Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
immer wieder ein Genuß!, 16. Dezember 2009
Ebenezer Scrooge vermag dem Weihnachtsfest nichts abzugewinnen. Die heuchlerische Freude, die Wohltätigkeit, die Gefühlsduselei sind ihm ein Gräuel. Er bedauert nur, dass er seinem Angestellten einen Tag frei geben muss. Und auch das "Fröhliche Weihnacht" seines Neffen erfüllt ihn mit Ärger und Abscheu. Was hat dieser Tunichtgut, dieser arme Geselle und Versager, ihm eine fröhliche Weihnacht zu wünschen?
Der Geldverleiher Scrooge kennt nur sein Geschäft und den Gewinn. Ohne Mitleid und Rücksicht stürzt er seine Schuldner ins Verderben und verschwendet keinen Gedanken an ihr Schicksal. Auch der Tod seines Partners Marley hat ihm keine schlaflose Nacht bereitet. Doch in dieser Weihnachtsnacht ändert sich alles. Erst besucht ihn der Geist seines Geschäftspartners und erschüttert den Geizhals zutiefst. Dann werden ihm drei Geister geschickt, die seine harte Seele noch zu retten versuchen, bevor er, wie Marley, der ewigen Verdammnis anheim fällt.
Doch können der Geist der vergangenen, der gegenwärtigen und der zukünftigen Weihnacht, den seit Jahrzehnten jedem Menschen und jeder Gefühlsregung misstrauenden Scrooge noch retten?
Seit 1843, dem Jahr des Erscheines von "A Christmas Carol. In Prose. Being a Ghost Story", gehört diese Geschichte zum Weihnachtsabend hinzu. Kaum ein Buch ist aufrüttelnder, moralisch eindeutiger und dabei unterhaltsamer als "Eine Weihnachtsgeschichte" von Charles Dickens.
Wohliger Grusel, Abscheu vor der harten Seele Scrooges, Verständnis für seinen Neffen und vor allem Mitleid mit dem Schicksal seines Buchhalters Cratchit und seiner Familie lassen auch nach mehr als einhundertfünfundsechzig Jahren dieses Buch seine einmalige Wirkung entfalten. Es gehört auch heute noch zu einer der besten Weihnachtsgeschichten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Der wundervolle Schreibstil von Dickens, die liebevoll ausgearbeiteten Illustrationen von Don-Oliver Matthies, die Druckqualität nebst einem feinen Leinenbändchen und einem sehr schönen, passendem Layout führen zu einer klaren Empfehlung.
Der Band Siebzehn der "GEOlino-Bibliothek" des Kinder- und Jugendbuchverlags cbj ist ein prachtvolles Beispiel, das Weltliteratur auch nach so vielen Jahren noch in Kinderhände gehört und dort seine Wirkung entfalten kann, wenn sie so gut geschrieben ist wie dieses Buch aus der Feder von Charles Dickens.
Einzig das Coverbild von Dieter Wiesmüller scheint eher zum "Kleinen Lord" zu gehören und ist für "Eine Weihnachtsgeschichte" völlig unpassend.
Stefan Erlemann
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
ein Klassiker nicht nur für Kinder, 4. Februar 2009
Bei dieser klassischen Weihnachtsgeschichte geht es nicht um das Christkind, leuchtende Kinderaugen und Völlerei. Hier wird die Geschichte eines Griesgrams erzählt, der bei einer Reise durch die vergangene, die gegenwärtige und die zukünftige Weihnacht sein wahres Ich entdeckt und zum Herbst seines Lebens endlich glücklich werden kann. Gerade zum Ende des Jahres wenn wir großspurig gute Vorsätze aussprechen, sollte dieses Buch gelesen werden, um zu zeigen, dass es nie zu spät ist etwas zu ändern.
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18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Klassiker in aufwendiger Aufmachung, 25. November 2006
In dieser Rezension werfen wir einen längeren Blick auf die Reihe Coppenraths Kinderklassiker des Coppenrath Verlages. Was bei allen drei Neuerscheinungen als erstes auffällt, ist die aufwendige Umschlaggestaltung. Diese sind an beiden Rändern mit breiten, verzierten, samtartigen Einlagen versehen, die dem Buch sofort einen edlen Eindruck verleihen. Das es sich bei diesem Augenfänger um keinen Blender handelt, wird deutlich, wenn man die Bände aufklappt: alle drei Bände haben ein grafisch aufwendig gestaltetes Deckblatt. Bei Eulenspiegel ist dies ein Spiegel, auf der eine Eule sitzt; bei Dickens ein Weihnachtskranz und bei Pinocchio, dem aufwendigsten, liegt dieser schlafend auf dem Rücken während er von Schmetterlingen umtanzt wird und aus seiner Nase ein Baum wächst.
