Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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60 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Emotional berührend und immer glaubwürdig, 13. März 2007
Ohne Scheu vor Gefühlen, aber stets darauf bedacht, Kitschfallen zu umgehen, hat Kim Edwards ihr Familiendrama «Die Tochter des Fotografen» verfasst. Sie zeichnet das Schicksal zweier Familien nach, die über 25 Jahre lang durch ein Geheimnis miteinander verbunden sind. Dabei offenbart sie, wie eine einzige Entscheidung das Leben vieler Menschen für immer verändern kann. Die originelle Geschichte des Romans ist dabei seine absolute Stärke.
In einer eisigen Winternacht des Jahres 1964 bringt die Arztfrau Norah einen gesunden Jungen und ein Mädchen mit dem Down Syndrom zur Welt. Der Vater ist entsetzt, denn als Kind hat er miterlebt, wie seine herzkranke Schwester langsam starb. David entscheidet sich spontan, das behinderte Mädchen der Krankenschwester anzuvertrauen. Sie soll es in ein Heim bringen, bevor seine Frau aus der Narkose erwacht. Caroline, die Krankenschwester, nimmt aber das Baby zu sich und zieht es allein auf. Währenddessen versuchen die Eltern mit dem Verlust fertig zu werden: David hat mit der Schuld zu kämpfen, die er auf sich geladen hat, während Norah um ihre angeblich bei der Geburt gestorbene Tochter trauert.
Die amerikanische Autorin verfolgt das weitere Leben der beiden Familien durch die Jahrzehnte, berichtet von der zunehmenden Entfremdung des Ehepaares, denn die beiden können die seit der Geburt der Kinder entstandene Wand zwischen ihnen nicht mehr überwinden. Sie berichtet auch von der schwierigen Beziehung zwischen Vater und Sohn sowie von dem Heranwachsen des behinderten Mädchens unter Carolines liebevoller Aufsicht. Erst nach Davids Tod dringt die Wahrheit ans Tageslicht.
Wohl die stärkte Passage des Romans schildert die erste unbeholfene Begegnung zwischen Norah und ihrer Tochter. Sensibel weiß Edwards die widersprüchlichen Gefühle der Frau auszudrücken. Sie versteht es, Szenen mit Leben zu erfüllen. Besonders eindringlich wirkt, wie Norah das Haus ausräumt und dabei auf unzählige Kinderbilder stößt, die David während ihrer Ehe geschossen hat.
"Die Tochter des Fotografen" ist ein unglaublich sensibel erzählter Roman, der es schafft, jenseits von Kitsch und Gefühlsduselei eine Geschichte zu erzählen, die unter die Haut geht. Gerade im Vergleich zu vielen anderen US-Autoren wirkt Edwards in ihren Schilderungen immer glaubwürdig. Einmal angefangen, legt man das Buch nicht wieder weg.
rsoll
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Familiengeheimnisse - berührend, authentisch - aber mit Längen, 9. April 2009
In einer Winternacht 1964 bringt Norah, Ehefrau des Arztes David, unter Narkose Zwillinge zur Welt: Paul, einen gesunden Jungen und Phoebe, ein Mädchen mit Down-Syndrom.
David, der als Kind selber mit einer kranken Schwester groß wurde und bei deren Tod die Trauer seiner Eltern erlebt hat sowie den eigenen Schmerz um den Verlust verarbeiten musste, trifft während der Narkose seiner Frau die Entscheidung, ihr eine solche schmerzliche Erfahrung ersparen zu wollen. Er übergibt Phoebe der Krankenschwester Caroline mit der Anweisung, sie in ein Heim für Down-Syndrom-Kinder zu bringen - ohne allerdings eine Ahnung zu haben, wie diese Heime in den 60zigern fnktionieren und ausgestattet waren.
Der später aus der Narkose erwachenden Norah erzählt er, dass Phoebe bei der Geburt verstorben ist - in der Hoffnung, dass ein kurzer Schmerz mit der Gewissheit, ja ein weiteres gesundes Baby zu haben, für Norah besser zu verkraften ist.
Und Caroline, die als Krankenschwester bei der Geburt der Zwillinge anwesend war, entschließt sich unter dem Schock der Eindrücke in diesem Pflegeheim, Phoebe zu behalten und selber großzuziehen - sie zieht mit ihr in eine andere Stadt und fängt als zunächst alleinerziehende Mutter ein neues Leben an.
Mit dieser Ausgangssituation ist Kim Edwards ein Roman gelungen, der als Familiendrama ein großes Spektrum an Gefühlen spiegelt und die Geschichte dieser beiden so schicksalhaft miteinander verknüpften Familien erzählt, ohne jemals kitschig zu werden.
Mein Fazit: Ein angenehmes Leseerlebnis für verregnete Sonntage im Bett oder an kalten Wintertagen auf der Couch - mit einer heißen Schokolade...
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Aktuelles Thema und dessen Ausarbeitung, 14. Juli 2007
"Die Tochter des Fotografen" ist ein schwer zu beurteilendes Buch. Warum? Auf der einen Seite steht das Thema, auf der anderen Seite dessen Ausarbeitung. Das Thema an sich, "Wie umzugehen mit der Situation, in der ein Kind behindert geboren wird" ist durchaus aktuell und beschäftigt die Gemüter zukünftiger Eltern. Frauen, die im Alter von Mitte bis Ende dreissig zum ersten mal Mutter werden, ist heutzutage die Möglichkeit geboten, bestimmte Behinderungen schon im Vorfeld feststellen zu lassen. Und dann muss entschieden werden. Wenn man werdende Eltern fragt ob sie lieber einen Jungen oder ein Mädchen möchten, dann ist die Antwort immer "egal, solange das Kind gesund ist". Gesundheit steht ganz oben auf der Wunschliste, so scheint es. Und das macht das Buch relevant und aktuell.
Kim Edwards setzt sich mit dem Verhalten der Eltern nach der Geburt eines behinderten (Down-Syndrom) Kindes auseinander. Der Vater, der die behinderte Phoebe nach deren Geburt ohne Wissen der Mutter "entfernen" lässt. Die Mutter, die ihr ganzes Leben unter der Abwesenheit ihrer "bei der Geburt verstorbenen Tochter" leiden wird. Ein spannender Anfang, aber auch ein etwas seicht ausgearbeiteter Verlauf der Geschichte.
Das Verhalten des Vaters ist glaubwürdig, nicht nachvollziehbar, nur glaubwürdig. Bewusst beurteile ich hier nicht sein Verhalten, denn ihm werden wenig Leser Verständnis entgegenbringen können. Und ich, als Schwester eines geistig behinderten Bruders, der mein Leben im übrigen bereichert hat, schon gar nicht! Tolles Thema, abbauende Spannung, ganz normaler Stil. Aber weil es Kim Edwards' Erstlingsroman ist, lasse ich die Themenwahl schwerer mitzählen als Ausarbeitung und Stil und bekommt das Buch gerade noch 4 (kleine) Sterne.
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