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Der Fuchs war damals schon der Jäger
 
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Der Fuchs war damals schon der Jäger (Broschiert)

von Herta Müller (Autor)
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von Herta Müller
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Produktinformation

  • Broschiert: 285 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 1 (6. Februar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596181623
  • ISBN-13: 978-3596181629
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,4 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 343 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Der Fuchs war damals schon der Jäger
OA 1992 Form Roman Epoche Moderne
In ihrem Roman Der Fuchs war damals schon der Jäger zeichnet Herta Müller in expressiven Bildern das krude, Schrecken erregende Panorama eines untergehenden Regimes und einer bis auf den Grund zerstörten Gesellschaft.
Inhalt: Die Handlung spielt in Rumänien in den letzten Tagen des Ceauçescu-Regimes. In einer öden, verfallenden Vorstadt leben die Menschen ohne jegliche Perspektive. Einst auserkoren, Helden der Arbeit zu sein, trotten sie nun mehr gleichmütig durch den Alltag. Sie sind zermürbt, ausgemergelt, lebensmüde und suchen Zuflucht im Alkohol, in Händel und Gemeinheiten. Das einzige, was von den Visionen und Verheißungen des einstigen gesellschaftlichen Experiments, das längst zum real existierenden Sozialismus verkommen ist, blieb, sind die Blechschilder mit den alten Parolen. Das gesamte Versorgungssystem, wie z. B. Elektrizität, ist zusammengebrochen, einzig das Überwachungssystem hat nichts von seiner Effektivität eingebüßt.
Die Lehrerin Adina ist von einem Gefühl permanenter Angst und Bedrohung ergriffen. Der seelische Ausnahmezustand lässt sie die Realität überscharf wahrnehmen. Noch im kleinsten Detail spiegelt sich die Verkommenheit dessen, was das Regime aus Menschen und Land gemacht hat. Ungeziefer und Insekten scheinen ihr das einzig wirklich Lebendige, die Pappeln der Nachbarschaft werden für sie zu grünen Messern, die Menschen scheinen allein in der Demütigung des anderen ihren Daseinszweck zu sehen.
Als Adina vor ihren Schülern den Ernteeinsatz der Zöglinge als Kinderausbeutung bezeichnet, wird sie zum Direktor zitiert und sieht sich statt eines Verweises mit sexueller Nötigung konfrontiert. Was Adina bleibt, ist die Freundschaft zu Clara, einer Vertrauten aus Kindertagen. Bald stellt sich jedoch heraus, dass Claras Geliebter Geheimdienstoffizier ist. Schließlich verdankt sie der Verstoßenen aber ihre Rettung, denn sie erhält von ihr den Hinweis, dass das Regime in einem letzten Versuch, die Macht zu erhalten, Massenverhaftungen plant. Adina flieht zu Bekannten, wo sie vor dem Fernseher die revolutionären Ereignisse des Regimesturzes in Bukarest und die Erschießung des Diktators und seiner Frau verfolgen kann.
Struktur: Der eigentliche Handlungsrahmen des Romans ist nur angedeutet. Ihre Spannung erzielt diese Prosa nicht durch das Geschehen, sondern durch die Intensität der eine beklemmende Atmosphäre schaffenden aneinander gereihten symbolhaften Bilder, eine für das Werk von Müller charakteristische Form der literarischen Komposition.
Wirkung: Der Roman entstand auf der Grundlage des Drehbuchs zu Der Fuchs der Jäger, der von Müller und Harry Merkle gedreht wurde. Die filmähnliche szenische Aneinanderreihung im Roman beklagten einige Kritiker, die Müller deshalb mangelnde Literarizität vorwarfen. Dennoch konnte sich die Autorin mit diesem Roman etablieren. R. F. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


Pressestimmen

Eine einzigartige literarische Auseinandersetzung mit den Schrecken des Totalitären: "Ein Roman, der viele Leser verdient." (Süddeutsche Zeitung).

