit entspricht: Können kommt von Kennen und nicht bloß von Denken. Meiner Meinung nach ist es schon bezeichnend genug, wie viele Menschen (oftmals sind es dann auch die Anhänger solcher Motivationskünstler) ihre Motivation von Dritten beziehen müssen. Damit haben sie ihre Persönlichkeit bereits abgegeben und sind fremdgesteuert. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Person und die Akzeptanz von Stärken und Schwächen ist für ein gesundes Maß an Selbstbewußtsein die bessere Vorrausetzung für den eigenen Erfolg. Aber mit der Unwissenheit und Dummheit der Leute ließ sich ja schon immer vortrefflich Geld verdienen........
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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die Kommentare sprechen für sich ;-), 9. Juli 2006
Von Ralf N. "ranis999" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)   
Nach der Lektüre des Buches und (danach) der ersten 28 Kommentare zu diesem Buch fügten sich die Teile zum Ganzen.
Da die Menschen unserer Gesellschaft (also des 'Sozialkapitalismus') mit vielen Problemen des täglichen Lebens nicht klar kommen, haben Höller und Co gute Chancen diese Menschen 'einzufangen'. Das es funktioniert zeigen uns viele Bücherregale bei Freunden, Bekannten und Nichtbekannten. Irgendwo steht immer ein Carnegie oder Schäfer herum. Und viele werden auch die schnellen 'Erfolgsregeln' angewandt haben. Die meisten werden nach kurzer Zeit diese Bücher zu den Akten legen und das war's. Ein kleiner Teil jedoch klammert sich an die Mythen der Erfolgreichen, welche von den Problemen der Menschen leben aber nicht weil sie so toll erfolgreich sind.
Dieses Buch räumt auf dem Kasperletheater der Erfolgswahrsager und ist sehr bodenständig dabei geblieben. Muss man gelesen haben (müsste eigentlich Pflichtlektüre für alle Höller/Schäfer/Carnegiejünger sein ;-)
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1.0 von 5 Sternen Töricht, ignorant und anmaßend - da schleich sich der Scheich

Was für ein ignorantes und damit unkluges Buch. Nicht nur, dass ein extremer Negativist glaubt, über das Positive schreiben zu können, nein es ist auch noch plumpe... Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von FrankS veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Genial!
Finde dieses Buch wirklich super! Er spricht mir aus der Seele, denn auch ich habe schon viele Bücher zum Thema "positives Denken" gelesen. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Sam veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Endlich gewagte Kritik am sogenannten positiven Denken
Ich schliesse mich dem Kommentar von Clementine voll und ganz an. Leider gehören noch zu viele Leute zu den Positiv-Aposteln - obwohl auch sie merken müssten, dass da etwas nicht... Lesen Sie weiter...
Vor 9 Monaten von J. W. veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Gut, daß ein solches Buch geschrieben wurde. Schlimm, daß es nötig wurde!
In was für einem Zustand sind Leute, die ernsthaft glauben, mit dem bloßen Willen sei alles (wirklich ALLES) erreichbar? Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 25. Mai 2007 von Clementine

4.0 von 5 Sternen Nur zu empfehlen, allerdings in weiten Teilen auch Wiederholungen, deshalb etwas langatmig
Ich hatte das Buch bereits vor einigen Jahren gelesen, ohne selbst je ein "Seminar" eines Motivationsgurus besucht zu haben. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 7. Mai 2007 von Leser12345

4.0 von 5 Sternen Eine dankenswerte Sache
"Positives Denken kann doch nie verkehrt sein.", das scheint plausibel und ist eine verbreitete Ansicht. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 5. Mai 2007 von das Häschen in der Grube

2.0 von 5 Sternen überzeugt genauso wenig wie zuviel positives Denken
°
Ich glaube nicht an positives Denken. Es kann doch nicht sein, dass dieses ganze esoterische Geschwafel auch nur irgendwem ein kleines bischen helfen kann. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 4. Oktober 2005 von urs

2.0 von 5 Sternen Scheich schert alle über einen Kamm
Schon der Titel des Buches ist falsch: Es gibt so viele unterschiedliche Methoden des "Positiven Denkens", die lassen sich nicht alle über einen Kamm scheren. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 26. November 2003 von Werner Pechstein

1.0 von 5 Sternen Sehr gute Spezifizierung
Günther Scheichs Arbeit ist eine hervorragende Spezifizierung der umfassenden Kritik an der esoterischen Psychoszene, wie Colin Goldner sie vorgelegt hat (Die Psychoszene, Alibri,... Lesen Sie weiter...
Am 24. September 2003 veröffentlicht

3.0 von 5 Sternen Streit der Ideologien
Zu diesem Buch lässt sich sagen, dass es den Standpunkt der Gegner der postiven Denkens genauso vehement unterstützt wie die Befürworter des positiven Denkens den ihren. Lesen Sie weiter...
Am 7. September 2003 veröffentlicht

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