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Herr der Fliegen
 
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Herr der Fliegen (Taschenbuch)

von William Golding (Autor), Hermann Stiehl (Übersetzer)
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (71 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 288 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: Neuausgabe. (23. Januar 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596804221
  • ISBN-13: 978-3596804221
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 13 Jahre
  • Originaltitel: Lord of the Flies
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (71 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 3.970 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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    Nr. 53 in  Bücher > Kinder- & Jugendbücher > Nach Themen > Fremdsprachen > Englisch
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Es ist ein sehr wichtiges Buch und es ist ein sehr vielschichtiges und poetisches Buch. Der Herr der Fliegen erschüttert, läßt seine Leser ohne Trost zurück.

William Golding verweigert die Illusion von der kindlichen Unschuld. Dabei hätte sich alles so gut ausnehmen können: Nur eine Gruppe von sechs- bis zwölfjährigen englischen Schuljungen überlebt einen Flugzeugabsturz über dem Pazifik und findet sich auf einer paradiesisch anmutenden, unbewohnten Insel wieder. Schnell wird ihnen klar, daß sie sich organisieren müssen, um auf der Insel überleben und gerettet werden zu können. So wählen sie den charismatischen Ralph zu ihrem Anführer. Der sieht zusammen mit seinem klugen Gefährten Piggy im Bau von Schutzhütten und einem Signalfeuer die vordringlich zu erledigenden Aufgaben, wohingegen sein Rivale Jack einen Trupp von "Jägern" zur Schweinejagd um sich sammelt. Im Laufe der Zeit nehmen die irrealen Ängste der Kleinen auch zunehmend von den Großen Besitz; und als sie auf dem Berg der Insel ein vermeintliches Untier entdecken, artet die Schweinejagd zur Jagd nach diesem "Tier" aus und gipfelt in Mord.

Ralph und die größtenteils zu menschlichen Bestien entarteten übrigen Jungen werden schließlich von einem englischen Marineoffizier gerettet. So finden sie zwar alle wieder in ihre wohlgeordnete Heimat zurück, doch das Kriegsschiff deutet darauf hin, daß auch hier Entartung und Chaos lauern.

Goldings Roman, der dem Autor gewiß auch zum Literatur-Nobelpreis verhalf, hat nichts von seiner grauenhaften Aktualität verloren. So hoffe ich, daß dieses Buch künftig noch viel mehr Leser erschüttern und ermahnen wird. --Elisabeth Lang -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Sondereinband .



Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Herr der Fliegen
OT Lord of the FliesOA 1954 DE 1956 Form Roman Epoche Moderne
Der Roman, der mit Millionenauflagen William Goldings internationalen Ruhm begründete, ist eine pessimistische Robinsonade. In Anlehnung an Robert Michael Ballantynes Roman Die Koralleninsel (1857) über drei tapfere englische Jungen auf einer Südseeinsel nimmt Golding das Muster populärer Abenteuer- und Jugendliteratur des 19. Jahrhunderts auf und führt dessen naiven Romantizismus ad absurdum.
Inhalt: Eine Gruppe sechs- bis zwölfjähriger englischer Schuljungen überlebt während eines Atomkriegs einen Flugzeugabsturz auf einer unbewohnten Pazifikinsel. In dieser Lage ist die Gruppe gezwungen, ihr Zusammenleben zu organisieren. Einer der älteren Jungen, Ralph, wird zum Führer bestimmt; zu ihm gesellen sich u. a. der intellektuelle Piggy und der »visio-näre« Simon. Jack, der Anführer einer zweiten Gruppe, der Jäger, beginnt einen brutalen Machtkampf, in dessen Verlauf die Gruppe alle zivilisatorischen Hemmungen verliert. Diese Regression von paradiesischer Unschuld zu barbarischer Primitivität äußert sich zum einen in Opferzeremonien, zum anderen in Ritualmorden an den Außenseitern Simon und Piggy. Bei der anschließenden Hetzjagd auf Ralph wird die gesamte Insel in Brand gesteckt und verwüstet. Erst ein britisches Kriegsschiff beendet als Deus ex machina den fehlgeschlagenen Versuch, ohne Erwachsene eine neue, bessere Welt aufzubauen.
Goldings Anti-Utopie zeigt die irrationalen Potenziale des Menschen, die von der zivilisatorischen Fassade moderner Gesellschaften verdeckt werden. Für Golding ist das Böse keine von außen einwirkende Kraft, sondern als zerstörerische Macht im Menschen selbst angelegt. Ihr kann nur durch sittliches Bewusstsein und ethisches Handeln begegnet werden.
Wirkung: Während Herr der Fliegen in Großbritannien kontrovers aufgenommen wurde, avancierte der Roman in den USA rasch zum Kultbuch, ähnlich wie Jerome D. R Salingers Der Fänger im Roggen (1951). Dabei galt die Aufmerksamkeit zunächst stärker dem Charakter des Romans als religiösem, psychologischem und soziologischem Traktat. Über diese Ebene hinaus ist Goldings Werk jedoch auch eine Parabel über das Ende menschlicher Unschuld, deren lyrisch bestimmte Sprachgebung die mythisch-symbolische Bedeutung des Geschehens noch vertieft. W. A. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Sondereinband .

