Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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45 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sich fühlen wie ein Hochstapler, 10. April 2007
Hochbegabung ist ein sehr komplexes Gebilde - vielschichtig, mit einer Fülle von Bedeutungsebenen. Zugleich ist die Materie hochabstrakt:
"Hochbegabt ist, wer einen IQ von 130 und mehr Punkten in einem der etablierten Intelligenz-Tests erzielt. Das betrifft rund drei Prozent
der Gesamtbevölkerung."
Zudem besteht ein großes Problem, das erst allmählich ins Bewusstsein der mit dem Thema Befassten vordringt (das betrifft allen voran die Eltern hochbegabter Kinder wie auch sie selbst, dann Psychologen, Lehrer und nicht zuletzt die Bildungspolitiker):
Wahrscheinlich der größere Teil der Hochbegabten hat kaum oder gar keine Ahnung von ihren Talenten - ja weist diese Möglichkeit, hochbegabt zu sein, nicht selten weit von sich:
"ICH bin doch nicht hochbegabt!" lautet so ein Standardsatz.
Wie kann man nun den Betroffenen und den an ihrem Wohl Interessierten vermitteln, wie sich das eigentlich äußert und nicht zuletzt auch "anfühlt": Hochbegabung? Da gibt es im Grunde nur zwei taugliche Hilfen:
1. Merkmals-Kataloge (bei denen man gewissermaßen Punkte sammeln kann)
2. Fall-Studien.
Andrea Brackmann hat den zweiten Weg gewählt (der natürlich in gewisser Weise einen Merkmals-Katalog einschließt). Sie hat jedoch zunächst nicht den Blick der Expertin "von außen" auf das Phänomen gerichtet, sondern lässt Betroffene selbst zu Wort kommen.
Aus diesen Lebensgeschichten - manche gut verlaufen, manche schlecht bis
tragisch, alle jedoch ausgesprochen unorthodox - erschließt sich ein äußerst buntes Panorama dessen, was Hochbegabung sein kann, wie sie sich äußert und was der Mensch, der mit diesem großartigen Potenzial auf die Welt kam, daraus gemacht hat.
Was aus diesen zwölf (selbst verfassten) Lebensabrissen immer wieder durchschimmert, ist die Bestürzung der Betroffenen, wenn sie erstmals von ihrer Hochbegabung erfuhren, ja wie sie diese Auskunft geradezu als Zumutung von sich wiesen. Am eindrucksvollsten fand ich die Geschichte der Mutter, die sich hingebungsvoll mit den Problemen ihrer hochbegabten Kinder in der Schule befasste - bis sie endlich von einer Expertin den Tipp bekam, doch erst mal die eigenen Talente anzuschauen und zu entwickeln. Und siehe da: Je besser die Mutter zurechtkam - umso besser ging es auch den Kindern!
Geschickt interpretiert und kommentiert die Autorin diese Lebensläufe (die sich manchmal wie richtige Lebensbeichten lesen) mit dem Blick der
Fachfrau, die sich seit vielen Jahren auf die therapeutische Arbeit mit
hochbegabten Erwachsenen spezialisiert hat.
Frau Brackmann hat zwei Jahre zuvor schon ein anderes Buch zum Thema vorgelegt, das für viele Leser (auch für mich selbst) zu einem wahren "Augenöffner" wurde: "Jenseits der Norm".
Mit ihrem neuen Buch schließt sie einmal mehr die Lücke
° zwischen den abstrakt formulierten, statistikgespickten Untersuchungen
aus dem akademischen Bereich
° und den reinen Fallgeschichten (zu denen man übrigens unzählige
Künstler- und Schriftsteller-Biographien zählen kann).
Ein Detail möchte ich noch herausgreifen, in dem sich so manche Leser wiederfinden werden: dass man sich gerade da, wo man eigene Spezialfähigkeiten erfolgreich einsetzt (und viele müssen diese autodidaktisch entwickeln, weil Elternhaus, Schule, Universität sie nicht darauf vorbereitet haben!), dass man sich gerade da, wo man gut ist oder gar brilliert - für einen "Hochstapler" hält.
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88 von 92 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Vom Leben und Umgang mit Normalbegabten, 27. Mai 2007
Bücher über Hochbegabte, den richtigen Umgang mit ihnen, und besonders die Aufzucht, Hege und Pflege jüngerer Exemplare gibt es inzwischen wie Sand am Meer - zum Glück. Aus der Fülle besserer Bücher zum Thema ragen die von Andrea Brackmann heraus: Die Autorin sieht (intellektuelle) Hochbegabung nicht als Besitz eines oder mehrerer mehr oder minder putziger Talente, sondern als etwas, das das Leben der Betroffenen einschneidend beeinflusst. Wer geistig sehr schnell zu Fuß ist, ist es immer und überall - mit allen Konsequenzen fürs soziale Miteinander und fürs Gefühlsleben.
