Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
4.0 von 5 Sternen
Denn auch Autoren können töten :-), 16. November 2009
Ein guter, origineller und moderner Kriminalroman, der mich von der ersten Seite an in den Bann zog.
Amy, die Hauptperson, ist eine Einzelgängerin und kann die Sympathie des Lesers nicht zu 100% gewinnen. Bedingt nicht nur durch ihren kauzigen und eigenbrötlerischen Charakter, sondern auch durch das Fehlen der Erzählung aus der Ich-Perspektive.
Die Autorin stellt die einzelnen Mitglieder des Schreibseminars gut dar und der Mörder offenbart sich dem Leser erst auf den letzten Seiten. Allerdings ist es dem Krimiliebhaber nicht möglich, dem Mörder selbst auf die Schliche zu kommen. Hier legt sich die Autorin nicht fest, sie hält sich alle Optionen offen und es scheint fast so, als habe sie über dem Schreiben noch gar nicht gewusst, wer denn letzlich als Übeltäter hervorgehen wird. Der Täter ist also austauschbar und diese Tatsache ist ein Kritikpunkt. Ein weiterer wäre die Glaubwürdigkeit: Obwohl ein Mord geschieht und obwohl alle Mitglieder der Gruppe wissen, dass der Mörder unter ihnen ist, treffen sich die Schreibenden auch weiterhin. Real betrachtet eine unlogische und verrückte Verhaltensweise.
Trotzdem fand ich diese Lektüre sehr spannend und erfrischend. Jedoch nicht so witzig und skurril, wie uns das Buchcover weismachen möchte. .
|
|
|
0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Die Kunst des Schreibens und Tötens, 24. Oktober 2009
Auf dem Titelbild steht "Kriminalroman", und das sollte man auch erwarten, wenn man das Buch liest. Denn ein Thriller ist es nicht.
Das Cover ist nett gestaltet, der Klappentext ist wie von einem Lehrer mit Rotstift korrigiert. Nette Idee smile
Denn Amy ist ja Lehrerin, jedenfalls teilweise. Eigentlich ist sie Schriftstellerin, hat aber nur wenig, nichts bemerkenswertes und auch schon lange nichts mehr veröffentlicht. Also gibt sie Unterricht für werdende Autoren.
Und ihre neue Klasse ist anders als alle zuvor.
Amy, die wohl ein alter ego der Autorin ist, lebt alleine mit ihrem Hund Alphonse. Und sie interagiert nur ungern mit anderen Menschen. Nach und nach im Buch erfahren wir mehr über ihr Leben.
Aber nun zur Klasse. 13 Leute sitzen dort, die Autorin gibt jedem ein Profil, trotzdem brauchte ich beim Lesen eine Weile, bis ich sie auseinanderhalten konnte. Es waren einfach zuviele Personen für ein 400-Seiten-Tb. Unter ihnen sitzt einer, der böses im Schilde führt. Zuerst sind es nur anonyme gewollt gemeine Kommentare zu Geschichten der Schüler, eine obszöne Zeichnung, ein Streich mit einer Halloweenmaske. Oder eine Pflanze für Amy, die diese in Angst und Schrecken versetzt Grinsen . Als Amy Meldung macht und die Klasse auflösen will, wollen diese unbedingt weitermachen. Und Amy sieht sich genötigt, in diversen Wohnzimmern ihren Kurs weiterzuführen, immer in der Gewissheit, das einer ihrer 13 Schüler nicht der ist, für den er sich ausgibt.
Dann ist plötzlich einer der Schüler tot. Es könnte Mord sein, aber auch ein Unfall. Erste Verdächtigungen werden erhoben. Doch dann bricht ein weiterer Schüler vergiftet zusammen während eines Treffens.
Jincy Willett schreibt locker und witzig. Ihre Figur Amy ist kauzig und eigen. Ihr Hund ist es nicht minder. Die Schüler werden alle sehr individuell beschrieben, aber wie gesagt, hatte ich am Anfang meine Probleme, sie immer richtig zuzuordnen. Dadurch bin ich auch nicht auf den Täter gekommen. Ich hatte jemand anders im Blick. Aber das die Autorin mich überraschen konnte, ist ja von Vorteil.
Das Buch ist nicht unbedingt spannend, es gibt erstmal eine Einführung in die Klasse, es geht ums Schreiben und das ganze wird aufgebaut. Das ist aber auch nicht langweilig, ich habe es sogar sehr gerne gelesen, da mir auch der launige Schreibstil der Autorin gefällt. Komischerweise zieht es sich erst etwas, als der erste Tote auftaucht, denn da wird ewig nach der Leiche gesucht und alles haarklein beschrieben. Auch ist mir das Motiv des Täters etwas unklar und es eskaliert zum Schluß zu wirr und zu gewollt.
Insgesamt hat mir "Die Dramaturgie des Tötens" aber gut gefallen. Es hat über weite Teile Spaß gemacht, es zu lesen, auch wenn der Krimiteil an sich nicht so gelungen ist. Man sollte sich einfach auf ein nettes Buch mit kleinem Krimianteil einstellen und keinen Pageturner erwarten.
|
|
|
|