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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Weltliteratur als Hörspiel - ein interessantes Experiment, 22. November 2003
Diese Rezension stammt von: Herr der Fliegen. CD (Audio CD)
William Goldings Klassiker "Herr der Fliegen" liegt jetzt als Audio-CD vor. Der in den 50er Jahren erschienene Roman erlangte durch seine zunächst in den USA große Popularität bald Weltruhm. Thematik im Erstling des Literatur-Nobelpreisträgers ist das im Menschen angelegte Böse, das in dem Augenblick die Oberhand gewinnt, wenn die Maske der Zivilisation fällt. Der Autor wählt eine experimentelle Situation, um seine pessimistische These auszuführen: Eine Gruppe Schuljungen strandet nach dem Abschuss ihres Flugzeugs auf einer tropischen Insel, die eigentlich alles zu einem angenehmen Leben bietet. Doch Agression und kriegerische Urinstinkte gewinnen die Oberhand über Rationalität und demokratische Vernunft. Mit Ralph rettet nur eine der wenigen positiv besetzten Hauptfiguren mit knapper Not das Leben; Goldings eigentlichem Vorbild hinsichtlich Menschlichkeit, Simon, ist dies nicht vergönnt. Nach zwei Verfilmungen von Peter Brook (1963) und Harry Hook (1989), die den Stoff mehr (Brook) oder weniger (Hook) authentisch und gelungen umsetzen, gibt es nun eine Hörspielfassung. Den komplexen Roman, der leider allzu oft als bestensfalls mittelmäßig behandelte Schullektüre 'verwurstet' wird, auf gut 57 Minuten zu reduzieren ist ein Wagnis, das ziemlich gut gelingt. Der Hörer sollte allerdings vor dem Hörbuch den Roman gelesen haben, um diese Fassung richtig einzuordnen. Ohne Vorkenntnis der kompletten Originalhandlung bleibt man vermutlich an der einen oder anderen Stelle etwas ratlos zurück. Eine wirkliche Alternative zur Literatur können freilich weder die Verfilmungen noch das Hörspiel liefern; dennoch ist dieser Versuch legitim und nicht uninteressant. Der Aufbau des Hörbuchs entspricht dramaturgisch nicht exakt dem der literarischen Vorlage, wahrt aber zum Glück deren Geist. Die hinzugefügte Musik ist stimmig und passend. Insgesamt ein respektables Experiment, Weltliteratur einmal anders zu präsentieren.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Erschütterndes Meisterwerk, 30. Juli 2003
Diese Rezension stammt von: Herr der Fliegen (Sondereinband)
Herr der Fliegen ist meiner Meinung nach ein Buch, das jeder gelesen haben sollte. Es geht um eine Gruppe Schuljungen, die sich nach einem Flugzeugabsturz ganz alleine auf einer Insel findet. Anfangs scheint alles noch ganz gut zu laufen, Nahrung und Trinkwasser gibt es zur Genüge, ein Anführer wird gewählt und es gibt sogar einen Plan, um gerettet zu werden. Doch nach und nach verfallen die Jungen immer mehr der Barbarei und ihren eigenen, niederen Instinkten.
Das Bewegende an diesem Buch ist, dass das Verhalten der Jungen gar nicht so unwahrscheinlich ist. Das Szenario, das der Autor beschreibt, erscheint durchaus möglich.
Man sollte dieses Buch nicht mit Robinson Crusoe in eine Schublade stecken, auch wenn handlungsmäßig einige Parallelen bestehen, denn Robinson Crusoe ändert seine Einstellung zur Zivilisation nicht und bleibt, soweit es in dieser Extremsituation möglich ist, zivilisiert, anders als die Jungen im Herr der Fliegen. Außerdem ist neben der Abenteuergeschichte im Herr der Fliegen auch noch die psychologische Ebene von großer Bedeutung.

Ein Abenteuerroman mit viel Tiefgang.

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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Apokalypse now, 24. März 2003
Diese Rezension stammt von: Herr der Fliegen (Sondereinband)
Inselgeschichten. Robinson Crusoe lässt grüßen. Aber nur auf den ersten Blick. Während Defoes Held jahrzehntelang unbeirrbar den entlegensten Außenposten der europäischen Zivilisation verkörpert und seine Weltanschauung dem geretteten Freitag erfolgreich überstülpt, entgleitet die dünne Kruste zivilisatorischer Verhaltensmuster und Wertvorstellungen den hier Gestrandeten schneller, als die äußeren Zeichen der Verwahrlosung erkennen lassen.