Unterschiedliche Erzähler und Grafiker
Jeder Band hat durch jeweils unterschiedliche Erzähler und Illustratoren seinen individuellen Charakter. Eulenspiegel (1510) spielt im Mittelalter und so dominieren recht strenge Bilder, abgetönte Farben, gerade Konturen. Die Stadtarchitektur wirkt authentisch, doch merkwürdig ausgestorben. So spielt Wie Eulenspiegel vom Rathausdach fliegen wollte in Magdeburg. Doch auf dem gemalten Stadtbild stehen nur ungefähr 2 Dutzend Bürger in einer Gruppe herum. Ansonsten ist kein Leben zu entdecken. Die einzelnen Erzählungen bilden jeweils ein Kapitel, welche sich mühelos als Eigenlektüre oder als Gute-Nacht-Geschichte eignen. Die Textgestaltung orientiert sich einem modernen Stil, so dass die kindlichen Leser nicht, neben evtl. ohnehin schwer lesbaren Wörtern, auch noch mit veralteten Vokabeln überfordert werden.
Der Illustrator von Pinocchio (1881) fängt das mediterrane Klima Italiens und seiner Bewohner ein. Er verwendet dazu als Grundlage Braun- und Rot-Töne, denen er gelegentlich als Kontrapunkt Grün- und Blau-Töne hinzufügt. Auch er dämpft seine Farben ab, so dass schreiendes Mittelmeerblau, gleißendes Weiß oder knalliges kirschrot nicht vorkommt. Der überbordenden Mentalität Italiens entspricht die Detailfreude seiner Bilder. Da fliegen schon einmal Trümmer aus dem aufgerissenen Schlund eines Riesenfisches, als sei dort unten eine Bombe explodiert oder Pinocchio lässt Brezeln an seiner Nase rotieren während er auf einem Ball balanciert; in der einen Hand vier Eistüten, in der anderen eine komplette Sahnetorte und am anderen Fuß, den er nach hinten gestreckt hat, baumelt ein Teddybär. Kapitel im herkömmlichen Sinne gibt es nicht. Doch sind die einzelnen Begebenheiten so aufgeteilt, dass es am Ende jeder Seite möglich ist, eine Pause bis zum nächsten Abend einzulegen. Kinder, die schon selber lesen möchten/können, sind in der Regel selber in der Lage, zu erkennen, wann eine Pause sinnvoll ist.
Charles Dickens Weihnachtsgeschichte (1843) ist schlechthin der Klassiker unter den Weihnachtsgeschichten. Die Handlung spielt in England im viktorianischen Zeitalter, dem Zeitalter der beginnenden industriellen Revolution. Der augenfälligste Unterschied zu den beiden vorangegangenen Büchern ist der, dass der Illustrator wesentlich größeres Augenmerk auf die Ausdruckskraft der Gesichter legt. Natürlich gibt es auch detaillierte Zeichnungen von Interieur, Kleidung etc. Allerdings übertrifft Ute Simon deutlich die Ausdruckskraft der Kreationen ihrer beiden Kollegen. Dazu kommt, dass es die erwachsendste der drei Geschichten ist und sogar Elemente klassischer Schauergeschichten enthält. Besonders die Illustration der Friedhofszene, als ihn der Geist der kommenden Weihnacht mit auf die Reise nimmt, stellt alle anderen Bilder weit in den Schatten. Doch keine Angst: die Bearbeitung durch Katrin Hoffmann ist auch als Gute-Nacht-Geschichte für jüngere Kinder geeignet. Da auch dieses Buch nicht in kurze Kapitel eingeteilt ist, muss der Vorleser entscheiden, bis zu welchem Zeitpunkt der kleine Zuhörer aufnahmefähig ist. Wie oben erwähnt sind sich Kinder, welche bereits allein lesen, ihrer Grenzen durchaus bewusst und falls es im Einzelfall nicht so sein sollte, sind wir Eltern ja noch regulierend da.
Fazit: Eine aufwendig gestaltete, liebevoll ausgestattete Reihe, die Kindern Klassiker der Weltliteratur nahe bringt. Auf Grund der häufig detaillierten Bilder könnten kleinere Kinder davon überfordert sein. Somit eignen sich diese Bücher für die Altersgruppe Erstklässler mit all ihren unterschiedlichen Facetten. Letztendlich entscheiden ohnehin die Eltern, welche Bücher für ihr Kind geeignet erscheinen. Sollte der Terminus Literaturklassiker so manchen abschrecken, so sei nochmals darauf hingewiesen, dass sich alle Erzähler für eine moderne Überarbeitung entschieden haben. Diese behalten den Tenor der Geschichte in allen Facetten bei, verwenden jedoch keine veralteten oder komplizierten Wörter oder verschachtelten Satzbau.
(C) Wolfgang Haan - www.hoeren-undlesen.de
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