Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Der Mann mit den blauen Kreisen, 23. Juni 2009
Über gute drei Jahre lang hab ich dieses Buch mehrmals aus dem Regal gezogen, um es dann doch ein wenig unsicher wieder in selbiges zurückzustellen. Fred Vargas, eine französische Bestsellerautorin an der sich doch angeblich die Geister scheiden sollen. Soll ich mir das wirklich antun, zumal ich mit französischen Autoren bisher nicht so recht warm geworden bin?
Nun hab ich es endlich doch gewagt und kann schon mal abschließend sagen: Gut, dass ich das getan habe. Keine Frage, Fred Vargas schreibt unvergleichlich und einzigartig, Parallelen zu anderen Autoren bzw. Autorinnen können meines Wissens nicht gezogen werden. Ihr Stil wird und kann nicht jedermanns Sache sein, so skurril ist ihre Schreibe, so poetisch-philosophisch ihre Wortwahl. Und trotz dieser offensichtlichen Andersartigkeit ist bereits ihr zweites Buch aus der Reihe um den Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg (das erste ist meines Wissens nach bislang unübersetzt), "Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord", ein Krimi reinsten Wassers.
Die Geschichte beginnt in Paris. Adamsberg ist aufgrund überdurchschnittlicher Leistungen aus seiner Heimat, den zerklüfteten, einsamen Bergen der Pyrenäen, in das 5. Arrondissement der Hauptstadt versetzt worden. Ein besonderer Ruf eilt ihm voraus, ist er doch dafür bekannt, sehr komplizierte Fälle auf äußerst unkonventionelle Art und Weise zu lösen. Oftmals reichen ihm mehrere Gespräche mit dem Verdächtigen, um dessen Grausamkeit zu "riechen" und ihn allein aufgrund reiner Intuition in die Mangel zu nehmen. Verständlich das diese Vorgehensweise nicht überall auf Begeisterung stößt. Besonders Capitaine Adrien Danglard, ein zielgerichteter und messerscharf logisch denkender Mensch und allein erziehender Vater von fünf Kindern, kann sich mit der sprunghaften Art seines Vorgesetzten anfangs so gar nicht anfreunden. Doch ein mysteriöser Fall schweißt die beiden so unterschiedlichen Ermittler zusammen.
Über Nacht erscheinen immer wieder blaue, mit Kreide gemalte Kreise auf den Bürgersteigen von Paris, in deren Mitte sich jedes Mal ein alltäglicher, banaler Gegenstand befindet. Während die Öffentlichkeit dies eher amüsiert zur Kenntnis nimmt, beschleicht Adamsberg ein ungutes Gefühl. Und allzu bald scheinen sich seine Befürchtungen zu bestätigen: Eine Leiche mit durchgeschnittener Kehle liegt in einem der Kreise...
Eine spannende Ausgangsposition, die Fred Vargas im weiteren Verlauf mit mehreren Winkelzügen geschickt weiterzuspinnen vermag und mit gleich einer ganzen Gruppe schrulliger Figuren belebt. Diese detailliert gezeichneten Charaktere, die ihre Krimiwelt beleben, sind es, welche den Reiz ihrer Bücher ausmachen. Ob man sie mag oder nicht: Durch ihre Andersartigkeit hebt sich dieses Werk wie wohl auch die Serie aus dem Mainstream heraus, schlägt es die Brücke zwischen der Spannungs- und der anspruchsvollen Unterhaltungsliteratur. Ganze Passagen muten poetisch an. Und auch wenn man sich bewusst ist, dass kein echter Mensch je so reden oder denken wird, lässt man sich von Vargas' Magie gefangen und an der Hand nehmen. Stets bleibt sie amüsant und spritzig, überrascht sie mit ungewöhnlichem Einfallsreichtum. Auch was die Lösung des kuriosen Falls angeht, die mich persönlich sehr begeistert hat. Einzige Kritikpunkt sind streckenweise ihre Ausschweifungen, die sich manchmal doch zu sehr von der eigentlichen Handlung entfernen und die Geduld des Lesers etwas auf die Probe stellen.
Insgesamt ist "Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord" aber ein extravagantes Leseerlebnis und eine lohnende Erfahrung der besonderen Art, die bei mir Lust nach mehr geweckt hat.
