Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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43 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
also EIGENTLICH..., 22. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Sakrileg - The Da Vinci Code: Illustrierte Ausgabe (Gebundene Ausgabe)
1. lese ich keine Bücher, die ich mir nicht selbst gekauft habe 2. kann ich modernen Romanen nur äußerst selten etwas abgewinnen und 3. halte ich wenig bis gar nichts von sogenannten „Verschwörungstheorien“.Aber obwohl auf dieses Buch alle drei Punkte zutreffen, habe ich es an einem Tag verschlungen. Es lag harmlos auf dem Geburtstagstisch meines Freundes, ich blätterte ein wenig darin herum, und dann... kam ich nicht mehr davon los. Völlig vorurteilsfrei, unbeeinflußt von irgendwelchen vorher gelesenen Kritiken, in Unkenntnis des Verkaufsranges dieses Werkes (Bestsellerlisten interessieren mich sowas-von-überhaupt-nicht...). Und die Rezensionen hier habe ich mir erst heute zu Gemüte geführt, neugierig, was andere Leser meinen... Auf den Inhalt des Buches gehe ich nicht weiter ein - die Gefahr wäre einfach zu groß, etwas zu verraten, das der künftige Leser lieber selbst herausbekommen hätte. Wichtiger ist, daß es Dan Brown von den ersten Seiten an geschafft hat, eine Spannung aufzubauen, die mich gefesselt hat, die mich mitraten, vermuten, wieder-verwerfen ließ. Die mich auch mit-leiden ließ, aber immer mit der Gewißheit und Vorfreude im Hinterkopf: Sie werden es schaffen, sie werden das Rätsel lösen... Und nebenbei bekam ich Informationen, die mich stutzig machten, mich nachdenken ließen. Ganz sicher werde ich außerhalb des Buches weiterlesen - schon, um herauszubekommen, wieviel von dem Gelesenen Fakt und wieviel Fiktion ist: Was ist dran an den detailliert „auseinandergenommenen“ Da-Vinci-Werken (Mona Lisa, Felsgrottenmadonna, Das letzte Abendmahl...), dem vorchristlichen Frauenkult, der Zahl Phi (nicht zu verwechseln mit Pi), dem goldenen Schnitt, dem Pentagramm, Verschlüsselungstechniken, Anagrammen, Tempelrittern, Maria Magdalena und architektonischen Besonderheiten von Bauwerken (insbesondere Kirchen) Frankreichs und Englands? Ja, ja, ja! Ich WERDE vor einer etwaigen Reise nach Paris oder London noch einmal in dieses Buch schauen, einige der beschriebenen Bauwerke aufsuchen und mit sehr interessierten Augen betrachten... Es stimmt, wenn man sich ein wenig mit Schriftstellerei beschäftigt hat, bemerkt man das „Handwerkliche“ an dem Roman: Wie Dan Brown die Spannung hält, indem er sogenannte „Cliffhanger“ an den Enden der einzelnen Kapitel platziert, von einem Schauplatz zum nächsten immer gerade dann wechselt, wenn es besonders spannend wird, eine zarte Romanze fürs Herz einbaut, zwischendurch in nicht zu großen Häppchen Wissen vermittelt, den Leser durch das Rätsel-Raten in die Handlung einbezieht... Das hat mich zugegebenermaßen ein bißchen gestört - aber nicht vom Weiterlesen abhalten können.Gerade die Wissensvermittlung handhabt Herr Brown recht geschickt, meines Erachtens viel geschickter als beispielsweise Umberto Eco in „Der Name der Rose“, wo ich wirklich mehrfach –zig Seiten überblättert habe, weil ich wissen wollte, wie nun endlich die Handlung weitergeht... Ich habe auch hier Seiten überblättert, bin aber – anders als bei Eco – immer zu den überblätterten Seiten zurückgekehrt und hab sie quasi „nachgelesen“, nachdem mein Wissensdurst nach dem Handlungsfortgang erst einmal gestillt war. Da es in dem Buch viel um das Anschauen im Sinne von „Genauem-Betrachten“ geht, empfiehlt es sich dringend, die behandelten Bilder, Gebäude etc. beim Lesen tatsächlich vor Augen zu haben. Am besten gelingt das mit dieser ILLUSTRIERTEN AUSGABE des Werkes, die auch ansonsten eine sehr schöne Ausgabe - schönes Format, edles Papier, rotes Lesebändchen - ist. Wenn Sie einer solchen Ausgabe habhaft werden, sagen Sie besser Ihre Termine für den Tag schon einmal vorsorglich ab, bevor Sie anfangen zu lesen...
