Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Adenar im Wunderland, 17. Februar 2007
"Die verlassene Geschichte" ist ein langes, buntes spanisches Fantasy-Märchen, das ich für Kinder und Erwachsene gleichermaßen empfehlen würde. Es beginnt in einer zauberhaften Welt, in der das Leben viel zu leicht ist und alle Menschen glücklich sind. Der Prinz dieser Welt, Adenar, wird aber krank, d.h. unglücklich. Die Schönheit seiner Welt kann ihn nicht mehr erfreuen - er sieht überall das Chaos in sein Märchenschloß einbrechen. Also nimmt er die Hilfe eines Zauberers in Anspruch, um seine Welt zu verlassen und anderswo nach seiner verlorenen Seele zu suchen. Im Gegensatz zu konventioneller amerikanischer, nord- und mitteleuropäischer Fantasy sind die "normalen Menschen" in Adenars Welt diejenigen, die in ihrem Alltag ständig die Gesetze der Physik außer Kraft setzen und - im Gegensatz dazu - die Zauberer diejenigen, die statt auf fliegenden Teppichen umherzureisen, lieber mühsam von Ort zu Ort reiten, wie es gewöhnlich die "normalen Menschen" der uns geläufigeren Fantasy tun müssen. Die Rettungsmission, auf die Adenar sich begibt, dient denn auch weniger dazu, seine Welt vor dem Untergang zu bewahren, als vielmehr der Suche nach seinem persönlichen Glück. Abgesehen davon geht sie total schief, Adenar wacht, nachdem er durch Zauber seine Welt verlassen hat, auf dem falschen Planeten auf, vergißt seinen Auftrag, landet im Irrenhaus und muß erfahren, daß er gar nicht Prinz Adenar sein kann, weil diese Person in der Welt, in der er sich jetzt befindet, eine Märchenfigur aus einer populären Kinderbuchreihe ist. Wir haben es also nicht mit einer schon tausendmal in ähnlicher Form erzählten Heldenreise zu tun, die von irgendwelchen unbeeindruckbaren Übermenschen unternommen wird - im Gegenteil: Adenar ist so normal wie Peter Parker (Spiderman) oder Alice (im Wunderland). Er hat Fehler, sein Gedächtnis läßt ihn schon mal im Stich und er ist keinesfalls gegen die Versuchungen des normalen Lebens eines Teenagers immun. Das gerade macht ihn und die Menge an skurrilen Halbwüchsigen-Figuren der Geschichte so charmant. Es sind eben nicht die ewig gleichen Held-oder-Sidekick-Charaktere, die nach dem dritten oder vierten Buch dieser Machart sowieso alle gleich aussehen, sondern Charakterköpfe. Schwierig ist an "Die verlassene Geschichte" nur die verschachtelte Erzählstruktur. Man muß aufmerksam lesen, weil Adenars Herkunftsgeschichte in die Geschichte einer fast modern erscheinenden anderen Welt eingebettet ist. Trotzdem sollte das Buch auch schon für 10-12Jährige lesbar sein. Es enthält keine übermäßig gewalttätigen Szenen und beschäftigt sich mit dem Thema Liebe eher auf plantonischer Basis.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Eskapismus vom Feinsten, 25. Juli 2005
Es gibt sie ja doch noch, die federleichen phantastischen Romane voller aberwitziger Einfälle, Witz und zugleich Tiefgang !Die Geschichte an sich ist schnell erzählt: Ein Prinz verläßt auf der Suche nach seiner verlorenen Seele seine Welt - die fremde Welt aber, auf der er landet, erweist sich jedoch als Falle, und es wird sehr schwer werden, sie zu verlassen, um endgültig frei zu sein ... Diese scheinbar so simple Handlung ist aber eingereichert mit so faszinierenden Dingen wie fliegenden Teppichen, Raumschiffen in Schloßform, Einradfahrern, Mondsüchtigen, Frauen, die sich in (Seelen-)Vögel