Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne...", 22. Juni 1999
Von Ein Kunde
Wie schon der Verweis auf Hesses "Stufen" erkennen läßt, schließt dieser Roman Kreise. Der "Anfang" für die Hauptfigur, den Maler Johann Veraguth,ist auch ein Ende- nämlich das allmähliche Sterben seines geliebten Sohnes, der allein der Grund dafür ist, daß Veraguth in der Nähe seiner Frau ausharrt, die er nicht mehr liebt. Die Erkenntnis, daß er kein "echtes" Leben, das von der Liebe zu einer Partnerin erfüllt ist, lebe,kommt Veraguth erst, als sein langjähriger Freund Otto Burghardt, der- bezeichnenderweise für Hesse- aus Indien,aus der Sonne kommt, die scheinbare Idylle oder eigentlich das Zweckarrangement Veraguths in Frage stellt. Noch aber ist Veraguth nicht bereit, seinen so sehr geliebten Sohn zu verlassen- erst als der Tod sein Machtwort spricht und Pierre stirbt, ist Veraguth frei für ein Leben, das ein "steiler, kühner Weg bergan." sein werde. Der Roman zwingt das gängige Leben in Europa mit seinen Rollenerwartungen unter den Vorbehalt seines Zweckes für die Individuation; Veraguth muß, wie jeder Mensch, unter Schmerzen zu seiner eigenen Bestimmung finden; der Leser wird hier gewiß Identifikationsstrukturen vorfinden, sintemalen die sprachküntlerischen Mittel das Lesen zu einem Vergnügen machen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
imposantes Gesellenstück eines großen Künstlers, 25. März 2008
Roßhalde reiht sich in das "Frühwerk" Hesses ein. Es scheint autobiographisch geprägt, da es sich bei dem Protagonisten um einen Maler handelt, der für seine Arbeit lebt. Auch Hesse hat sich wohl zu Lebzeiten an der Malerei versucht. Des Weiteren wird häufig bis ins kleinste Detail der Drang zur Arbeit, zur Kunst und der physische und psychische Schmerz dabei beschrieben. Während der Arbeit scheint der Protagonist frei von Sorgen, was ihn nur noch mehr zur Kunst drängt. Um seine Arbeit herum, die erfolgreicher kaum sein könnte, scheint Veraguth versagt zu haben. Es ist zu spät als er sein Versagen erkennt.
Ein Roman der packender die Lust und den Verlust eines Künstlers, wie auch Hesse es gewesen ist, nicht beschreiben könnte. Der Leser kommt in den seltenen Genuss den Rausch eines Künstlers miterleben zu dürfen.
Eine fast kindliche Faszination für das Bild, das Kunstwerk, die Malerei überträgt sich auf den Leser. Ein Buch das man gerne zur Hand nimmt und eher unfreiwillig weglegen wird...
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4.0 von 5 Sternen
Wie sieht der Künstler die Realität, 25. August 2009
In der autobiografischen Erzählung schildert Hesse die letzten Wochen und Monate der Beziehung, zwischen dem international geschätzten Maler Veraguth, seiner Ehefrau Adele und den beiden Söhnen Pierre und Albert. Die Entfremdung der beiden Ehepartner spiegelt sich u.a. darin, dass Veraguth, in seiner Malerei Zuflucht suchend, in einem Anbau an seinem Atelier auf dem Gut Roßhalde lebt, nur wenige Steinwürfe entfernt vom Herrenhaus in dem seine Frau sich in ihrer Abgeschiedenheit eingerichtet hat. Der ältere Sohn Albert kommt nur in den Ferien aus dem Internat zu Besuch. Vor dieser Kulisse stellt Pierre, der siebenjährige gemeinsame Sohn, die einzige Gemeinsamkeit der beiden Eheleute dar. Erst durch den Besuch eines Freundes, der wie ein Nachhall einstiger "besserer, schönerer" Zeiten den Künstler in die Realität zurückholt, sieht sich Veraguth mit der Tatsache konfrontiert, dass er sich seinem Leben und damit seinen unaufgearbeiteten Beziehungsproblemen stellen muss. Beschleunigt wird diese erzwungene Verarbeitung noch durch die schwere Erkrankung seines abgöttisch geliebten Sohnes Pierre.
Eine ernüchternde Sichtweise des Künstlers - wie ihn Hesse teilweise sah - und der Unfähigkeit desselben mit seiner gesteigerten Empfindlichkeit gegenüber der Realität und den Anforderungen einer bürgerlich-ehelichen Beziehung
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