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Schöner Schein, 9. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Sakrileg - The Da Vinci Code: Illustrierte Ausgabe (Gebundene Ausgabe)
OK, das hier ist ein wirklich erfolgreiches Buch. Ist es aber auch ein gutes Buch?Wenn ich einen Roman lese, will ich nachvollziehbare Charaktäre haben, die vom Schicksal in schwierige Situationen gebracht werden, zweifeln, ihre eigenen Wertvorstellungen auf die Probe stellen müssen, sich widersprechenden Motivationen aussetzen müssen. Hier ist das alles nicht da. Die Hauptpersonen scheinen mir nicht menschlich nachvollziehbar, sie funktionieren eher wie Maschinen. Die Figuren sind nicht Mensch sondern Rolle, ein Priester ist vor allem Priester, ein Forscher ist vor allem Forscher und ein Held ist vor allem Held, wie ein Bösewicht vor allem Bösewicht ist. Eherlich gesagt, so eine eindimensionale Figurenzeichnung habe ich lange nicht mehr in einem Buch gelesen. Nun werden viele vielleicht sagen, dass dies ein Unterhaltungsroman ist, in dem man nicht zuviele Ansprüche an die Entwicklung der handelnden Personen und deren Realitätsnähe stellen sollte. Allerdings profitieren auch Thriller sehr davon, wenn man hier sorgfältiger arbeitet. Chandler lesen hilft hier, nur ein Beispiel für einen Autor, der unterhaltsame Thriller mit real scheinenden menschlichen Gefühlen, Motivationen und Konflikten würzt. Was mir aber noch problematischer zu sein scheint, ist, dass der Autor hier auch für Beschreibung komplexer historischer Persönlichkeiten dieselbe methodische Schwäche an den Tag legt. Da Vinci ist Aufklärer und hat einige geniale Kunstwerke vollbracht, aber wer seine Biographie liest, wird feststellen, dass er keineswegs eine zusammenhängende Lehre oder Ideologie oder Botschaft in seiner Kunst darstellen wollte, einfach weil er sich für viele verschiedene Dinge interressiert hat, die in sich oft widersprüchlich waren. Seine Stärke war es gerade nicht, die Dinge zu einem für alle verständlichen oder durchschaubaren oder gar eindeutigen (wie hier nahegelegt) Abschluss zu bringen. Und gleiches gilt für praktisch alle in diesem Buch beschriebenen, historischen Personen. Der Blick des Autors ist durch die Theorie der Verschwörung getrübt und verstellt den Blick auf die komplexe Wirklichkeit. Für mich ist die Verschwörung am Ende nicht mehr nachvollziehbar, weil nicht wirklichkeitsnah genug. Dabei ist die Grundidee schon clever, wenn auch leider verschenkt. Die Verschwörungstheorie in Sakrileg nimmt eine Vielzahl von obskuren Theorien auf, die bereits seit Jahren (in einigen Fällen sogar seit Jahrhunderten) diskutiert werden. Der Blick auf das fragwürdige Verhältnis des katholischen Christentums zum Thema Frau hat schon einige andere Autoren beschäftigt. Daraus einen Thriller zu machen, ist genial, und allein das hat die Verkaufszahlen schon sichergestellt. Was fängt man jetzt mit so einem Buch an? Mir persönlich hat das lesen keinen Spass gemacht. Ich bin mir allerdings im klaren, dass ich damit wohl in der Minderheit bin. Ein Freund, der das Buch auch gelesen hat, lobte die Spannung, die durch den schnellen Wechsel zwischen verschiedenen Schauplätzen und Personen entsteht. Mich nervte genau das, weil ich finde, dass man Szenen in Romanen nicht ständig künstlich abbrechen sollte. Vielleicht kann man sagen, dass für den Vielleser viele der angewandten Techniken eher nicht wirken. Aber auch eine Liebhaber von Fünf-Sterne-Restaurants geht gelegentlich gerne an die Curry-Wurst-Bude. Gelungen finde allerdings selbst ich die Kombination des Textes mit den Bildern von Kundewerken und Architektur. Diese sind in den Text direkt integriert, was leider selbst bei Sachbüchern selten ist. Man muss nicht hin- und herblättern. So kommen viele der sehr visuellen Gags des Autors gut herüber. Für mich ist das vielleicht die Größte Stärke des Buches: Die (wenn auch sehr inhaltlich fragwürdige, aber immer unterhaltsame) Reinterpretation der Kunstwerke.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Fesselnd, hochspannend, aber kein Meisterwerk!, 8. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Sakrileg - The Da Vinci Code: Illustrierte Ausgabe (Gebundene Ausgabe)
Die Thematik von Dan Browns Buch Sakrileg wartet mit einem Gebiet auf, dass die Menschheit seit hunderten von Jahren begeistert und immer wieder aufs neue fesselt und fasziniert.
Browns Recherchen für diesen Roman sind sehr umfassend und genau, jedoch bringt er neben geschichtlichen Tatsachen auch jede Menge Fiktion und Spekulation ein, und macht es so dem Leser sehr schwer, Fakten und Fiktion voneinander trennen zu können.
Aber gerade diese geschickte Kombination aus Fakten und Fiktion vermitteln dem Leser das Gefühl, dass nicht nur die Romanfiguren einem fiktivem Geheimnis auf der Spur sind, sondern der Leser selbst einem realen Geheimnis!
Im Allgemeinen kann man das Buch Sakrileg als einen interessanten Roman bezeichnen, den man gelesen haben sollte. Vor allem die illustrierte Ausgabe unterstützt das Leseerlebnis insofern, als die Handlung dadurch für den Leser bildlicher und greifbarer wird.
Sakrileg an sich ist flüssig und packend geschrieben, wodurch das Lesen nie langweilig wird, allerdings liegt das grosse Problem dieses Buches am sehr enttäuschenden Schluss, der die seitenlange Schnitzeljagd und das faszinierende Rätselraten völlig sinnlos erscheinen lassen!
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