verwandeln, dämonischen Insekten, Feenkugeln, Klosterschwestern, Bogenschützinnen, verrückten Jungmillionären und vielem mehr. Geblendet von diesen bizarren Bocksprüngen braucht es nun einige Zeit, bis man merkt, daß es in diesem Roman bei aller aberwitzigen Phantasie eigentlich um sehr ernste Dinge geht: um die Freiheit des Einzelnen in einer übermächtigen Gesellschaft, um Anpassung und Rebellion, um die Macht und Ohnmacht der Phantasie und endlich um die Flucht vor oder vielmehr den Ausbruch aus einer unerträglichen Wirklichkeit. Das wäre nun Stoff für viele Tragödien - es ist m.E. aber eine der größten Stärken dieses Buches, daß es nie auch nur ins Melodramatische abgleitet, es bewahrt sich seine Leichtigkeit und seinen hintergründigen Witz und die genußvolle Freude an aberwitzigen Situationen (wer nimmt sich schon auf die Flucht vor der Wirklichkeit zwei Wale mit?). Und diese Mischung aus Witz, Aberwitz und leiser Melancholie ist so perfekt, daß man auch über die logischen Schlenker der Handlung hinwegsehen kann (die so bedrohlichen Insekten werden etwa lange wie eine Art "Sidekick" behandelt). Fazit: ein faszinierendes Buch, das gleichermaßen zum Denken und Träumen anregt. Wir alle wissen, daß Fantasy Eskapismus ist - was dieser phantastische Eskapismus aber bedeuten kann, das zeigt dieser Roman!
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Die verlassene Geschichte, 29. Dezember 2004
Ein Prinz, eine verlassene Geschichte und andere Welten - hört sich nach einem interessanten, spannenden Buch an. Leider hat es der Autor nicht geschafft, seine guten Ideen auch lesenswert umzusetzen. Die Charaktere wirken gekünstelt und ich konnte mich in keinen von ihnen auch nur ein bißchen hineinversetzen, sie blieben mir sämtlich fremd und viele ihrer Handlungen schienen mir unsinnig und unverständlich. Wichtige Dinge (z. B. das Schicksalsministerium und die Insekten) werden ständig am Rande erwähnt, aber nie hinreichend erklärt. Bis sie plötzlich eine tragende Rolle spielen und der Leser sich selber einen Reim darauf machen darf, was das nun alles soll. Zudem wirken viele Dinge unvollkommen, Handlungsfäden werden großartig begonnen und nicht weitergeführt, sie wirken daher oft undurchsichtig und abgehackt. Dagegen ist der Autor sehr bemüht, ein detailliertes Bild seiner erdachten Welten zu zeichnen - was in nervende Wortschöpfungen gipfelt. Da schauen Leute auf ihre Rollox, tragen eine Del Prado Tasche durch die Gegend, Reiche fahren mit dem Rollo Royce oder dorofonieren nach einem Taximeter und so weiter und so fort. Und am Ende bekommt man trotz eines umfangreichen Epilogs nicht heraus, ob es nun ein Happy End und eine glückliche Landung auf dem Heimatplaneten gibt und ob Prinz Adenar nun wieder "geheilt" ist und seine Reise ein Erfolg war. Es gibt einige wenige nette Ideen vor allem im ersten Teil (den Gedanken, mittels Meditation in sein Gedächtnis eintreten zu können und es als erlebbare Landschaft darzustellen z. B. fand ich sehr hübsch). Leider gibt es aber auch Dinge, die mir offensichtlich "gestohlen" scheinen. An einigen Stellen erinnert mich vieles an die "Matrix"-Filme, vor allem das Orakel konnte ich förmlich vor mir sehen. Vielleicht liegt es auch an der für mich ungewohnten Schreibweise eines spanischen Autors - aber ich kann diesem Buch leider nichts abgewinnen und kann es daher nicht weiterempfehlen.
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