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22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Was für ein Buch!, 28. Oktober 2009
Von Klaus Grunenberg (97447 Gerolzhofen, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)    (REAL NAME)   
"Ein Mann geht mit leerem Brotnetz durch die Weinberge, er steigt auf den Pferdewagen." Das ist zu lesen mittendrin. Und etwas weiter: "Genossin, sagt das Mädchen mit dem Laubfrosch zu Adina."
Punkt und ab geht es. Die Stirnlocke spielt eine Rolle, es ist die Locke des Herrschers, des prügelnden Vaters, Volksvaters, des Brotessers (Brotgebers) und des Bauern, der mit den Schuhen zu den Fersehzuschauern liegt, neben seiner Frau, die schwarze Pelzmütze immer noch auf dem Kopf.
Gut, wir kennen die Bilder noch aus der Zeit, als ein kleiner Bauer aus irgendeinem militärischen Gefährt herauskrabbelte und irgendwie freundlich lächelnd dem Tag ins Gesicht sah und etwas später war er tot. Rumänien hatte gesprochen.

Nun ist Herta Müller mit dem verdienten Nobelpreis für Literatur augezeichnet worden und nicht nur für dieses Buch, sondern überhaupt für ihre Sprache.
Was für ein Buch, fragt man sich!
Kleine Kapitel, keine einfachen Skizzen nur, sondern Bilder, Einzelbilder mit kräftigen Schwüngen in kräftigen Farben aufgetragen, oftmals Fragen zurücklassend.
Und dann wieder einen fortreißend in einen Strom von Empfidungen. Und dann: wie ein Kindermärchen erklingend, besser wie von einer Märchentante erzählt und zwar gekonnt.
Verlangsamend, zum Schwung ausholend und auch zur Ruhe kommend, je nachdem.
So kann man Erlebtes verarbeiten, dass es den Lesern verständlich gemacht wird ohne allzusehr zu klagen, ohne allzusehr Gerechtigkeit zu fordern, nur abwartend, die Zeit wird es richten. Das kennt sie aus ihrer Kinderzeit, das kennt sie aus ihrer jungen Mädchenzeit.
Und der Mut zum eigenen Handeln wird sichtbar in vielen Zeilen.

Ich verfolge diese interessante Literatin, diesen mutigen Menschen mit einem seltenen Hang zu Humor und Wohlbefinden gelegentlich schon seit ihrer Zeit, als sie in die Bundesrepublik Deutschland kam. Was sie schreibt, ist fast immer verständlich, wenn auch oft nicht gleich, sie spielt und versteckt, sie zaubert mit Sprache.
Dass aus dem Landleben in Rumänien aus einer ländlichen Gegend in Europa eine Leuchte, ein Licht erschien, das ist schön, das ist wertvoll für uns.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Das Haupt des Jägers, 16. November 2009
Von S. Bernard - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Adina ist Lehrerin an einer Schule im Rumänien zur Zeit der Ceaucescu-Diktatur. Als sie ihren Schülern bei Erntehilfsarbeiten empfiehlt, so viele Tomaten wie möglich selbst zu verzehren, gerät sie in den Fokus der Sicherheitspolizei. Und das Fuchsfell in ihrer Wohnung verliert Glied um Glied...

Der Stil dieses Werkes ist sehr ungewöhnlich. Jedes der kurzen Kapitel steht für sich selbst da wie ein expressionistisches Gemälde. Dadurch ist der Sinn nicht immer leicht zugänglich, aber gleichzeitig macht dieser ungewöhnliche Stil auch ein Stück weit den Reiz an diesem Buch aus.

Ich habe mir dieses Buch zugelegt, weil Herta Müller als frischgebackene Nobelpreisträgerin bald unserer Uni liest. Das Buch ist nicht nur wegen Stil und Geschichte sehr fesselnd, sondern auch wegen des sehr lebendigen Bildes des Ceaucescu-Regimes, über das man im Westen nicht unbedingt besonders informiert ist.

Ein Buch, auf das man sich einlassen muss, dass dann aber seine fesselnde Wirkung entfaltet.
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0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Der Fuchs war damals schon der Jäger, 21. November 2009
Von Birgit Ziedoy (Kopenhagen, Dänemark) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
In der dänischen Zeitung, Christian Daily lass ich einen Artikel über Herta Müller und beschloss mich eins ihrer Bücher zu lesen. Der Anlass des Artikels war dass sie den Nobelpreis erhielt. Es war etwas an dem Buch, oft wurde nicht klar ausgedrückt was sich abspielte, viel verdecktes. So war das Leben in Rumänien währende des Kommunismus unter Präsident Ceausescu. Historisch habe ich einiges dazu gelernt. Das Schreibweise, der Aufbau der Sätze im Buch war irgendwie anders. Ich kann nicht sagen, dass es mir gefiel. Das Buch ist aber sehr lesenswert
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