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28 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein wunderbar anderes Buch, 3. Oktober 2001
Von Ein Kunde
Gerade habe ich in einer Filmrezension gelesen: Produkte, die nur entweder fünf oder einen Stern bekommen, müssen besonders interessant sein, und genau so ist es. Als ich den Klappentext gelesen habe hätte ich mir auch etwas anderes erwartet, einen Psychothriller nach "Schema F", genau richtig für die halbe Stunde vor dem Einschlafen. Aber den Leser erwartet eine Geschichte, die meiner Meinung nach durchaus anspruchsvoll genannt werden kann und die verschrobenen Charaktere und witzigen Dialoge machen den besonderen Reiz des Krimis aus. Dieses war mein erstes Buch von Fred Vargas, ich freue mich schon auf die anderen, die ich heute bestellt habe :-)
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
UNGEWÖHNLICH, SCHRULLIG UND MIT SUCHTGEFAHR, 4. Mai 2007
Man sollte sich von der Aussage auf der hinteren Umschlagseite: "Wer Donna Leon liebt, wird Fred Vargas vergöttern" nicht verunsichern lassen. Leon und Vargas sind nicht vergleichbar. Ihre Bücher haben kaum etwas miteinander gemeinsam, sodass ich froh bin, dass ich mich von dieser Aussage nicht habe abschrecken lassen und mit einem ganz besonderen Leseerlebnis belohnt worden bin. Vargas ist eine lohnende Erfahrung besonderer Art; entweder man mag ihren Stil oder eben nicht, wie ein Blick in die bisherigen Rezensionen zeigt.
DIE STORY:
Es ist chronologisch der erste Roman um Kommissar ADAMSBERG. Kommissar JEAN-BAPTISTE ADAMSBERG ist aus den Pyrennäen nach Paris in das Kommissariat des 5. Arrondissement (hier lebt auch Vargas!) versetzt worden. Ihm eilt der Ruf voraus, einige komplizierte Fälle auf unkonventionelle weise gelöst zu haben. Er ist bekannt. Auch in Paris hilft ihm reine Intuition gleich bei seiner ersten Aufklärung eines Mordes. Unterdessen erscheinen über Nacht auf Pariser Bürgersteigen blaue, mit Kreide gemalte, Kreise. In den Kreisen befindet sich jedesmal ein alltäglicher, banaler Gegenstand. Die Öffentlichkeit nimmt dies eher amüsiert zur Kenntnis. Nur Kommissar ADAMSBERG wird das Gefühl nicht los, dass noch mehr passieren wird. Und dann passiert es: in einem Kreis liegt eine Leiche. ADAMSBERG hat seinen bereits seit langem erwarteten Fall des "Kreis-Mörders" und nimmt die Ermittlungen nun auch offiziell auf, wobei er die Lauf- und Denkarbeit seine Assistenten, angeführt durch den zielgerichtet und messerscharf logisch denkenden CAPITAINE ADRIEN DANGLARD, machen läßt und sich selbst auf das Beobachten, Gespräche führen und seine Intuition beschränkt.Tatsächlich löst ADAMSBERG den Fall dann auch in der ihm eigenen genialen und kauzigen Art.
FAZIT:
Das Faszinierende sind die schrulligen und sehr detailiert gezeichneten eigenartigen Charaktere in der Krimiwelt von FRED VARGAS. Sicherlich ist diese Art von Krimi gewöhnungsbedürftig und nicht jedermanns Sache. Gerade diese Ambivalenz macht den Reiz des Buches aus und hebt die Serie wohltuend aus dem konventionellen Einheitsbrei der meisten in den Buchläden stehenden Kriminalromane heraus. Zudem ist die Geschichte sehr amüsant und spannend geschrieben. VARGAS Welt lebt von und besticht durch ihre geradezu verschrobenen Protagonisten und auch durch den eigentlichen Krimi-Plot, der doch zumindest als ungewöhnlich und einfallsreich zu bezeichnen ist. Man sollte sich deshalb einmal völlig unbefangen diesem "Erlebnis" aussetzen und für sich selbst entscheiden, ob man das mag oder nicht. Für mich hat das Buch jedenfalls ein großes Interesse nach mehr geweckt!
Deshalb - unbedingt - viel Spaß beim Nachlesen.
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