Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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69 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Pflichtbuch für Pädagogen!!!, 16. September 2007
Unterm Rad habe ich das erste Mal vor vielen Jahren als Schülerin gelesen,jetzt fiel es mir wieder in die Hände und hat nichts von seinem bedrückenden Zauber eingebüßt.
Findet man sich als(unwilliger Schüler)sofort in der Figur des Hans Giebenrath oder in der seines Freundes wieder und erleidet den Weg eines zunächst wissensdurstigen Kindes bis zum Schulverweigerer mit, so verschiebt sich als Erwachsener der Blickwinkel auf all das,was wir unseren Kindern antun.
Jedem Lehrer sei dieses Buch ans Herz gelegt,es zweigt die großen Gefahren,in die wir Pädagogen uns begeben,wenn wir Intellekt vor Herzensbildung stellen und so eine junge Seele zerstören!
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27 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nur die Wirklichkeit hat recht, 26. September 2005
Diese Erzählung zeigt das Schicksal eines begabten Buben, dem der Ehrgeiz seines Vaters und der Lokalpatriotismus seiner Heimatstadt eine Rolle aufnötigen, die ihm nicht entspricht, die ihn "unters Rad" drängt.Manchmal meint man, das Buch lebt: man riecht das Laub, man fühlt das kühle Wasser des Dorfbaches in der Sommerhitze an der Stirn, man leidet mit Hans mit, man denkt an die eigene Mittelschulzeit. Der Roman enthält ungefähr eine Anleitung für Eltern und Lehrer, wie man einen begabten jungen Menschen am zweckmäßigsten zugrunde richtet. "Unterm Rad" ist neben "Die Verwirrung des Zöglings Törless" von Robert Musil, die nachhaltigste Anklage gegen das Erziehungsritual jener Jahre (um 1900). Auch das Buch "Der Schüler Gerber" von Friedrich Torberg behandelt fulminant die selbe Thematik. Das Buch wurde 1903 geschrieben und ist absolut aktuell. "Ein paar Wochen ist es her, da entdeckte ich in einem Abteil der Berliner S-Bahn zwei junge Leute. Ihre Gesichter waren über dasselbe Buch gehängt, das einer der beiden in Händen hielt. Sie lasen, sie waren verzaubert, von ihrer Haltung ging eine fast greifbare Aura der Verwandlung aus, sie blickten nicht auf, sie waren vollkommen unempfindlich für die Umwelt. Ich habe weder vorher noch danach wieder Menschen so lesen sehen. Sie lasen Hermann Hesses "Unterm Rad". Nur die Wirklichkeit hat recht.", meinte Rolf Schneider einst.
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30 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Aktuelles Thema, lyrisch erzählt, 14. Oktober 2005
Hermann Hesses zweiter Roman ist 1903 entstanden und schildert die Kindheit und Jugend Hans Giebenraths. Der begabte Junge wird von Lehrern und Pfarrer überfordert und um seine Kindheit gebracht, schliesslich, nach dem psychischen Zusammenbruch fallen gelassen. Dies ist kurz erzählt der Inhalt des Romans und bereits Zeitgenossen ist aufgefallen, dass der Roman relativ handlungsarm ist. Man merkt deutlich, dass Hesse seine Anfänge als Lyriker hatte, denn wichtiger als das Erzählen von äusserlichen Handlungsschritten ist es dem Autor, die Seelenzustände seines Protagonisten zu schildern. Dies tut er in ausführlichen, lyrisch anmutenden Naturschilderungen, die die psychische Verfasstheit Hans Giebenraths spiegeln. Ob einem diese Art des Erzählens/Dichtens gefällt, ist Geschmackssache. Gerade für jüngere Leser könnte dieser Roman etwas langatmig sein, das eigentliche Thema aber, die Überforderung der Jugendlichen in einer leistungsorientierten Gesellschaft, ist sicherlich auch heute noch aktuell. Was etwas stört, ist die Allwissenheit des Erzählers, es wird dem Leser kaum Raum zu eigener Deutung gelassen, der Erzähler erklärt uns alles. So wird uns zum Beispiel geschildert, wie Giebenrath sich an ein früheres Ereignis erinnert und dann teilt uns der Erzähler mit, dass Giebenrath nicht gewusst habe, „dass im Kleide dieser Erinnerung seine Kindheit ... noch einmal fröhlich ... vor ihm aufstand, um Abschied zu nehmen..." In der Schule könnte der Roman aufgrund des aktuellen Themas sehr gut gelesen werden, zumal sich auch gewisse literarische Techniken an ihm aufzeigen lassen - so zum Beispiel eben die Spiegelung der Seelenzustände in den Naturschilderungen. Ob er aber heutige Jungendliche noch „packen" kann, bezweifle ich. Zur vorliegenden Ausgabe der Suhrkamp BasisBibliothek: Es ist erfreulich, dass unbekannte Ausdrücke und manche weiterführenden Zusammenhänge gleich am Seitenrand erklärt werden. Allerdings sollten solche Erklärungen nützlich und sachlich richtig sein. Viele der Worterklärungen sind das auch, manche Hinweise sind aber überflüssig oder sollten allenfalls ergänzt werden. Was nützt zum Beispiel die Angabe, dass Shakespeare ein englischer Dichter war? Sollte hier nicht eher erklärt werden, welche Bedeutung er für Hesse und seine Zeitgenossen hatte? Oder ein weiteres Beispiel: Die Erklärung des Wortes „Dekanat" ist im gegebenen Zusammenhang schlicht falsch. Sehr schön gemacht ist dann aber der Anhang, er enthält „Erwin", eine frühe Erzählung Hesses, die mancherlei Bezüge zum Roman aufweist, interessant ist auch der Aufsatz „Eine andere Todesart", in welchem der Herausgeber Heribert Kuhn den Roman in einen literatur- und kulturgeschichtlichen Kontext stellt, ebenso informativ sind die Kapitel zur Entstehung- und zur Wirkungsgeschichte des Romans, nützlich die ausführlichen Literaturhinweise.
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