Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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49 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Teilweise hilfreich, teilweise veraltet, 20. Dezember 2006
In diesem psychologischen Ratgeber widmet sich der Autor dem Phänomen der Liebe. Man sollte allerdings bedenken, dass das Buch in den 50er Jahren erschien, und dass einige der beschriebenen psychologischen Modelle inzwischen überholt sind.
Zunächst erklärt der Autor, das grundsätzliche Problem des Menschen sei sein Abgetrennt-Sein von allem anderen, das er durch verschiedene Mittel wie Gruppenzugehörigkeit, Ekstase (Drogen, Sex,...), Konsum u.a. zu überwinden versucht. Eine wirkliche Überwindung sei jedoch nur durch "richtiges" Lieben möglich, das kein Gefühl, sondern eine aktive Tätigeit sei. Im Folgenden wird auf die Besonderheiten von Elternliebe, Nächstenliebe, Selbstliebe, erotischer Liebe und Liebe zu Gott eingegangen. Die Erklärungen sind dabei auch für den Laien gut verständlich und interessant geschrieben. Besonders ausführlich wird auf die Elternliebe eingegangen, die der erwachsene Mensch, der sich von den Eltern gelöst haben sollte, verinnerlicht hat. Geschieht diese Loslösung von den Eltern nicht oder unvollständig oder ist schon in der Kindheit die Elternliebe in irgendeiner Form beeinträchtigt, so entwickelt der erwachsene Mensch je nach Art der Störung verschiedene Formen von Neurosen bzw. neurotischen Beziehungsmodellen. Beispielsweise soll eine Depression häufig durch eine einseitige Bindung an die Mutter (fehlende Vaterliebe) bedingt sein.
All diese Dinge und Zusammenhänge fand ich durchaus interessant und ihretwegen hat es sich für mich gelohnt, dieses Buch zu lesen. Etwas seltsamer fand ich jedoch die Auffassung des Autors, Lieben sei ein "Akt des Willens" und nicht an ein bestimmtes Objekt gebunden, d.h. man könne jederzeit einfach beschließen, jeden beliebigen Menschen zu lieben. Andeutungsweise rechtfertigt der Autor damit sogar Zwangsehen, mit dem Argument, diese Menschen würden sich wenigsten aktiv bemühen zu lieben, und nicht wie in unserer Gesellschaft passiv abwarten, bis die Liebe ihnen "passiert". Ebenfalls fragwürdig finde ich die Einstellung des Autors zu Homosexualität: diese sei ein "Unvermögen", die gegensätzlichen Pole der Natur (männlich und weiblich) zu vereinigen, und somit keine wahre Liebe, denn die erotische Liebe bestehe in eben jener Vereinigung der Gegensätze. Homosexuelle Liebe sei somit gleichzusetzen mit "dem durchschnittlich heterosexuell veranlagten, der nicht lieben kann".
In Anbetracht dieser Äußerungen finde ich es etwas beunruhigend, dass so viele Menschen dieses Buch scheinbar ohne Einschränkung toll finden. Wenn man es etwas differenzierter betrachtet, kann man aber durchaus interessante Dinge lernen, die unter Umständen für die eigene persönliche Entwicklung hilfreich sein können. Im Übrigen sollte noch erwähnt werden, dass man von diesem Buch keine konkrete Anleitung für richtiges Lieben erwarten darf; man erhält vielmehr einige Denkanstöße, die man dann selber sinnvoll weiterführen kann.
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41 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Lesenswerter Ratgeber, 8. November 2005
Sehr thematisch baut Erich Fromm seinen Ratgeber auf. Er erörtert von der Frage Ist Lieben eine Kunst?" bis hin zur Feststellung, das die Liebe in der heutigen westlichen Gesellschaft verfällt, nahezu alle Themenbereiche. Was mir besonders gefällt, ist die Unterteilung und Erläuterung der verschiedenen Arten der Liebe, wie: Nächstenliebe, mütterliche Liebe, erotische Liebe, Selbstliebe und die Liebe zu Gott. Das Buch ist sehr schön aufgebaut, verständlich geschrieben und durch viele Praxisbeispiele erläutert. Insgesamt eine lesenswerte Lektüre.
In manchen Punkten erinnert es mich an das Buch: Lebe im Augenblick!: Verwandeln statt verändern - Die Erfahrung der Unmittelbaren Transformation von Ariel und Shya Kane. Wenn man die Fähigkeit entwickelt, im Augenblick zu leben und sich nicht abhängig von der Liebe anderer/dem perfekten Partner/der perfekten Liebe" macht, erfährt man wahres Glück und vor allem Selbstliebe. Die eigenen Vorurteile treten in den Hintergrund und man hat eine viel größere Toleranz und ein besseres Verständnis für seinen Partner und die Mitmenschen. Ein sehr empfehlenswertes Buch!
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38 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Dieses Buch hat mein Leben verändert (mit 17), 21. Oktober 2005
Erich Fromm räumt in diesem Buch mit vielen Vorurteilen, die sich Menschen über die Liebe machen auf und führt auf, wie ein wahrhaft liebender Mensch aussieht. Er definiert die Liebe als etwas Aktives, als einen Charakterzug, etwas das reift, und nicht als etwas, das einem in den Schoß fällt und nichts dafür getan werden muss. Ich bin unendlich froh, dass mir dieses Buch in jungen Jahren in die Hände fiel, weil ich sonst wohl ewig in meinem neurotischen Weltbild verharrt hätte. Vielen Dank, Herr Fromm...
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