Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Depressionen bei Müttern, 1. November 2004
Von Ein Kunde
Kirsten Boie beschreibt, welche Auswirkungen die Depression der Mutter auf die Tochter hat- die zunehmende Verwahrlosung und Verwirrung und Einsamkeit der Tochter- und wie sich die Mutter selbst fühlt -verängstigt, überfordert, erledigt, unbrauchbar, zutiefst verzweifelt. Kirsten Boie klagt niemanden an, auch die Mutter nicht, sondern erklärt, wie es dazu kommt, wie Depressionen sind und dass es auch einen Weg heraus gibt. Einfach wundervoll, ein großartiges Buch.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Tabuthemen - Nach dem Lesen mit Kind darüber reden!, 9. April 2007
Ich halte dieses Buch für sehr gut. Man sollte das Buch aber einem Kind schenken, wenn man die Möglichkeit hat, es mit dem Kind zusammen zu lesen oder zumindest mit dem Kind danach darüber zu sprechen. Es ist also kein Geschenk für eben mal so Gerade weil Kinder sich nach Lesen des Buches sicher viele Gedanken über die eigene Situation und die Situation der Eltern machen.
Charlotte zieht mit ihren Eltern aufs Land in ein großes Haus. Bald fühlt sie sich auch sehr wohl dort und lernt Lune kennen, mit der sie eingeschult wird. Lunes Mama sieht die Dinge ein wenig anders als Charlottes Mama und Lune ist eben nicht immer gestriegelt und gebügelt. Dafür spielt Lunes Mama viel mit Charlotte und Lune, backt Plätzchen mit ihnen. Außerdem kann Charlotte ganz toll mit ihr reden.
Doch dann fängt Charlottes Mama an, immer ganz viel zu schimpfen und einmal haut sie Charlotte sogar mitten ins Gesicht. Als Charlotte am nächsten Tag von ihrer Mama einen Hamster geschenkt bekommt, scheint die Sache vergessen zu sein und Charlotte schwört dem Hamster, immer für ihn da zu sein. Doch dann wird alles noch schlimmer. Charlottes Mama räumt das Haus nicht mehr aus und sie wäscht keine Wäsche mehr. Manchmal muss Charlotte eine Woche lang mit dem gleichen Pullover in die Schule gehen Am Anfang vertraut sie sich noch Lunes Mama an, doch dann erfährt sie von ihrem Papa, dass andere Leute es gar nichts angeht, was bei ihnen zu Hause los ist.
Aber, was ist eigentlich mit Charlottes Mama los? Charlotte würde es gerne wissen. Aber mit Kindern redet ja keiner.
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18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Kein Kinderbuch, 3. Juli 2006
Aus der Sicht der kleinen Charlotte, eines Mädchens im Grundschulalter, wird das Entstehen und der Verlauf einer Depression der Mutter erzählt. Dabei reagiert die gesamte Umwelt - vom Vater über die Nachbarschft bis zu den Klassenkameraden - mit Nicht-Wahrnehmung und Unverständnis. Charlotte bleibt mit ihrem Problem allein, bis die Mutter ihrer Freundin sich ihrer annimmt, ihr einiges erklärt und ihr Zuversicht einflößt.
In dieser Geschichte läßt K. Boie die Depression als Folge einer fehlgeschlagenen Emanzipation der Mutter auftreten und betreibt auf diese Weise massive Gesellschaftskritik, die m.E. nicht ganz unberechtigt ist. Ob ihr Idealbild (halbtags berufstätige Frau mit Einzelkind, die sich dem Leistungsdruck entzieht und sich gegen die Anforderungen des Mannes zu behaupten weiss - verkörpert in der Mutter der Freundin) sowohl in diesem als auch im Gegenbild realistisch ist und eine "gesündere" Gesellschaft hervorruft mag dahingestellt bleiben.
Ich halte das Buch für geeignet, um Erwachsene dazu anzuregen, über sich selbst nachzudenken. Dass es Kindern, die sich in einer ähnlichen Situation befinden oder sie in ihrer Umgebung beobachten, im therapeutischen Sinne helfen könnte, wage ich zu bezweifeln. Da die bei Charlottes Mutter auftretenden Symptome (Ungeduld, Schimpfen, Wäsche mal nicht gewaschen, Haus mal nicht aufgeräumt) bei jeder Mutter einmal auftreten und kein verlässliches Unterscheidungskriterium deutlich wird, wo die Grenze von normaler Stressreaktion zu Depression überschritten wird, muss praktisch jedes Kind, das dieses Buch liest, seine Mutter als depressionsgefährdet erkennen. Möglicherweise gibt es ein solches verlässliches Unterscheidungskriterium nicht oder es lässt sich für Kinder nicht darstellen, aber gerade darin liegt eben begründet, dass dieses Buch für Kinder nicht geeignet ist.
Meinen Kindern (7-12) werde ich das Buch (noch) nicht empfehlen, weil der komplexe Hintergrund ihr Urteilsvermögen überfordert und ich ihnen ersparen möchte, sich auf die latent männerfeinlichen Klischees, die das Buch durchziehen, zu verlassen.
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