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82 von 93 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Ein Buch ist ein Sprengsatz, um die Fantasie freizusetzen...", 11. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Die souveräne Leserin (Gebundene Ausgabe)
...diesen Satz ruft die Queen empört aus, nachdem man ihre Lektüre, die sie auf dem Weg zur Parlamentseröffnung heimlich in der Kutsche las und zwischen den Polstern versteckte, versehentlich für eine Bombe hielt.
Dies ist nur einer von vielen ironisch-heiteren Höhepunkten in einer beißend-komischen Liebeserklärung an das Lesen.
Alan Bennett hat sich "Die souveräne Leserin" ausgedacht und beglückt die Leser mit einer Hommage an das Buch.
Die englische Königin, wie wir sie alle zu kennen glauben:
Diszipliniert, freundlich und gewandt im SmallTalk über alle unverfänglichen Themen dieser Erde, versagt sie sich persönliche Vorlieben und Hobbies, um niemanden auszuschließen.
Eines Nachmittags folgt sie ihren verwöhnten Hunden in einen bislang nur sehr selten besuchten Teil ihres Schlosses und entdeckt einen altersschwachen Bus, der als mobile Bibliothek ihre Bediensteten mit Lektüre versorgt.
Mit der ihr zur zweiten Haut gewordenen Höflichkeit verlässt sie diesen Bus erst wieder, nachdem sie sich ein Buch ausgesucht hat. Dabei berät sie ein Küchenjunge, der sich bestens in der Literatur auskennt.
Als die Queen eine Woche später das Buch zurückbringt, ist auch Norman wieder da und empfiehlt ihr weitere Lektüre.
Elizabeth lässt sich auf das Abenteuer ein und findet Gefallen an den Texten, die Norman für sie aussucht und wird zu einer eifrigen und kritischen Leserin.
Doch das bringt für den in Konventionen erstarrten Hof Komplikationen mit sich. Nicht nur, dass die Queen plötzlich nur noch mit einem Auge repräsentiert (das andere gebraucht sie für ihre Lektüre) und sich nachlässiger kleidet. Sie verwickelt nun auch alle Gesprächspartner in manchmal arg peinliche Gespräche über die Literatur und wünscht plötzlich Autoren zu treffen, mit denen sie dann doch nicht so viel anzufangen weiß.
Und das ist nur der Anfang...
"Die souveräne Leserin", erschienen in der wunderschönen "Salto"-Reihe des Wagenbach Verlages, ist eine echte Leseperle.
Hier kommen Literaturliebhaber in den Genuss einer heiter-spritzigen Betrachtung über die Sprengkraft der Literatur und in ein Kabinettstückchen typisch englischen Humors.
Ein Volltreffer!
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23 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine Königin macht sich selbstständig!, 19. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Die souveräne Leserin (Gebundene Ausgabe)
Alan Bennett Die souveräne Leserin Wagenbach
ISBN 3803112540
Zur Monarchie von England gehört Würde, Distanz und eine gewisse Überheblichkeit.
Elisabeth aber, die Königin von England, gerät eines Tages an einen alten und recht rumpeligen Bücherbus, eine fahrende Leihbücherei. Neugierig steckt sie ihren Kopf zur Bustür herein, ihre Hunde kläffen den Verleiher an,--und dann ist es um sie geschehen! Sie leiht das erste Buch aus, das zweite Buch und wird zu einer leidenschaftlichen Leserin! In Gesprächen mit ihren Dienern, Hofschranzen und sonstigen Honoratioren geht es fortan nur noch um Bücher.
Diese Begegnung mit der Literatur gerät zu einem humorigen und amüsanten Ausflug in die Welt der Bücher und stellt das Leben der Königin auf den Kopf. Ein Küchenjunge avanciert nach der Begegnung mit der Königin im Bücherbus zum Hofdiener, und sie verfällt immer mehr ihrem neuen Hobby. Sie liest sogar in der Kutsche auf Fahrten zu offiziellen Veranstaltungen! Ihrem Äußeren widmet sie nicht mehr die volle Aufmerksamkeit wie bisher, und alles dreht sich um ihr Liebelingsthema: Bücher. Selbst ihre geliebten Hunde können ihre Aufmerksamkeit nur noch begrenzt wecken.
Neben dem Irrwitz einer Königin auf Abwegen hört man Namen so bekannter Schriftsteller wie Henry James, Virginia Woolf, Alice Munroe, Sylvia Plath und vieler anderer mehr.
Mit Witz, Geist, einem Schuss Ironie und Humor führt uns Allan Bennett mit der Königin durch die Literatur der Gegenwart und Vergangenheit Er hebt die Bücher auf den Thron und gibt dem monarchischen Gebaren eine ganz und gar menschliche Note.
Mit dieser Liebeserklärung an die Literatur in Verschmelzung mit dem abgehobenen Dasein einer Königin erlebt man Bücher einmal als verbindendes Glied in der Kette menschlicher Gewohnheiten und Vorlieben. Die heiter liebevolle Persiflage auf die englische Königin gereicht dem Autor zur Ehre, und der Bücherfreund darf seine Freude haben!
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10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Kleinod, 26. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Die souveräne Leserin (Gebundene Ausgabe)
Ich bin so begeistert von diesem herrlichen Büchlein. Fange ich mal mit dem Äußeren an: Der Umschlag ist purpurrot und seidig, das Bild darauf zeigt eine neugierige Queen. Und genau das ist sie in der Geschichte: Die Queen - ja, hier dreht es sich um Elisabeth II - entdeckt zufällig die Welt der Bücher. Sie, bei der vorher alles geplant und exakt organisiert ablief, bei der selbst die Gesprächsthemen mit Partygästen immer nach dem gleichen Muster verliefen, liest leidenschaftlich und bewegt sich dadurch nach und nach aus gewohnten Bahnen, spricht andere Themen an, stellt andere Pagen und läd andere Gäste ein und verbringt mal einen ganzen Tag (lesend) im Bett. Ihre Umgebung ist natürlich "not amused". Herrlich, wie der Herzog von Edinburgh charakterisiert wird, wie Gesten und Reaktionen der Queen von Bennett beschrieben werden. Ich kann beide förmlich vor meinem inneren Auge sehen. Beschrieben werden auch steife und karrierebewusste Hofbedienstete, der unscheinbare aber belesene Verbündete der Queen, Vertreter aus dem Volk, die etwas ganz bestimmtes von der ersten Frau im Staat erwarten und irritiert sind, wenn diese menschliche Züge hat und Autoren, die wunderbar schreiben können aber auch laut und ichbezogen auftreten. Die Queen lernt es, aus dem Auto heraus herrschaftlich zu winken und dabei unauffällig zu lesen. Ich habe dieses Buch auch praktisch nicht aus der Hand gelegt, bevor ich es von vorne bis hinten durchgelesen hatte und musste dazu auch "Multitaskingfähigkeiten" beweisen. Dieser Einsatz lohnte sich!
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