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Das Glasperlenspiel: Versuch einer Lebensbeschreibung des Magister Ludi Josef Knecht samt Knechts hinterlassenen Schriften
 
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Das Glasperlenspiel: Versuch einer Lebensbeschreibung des Magister Ludi Josef Knecht samt Knechts hinterlassenen Schriften (Taschenbuch)

von Hermann Hesse (Autor)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 605 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp; Auflage: 5 (7. November 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518390724
  • ISBN-13: 978-3518390726
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 12,6 x 2,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (41 Kundenrezensionen)
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Drei Jahre, nachdem Hermann Hesses ambitioniertes Alterswerk Das Glasperlenspiel (1943) in der Schweiz erschienen war, wurde sein stolzer Autor in Deutschland mit dem Goethe-Preis geehrt. Für den Roman war die Auszeichnung ein doppelter Glücksfall: Zum einen ebnete sie dem Buch auch auf vormals nationalsozialistisch verseuchtem Terrain den Boden; zum anderen machte sie eine Nähe zwischen zwei Autoren deutlich, die der damals 69-jährige Dichter in seiner Entwicklungsgeschichte über Reifung und Abfall des Magister Ludi Josef Knecht schon in der Wahl des Figurennamens formulierte.

Tatsächlich stellt Knecht, der im utopischen Kastalien des 23. Jahrhunderts zum Meister des esoterischen Glasperlenspiels avanciert, eine Art umgedrehten Doppelgänger Wilhelm Meisters dar: Versucht er doch, im meditativen Ordensspiel zu vollkommener, an östlicher Weisheit orientierter Demut zu gelangen. Für Hesse war dies eine Art Sieg des Geistes über die materielle Verrohung der Epoche des "feuilletonistischen Zeitalters", das er vor allem in der Barbarei des nationalsozialistischen Deutschlands figuriert sah. Was Goethe im Wilhelm Meister als "pädagogische Provinz" zur höheren Erziehung des Menschengeschlechts bereits angelegt hatte, hat Hesse in seinem Kastalien literarisch Wirklichkeit werden lassen: eine Seelengemeinschaft von in die Regeln des Glasperlenspiels Eingeweihten, an dessen Ansprüchen Knecht allerdings am Ende, von der Außenwelt verführt, in gewissem Sinne scheitert. Das Hesse dem Leser diese Regeln nicht näher erklärt, sondern hinsichtlich seiner Erläuterungen im Nebulösen bleibt, ist ebenso traurig wie verständlich.

Leider wirkt Hesses Glasperlenspiel -- ein Kultbuch der 68er-Generation -- aus heutiger Sicht deshalb über weite Strecken allzu verkrampft esoterisch und konstruiert: Als literarische Kette aus Glasperlen statt aus echten Perlen geflochten eben. Trotz dieses Mangels ist das historisch etwas angestaubte Glasperlenspiel immer noch besser also so mancher glanzlose Roman der Gegenwart. Und mit der Sonderausgabe des Romans bei Suhrkamp, die anlässlich von Hesses 125. Geburtstag erschienen ist, liegt zudem eine preiswerte Neuauflage vor. --Thomas Köster -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Audiobook-Rezensionen

Hermann Hesses Alterswerk „Das Glasperlenspiel“ erschien 1943 in Zürich, 1946 erfolgte eine Ausgabe in Deutschland. Bereits 1931 hatte der Autor an dem Werk zu schreiben begonnen. Ohne Zweifel handelt es sich bei dieser letzten großen Prosaarbeit Hesses um keine leichte Kost. Man kann „Das Glasperlenspiel“ wegen seiner Tiefe und Komplexität getrost als Opus für Kenner bezeichnen. Wer sich jedoch damit auseinandersetzen möchte, wird in dem Erziehungs- und Lebensideal, das in einer Synthese von Wissenschaften und Kunst, von Geist und Sinnen besteht, faszinierende gedankliche Ansatzpunkte finden.

Der Roman, der den Autor davor bewahrt hat, am Zustand der realen Welt zu verzweifeln, entwirft als fiktive Gegenwelt Kastalien: Es handelt sich um eine streng hierarchisch, dennoch zwangfrei organisierte Ordensgemeinschaft, die die Selbstaufgabe des Einzelnen für den Dienst an der Gemeinschaft idealisiert. Politik, Wissenschaften und Kunst werden hier wieder als Einheit gelehrt und gelebt. Das Glasperlenspiel ist das heiligste Prinzip dieses pädagogischen Ideals: Dieses abstrakte Spiel mit sämtlichen Inhalten und Werten unserer Kultur verbindet die unterschiedlichsten Wissensbereiche miteinander – jenseits von Nationalismen, Konfessionen und Ideologien. In dieser utopischen, alternativen Gesellschaft lebt etwa um das Jahr 2400 Josef Knecht, der spätere Glasperlenspiel-Meister. Dieser überzeitliche, jedoch exemplarische Lebenslauf wird von einem Chronisten in 12 Kapiteln erzählt. Josef Knecht wird mit 40 Jahren zum jüngsten Magister Ludi gewählt, 8 Jahre später verlässt er ungehindert den Orden.

Bestimmendes Element in der Hörspielbearbeitung von Michael Farin ist die Chronologie von Knechts Leben. Mit puristischen Mitteln wird das Überzeitliche und gleichzeitig Utopische dieses Erziehungsromans umgesetzt. Dabei unterstreicht die meist befremdlich wirkende Musik die Meditation und Kontemplation, die Stimmen scheinen aus einer anderen Welt zu sein. Durch die essayistische Einleitung „Der Versuch einer allgemeingültigen Einführung ins Glasperlenspiel“, gesprochen von Barbara Nüsse, gelingt eine gewisse Strukturierung des Hörspiels. Theorie und Anschauung bleiben so gegenwärtig. Beeindruckend sind die exemplarische Lehrer/Schülerbeziehung (Rudolf Wessely, Ulrich Matthes) oder der Brief Knechts an den Lehrer über das Glasperlenspiel. Hörspiel mit Musik, Spieldauer: ca. 300 Minuten, 3 MC. Auch als CD erhältlich.

-- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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38 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Hesses reifstes Werk, 5. Juni 2003
Wenn sie noch nichts von Hermann Hesse kennen, machen sie sich mit diesem Werk das Leben schwerer. Anfangs quälen sie sich durch die ersten 20 Seiten - dann aber wird sich alles ändern.

Beschrieben wird das Leben des Josef Knecht, eines Eliteschülers, der als brillanter Jungmusiker zu einem begnadeten Glasperlenspieler aufsteigt. Das Glasperlenspiel - für unwissende - ist eine formelhafte, wissenschaftliche Edeldisziplin, die sich aus allen Teilen der Wissenschaft sowie der Kunst zusammensetzt. Abgeschottet führt er ein Leben in Askese.
Als Student kommt Knecht zum ersten Mal seit langem mit der Außenwelt in Berührung und findet Gefallen an ihr...

Trotz seiner sachlich gehaltenen, Hesse-Typischen Sprache kann das Buch den Leser für sich einnehmen. Es ist eine Sammlung großer Weisheiten aus allen Bereichen des Lebens, aus verschiedenen Kulturen und Religionen, verpackt in eine zum Nachdenken anregende Geschichte. Das Werk umfasst ca. 610 Seiten.

Symbolisch und reflexiv ist das Ende des Buches:
Josef Knecht, der trotz allen Wissens über die Welt und ihre Geschichte eigentlich nichts weiß, weil er sie nur aus Büchern kennt, Scheitert beim Versuch, sie wirklich zu entdecken.
Was das Leben ihm nahm, das kann auch er sich nicht mehr holen.

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42 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Suche als Weg, 22. März 2007
Von N. K. "Alltagsirrsinn" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)   
Was ist das Glasperlenspiel? Wenn man das nur in Worte fassen könnte. Vielleicht ist es die Kunst alle Künste und Wissenschaften kunstvoll zu vereinen, zu kombinieren und beherrschen zu können. Warum ist das Glasperlenspiel? Um zu zeigen, dass nicht alle Menschen gleich sind, sondern die Glasperlenspieler bessere Menschen sind. Und selbst bei ihnen gibt es eine Hackordnung. Warum bricht ein Glasperlenspielmeister aus? Weil er in seinem Dasein erfahren hat, dass das Spiel gar nicht das wirkliche Leben ist. Er hat sich auf die Suche gemacht. Auf die Suche nach dem wahren Leben. Dem wahren Sinn. Er bekommt nicht immer Antworten, aber er entwickelt sich durch Erfahrungen stetig. Das Glasperlenspiel" ist das wahrste Meisterwerk von Hesse. Es beinhaltet eine wunderschöne und absolut stimmige Lebensphilosophie. Auch wenn die Geschichte in Form eines dicken Wälzers in Erscheinung tritt - man mag ihn kaum aus der Hand legen. So sehr fesselt einen die Geschichte. Und vor allem: Beim Lesen wird es still um einen herum. Das ist immer ein Zeichen dafür, dass einem das bedruckte Papier etwas Wichtiges zu sagen hat.
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74 von 82 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Hesse, wie immer auf der Suche nach dem Menschen, 20. Juli 2005
Von Jana Janeva - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Trotz mancher sprachlichen Defizite bleibt Hesse für mich durch sein tiefes Gedankengut ein Meister der Literatur. Jeder Schriftsteller lebt in seiner Zeit und spiegelt damit auch das Umfeld der Geschichte wider. Das Glasperlenspiel ist in einer traurigen Zeit unserer Epoche entstanden und ist somit auch ein Zeugnis der Jahre zwischen 1931 und 1942, denn so lange hat es gedauert, bis das Manuskript fertig war, was dann wiederum in Deutschland nicht veröffentlicht werden konnte und demzufolge zunächst in Zürich herauskam.
Das Glasperlenspiel ist für mich ein Dokument geistiger Brillanz, die auch im Steppenwolf oder in Siddharta zum Ausdruck kommt. Hesse schrieb nie, um einfach nur schöngeistige Literatur auf den Markt zu bringen. Er machte vielmehr während des Schreibens selbst einen spirituellen Prozess durch und diese Bewusstseinserweiterung liegt wie ein Hauch auf all seinen Werken.
Den Inhalt möchte ich an dieser Stelle nicht zum Hundertsten Male wiederholen, doch ich möchte jedem Leser und besonders der heutigen Generation raten, Hesse zu lesen. Die Moderne muss sich einen seinen Meisterwerken messen lassen, doch das kann sie nur schwer.
In einem Brief schrieb Hermann Hesse: "Ich kann Ihnen keine Fragen beantworten, ich kann meine eigenen Fragen nicht beantworten. Ich stehe ebenso ratlos und ebenso bedrückt vor der Grausamkeit des Lebens wie Sie. Dennoch habe ich den Glauben, dass die Sinnlosigkeit überwindbar sei, indem ich immer wieder meinem Leben doch einen Sinn setze. Ich glaube, dass ich für die Sinnhaftigkeit oder Sinnlosigkeit des Lebens nicht verantwortlich bin, dass ich aber dafür verantwortlich bin, was ich mit meinem eigenen, einmaligen Leben anfange."
Hesse ist einfach ein MUSS, denn er verkörpert das würdige Menschsein in seinen Werken - besonders in menschenunwürdigen Zeiten. Ein Klassiker, der nicht in Vergessenheit geraten darf.
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