Dabei haben sie doch gerade noch mal Glück gehabt, als sie sich nach einem Flugzeugabsturz unverletzt auf einer allerdings unbewohnten Insel wiederfinden. Eine paradiesische Insel in strahlendem Sonnenschein, mit frischem Wasser und Früchten und Kokosnüssen im Überfluß. Sogar Wildschweine zum Jagen gibt es. Zwar finden sich unter den Überlebenden keine Erwachsenen, aber die 6 - 12jährigen Schuljungen erkennen auch so, was zu tun ist: Ein Signalfeuer an der höchsten Stelle der Insel unterhalten, Schutzhütten bauen und auf Rettung warten. Zu essen gibt's ja genug.

Bei der Wahl eines Anführers kommt es zur Kampfabstimmung. Erste Spannungen in der Gruppe werden sichtbar. Aber der gewählte Anführer versteht es, die Situation zu entschärfen, indem er dem Unterlegenen eine verantwortungsvolle Aufgabe überträgt: Die Leitung der Jagd. Wie hätte er auch ahnen können, daß er mit diesem versöhnlichen Entgegenkommen die Büchse der Pandora geöffnet hat?

Zunächst läuft alles recht gut, wenn sich auch fast unmerklich kleine Nachlässigkeiten einschleichen. Aber wozu soll man Hemd und Hose tragen, wenn es heiß ist und einen ohnehin kein Erwachsener sieht? Und warum sich mit dem anstrengenden Hüttenbau abmühen, wo doch schwimmen gehen viel mehr Spaß macht? Schwerwiegender ist da schon der Zwischenfall mit dem durch Unachtsamkeit außer Kontrolle geratenen Feuer, der ein Todesopfer fordert und im aufmerksamen Leser düstere Vorahnungen aufkeimen lässt. Eine Warnung, die nicht beachtet wird.

Zunehmend verzweifelt versucht der gewählte Anführer mit einigen Gleichgesinnten den fortschreitenden Zerfall der beschlossenen Ordnung aufzuhalten. Jedoch versteht es der Führer der Jäger, diese Bemühungen wirkungsvoll zu hintertreiben. Immer häufiger und immer heftiger geraten die beiden Konkurrenten aneinander, was den Rest der Gruppe destabilisiert und verunsichert.

Und dann ist da noch - die Nacht. Nachts zeigt die Insel ihr anderes Gesicht. Die Kinder hören unerklärliche Geräusche; einige sehen bedrohliche Schatten. Gibt es da etwas Unbekanntes auf der tagsüber so vertrauten Insel? Ein wildes Tier, ein Gespenst, ein Ungeheuer? Natürlich sind das alles Hirngespinste, aber kann man da wirklich sicher sein? Wie schützt man sich vor dieser unheimlichen, unsichtbaren Gefahr?

Mit fortschreitendem Realitätsverlust schwindet auch der Einfluß der durch den Anführer und seine wenigen Getreuen repräsentierten Vernunft auf das Geschehen. Sinnbildlich verlagert sich die Handlung vom sonnigen, übersichtlichen und hellen Strand ins bewaldete, diffuse Dunkel des Inselinneren. Die durch Jagderfolg gestärkte Gegenpartei bekämpft die irrationalen Ängste der Jungen mit archaischen Ritualen. Hier regiert die hemmungslose Jagdlust und bald nur noch einer, der Führer der Jagd, der sich zum Häuptling aufschwingt und bedingungslosen Gehorsam fordert. Der durch die Jagd entfachte Blutrausch eskaliert zu exzessiver Gewalt, die vor Mord nicht zurückschreckt und schließlich auch die eigene Lebensgrundlage zerstört.

Ungläubig blickt man am Ende auf den gigantischen Scherbenhaufen, dem diese in einfachen Worten erzählte Geschichte mit einer erschreckenden Selbstverständlichkeit zustrebt. Die schleichende Verwandlung ganz normaler Kinder in blutrünstige Bestien hinterlässt ein beklemmendes Gefühl. Ob sie am Ende doch noch gerettet werden? Das wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Aber was heißt schon Rettung. Sicher ist letztendlich nur eines: Die Gänsehaut der Leser.

P.S.: Und was hat es mit dem ‚Herrn der Fliegen' auf sich? In Goethes Faust ist ‚Fliegengott' eine Bezeichnung für den Teufel, das personifizierte Böse. Golding's Roman kommt ohne eine Teufelfigur aus. Hier trägt jeder etwas dämonisches in sich. Für den Herrn der Fliegen hat er ein ausdrucksstarkes Bild gefunden.

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