Komischerweise gibt es trotzdem nur wenige Bücher, die ausdrücklich FÜR Hochbegabte geschrieben sind - und noch wenige, die etwas taugen. Brackmanns neues Buch gehört definitiv zu dieser Gruppe: Aus ihrer Beratungspraxis hat sie zahlreiche Fälle, Lebensberichte, Beispiele zusammengetragen, klug kommentiert und das jeweils typische herausgestrichen. Das ist nicht so einfach, dennoch, trotz aller Unterschiede zwischen hochbegabten Persönlichkeiten deckt Andrea Brackmann vieles Gemeinsames auf: Das Unverstandenfühlen, die Übersensibilität, die Unsicherheit und das Sich-selbst-gar-nicht-so-ungewöhnlich-Fühlen. Es wird klar: Hochbegabung an sich ist kein Problem, das Leben in einer Welt von Normalbegabten dagegen bringt Probleme mit sich.
Warum können andere sich mit solcher Leichtigkeit Routineaufgaben widmen? Warum sind sie oft so langsam und sehen Offenkundiges nicht? Wie können sie sich im furchtbar öden Karneval so prächtig amüsieren? Weshalb sind Diskussionen mit ihnen oft so fruchtlos und von sozialem Hickhack geprägt? Vielen Hochbegabten sind "die anderen" ebenso rätselhaft und unverständlich wie sie mit ihren Ideen und Schrullen umgekehrt anderen vorkommen.
Das um so mehr, als dass viele erwachsene Hochbegabte - die überwiegende Mehrheit der so etwa 2 Millionen Betroffenen in Deutschland übrigens - nie einen IQ-Test gemacht haben, nichts über ihre Hochbegabung wissen und sich selbst als ganz normale Menschen mit einigen unerklärlichen Stärken und Schwächen sehen.
Wer selbst hochbegabt ist, oder mit einem oder mehreren Hochbegabten zu tun hat, ob privat oder beruflich - hat mit Andrea Brackmanns Buch eine hervorragende Sammlung von Innenperspektiven anderer Hochbegabter. Die Autorin destilliert aus den Erfahrungen das allgemeine heraus, verständlich und nachvollziehbar, ohne den Leser zu bevormunden oder alle Leser über einen Kamm scheren zu wollen. Wer bisher mit dem Thema nichts zu tun hatte, wird mit dem vielen Grundsätzlichen, was die Psychologin Brackmann zum Thema zu schreiben weiß, viel anfangen können.
Am Ende bleibt die Erkenntnis: Hochbegabt sein ist ziemlich normal, man muss halt nur damit und mit der Tatsache, dass man damit (definitionsgemäß) in einer kleinen Minderheit ist, umzugehen lernen - mit seinen Stärken und Schwächen, wie jeder Mensch halt. Dabei hilft Andrea Brackmanns Buch ganz außerordentlich.
Wer danach weiter ins Thema einsteigen will, speziell als Beratender, sollte neben "Hochbegabt und hoch sensibel" von derselben Autorin auch einmal Aiga Stapfs "Hochbegabte Kinder" ansehen: Darin findet man auch den aktuellen Forschungsstand zum Thema übersichtlich und verständlich dargestellt.
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37 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wieder ein Buch von Andrea Brackmann, das gelesen sein sollte, 3. April 2007
Die Autorin legt mit diesem Buch eine wichtige Ergänzung zu ihrem Werk "Jenseits der Norm - hochbegabt und hochsensibel?" vor.
Sie schildert die Lebensgeschichten von Menschen, deren Hochbegabung erst spät vermutet oder attestiert wurde.
Schon das im Vorwort angeführte Zitat Friedrich Nietzsches aus dem Buch für freie Geister "Menschliches, Allzumenschliches" gibt Anlass, Inhalt, Richtung und Absicht des Vorliegenden Buches an. Und Andrea Brackmann "erläutert" dieses Zitat an Beispielen aus den Leben Hochbegabter in einer Weise, die erfreut, berührt und vieles klarstellt.
Neben den für viele an der eigenen Hochbegabung zweifelnden Erwachsenen nützlichen Hilfestellungen in Lebensschwierigkeiten, die zum Beispiel aus deren besonderer Sensibilität oder Wahrnehmung entstehen können, sind auch die von den "Betroffenen" selbst verfassten Biographien meist von einer literarischen Qualität, die alleine schon das Buch lesenswert machen.
Nachdenklich macht auch ein möglicher Ausblick gegen Ende des Buches, wo die Autorin grundsätzliche Vermutungen über das Wesen von Hochbegabung anstellt, welche womöglich in allen Menschen angelegt ist.
Neben dem faszinierenden Inhalt ist das Buch sehr übersichtlich gestaltet und bietet Kontaktadressen für Leser mit Verdacht auf eigene Hochbegabung.
Mein Tipp: Reinschauen, vielleicht gibt es da Erklärungen für Vieles, was im Leben "schief" laufen, ja manchmal sogar zu Krankheiten führen kann. Wie das schon Nietzsche erkannte.
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