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Chris Mooney gehört mit seiner Ermittlerin Darby McCormick zu den jungen CSI-Shooting-Stars. Dabei erzählt er im Interview, dass ihn sein Literatur-Professor empfohlen hatte, es besser gar nicht erst mit der Schriftstellerei zu versuchen. Außerdem berichtet er von der Faszination der Forensik, der inspirirenden Kraft des Bourbon und seinem neuen Job als Dozent für kreatives Schreiben an der Harvard University Extension School...
Frage: Für all jene, die „Missing“ noch nicht gelesen haben: Was für eine Frau ist Darby McCormick? Wie tickt sie?
Chris Mooney: Ich habe mir Darby immer als Mischung zwischen Kay Scarpetta und Dirty Harry vorgestellt. Darbys Auftrag ist es, Opfer von Gewaltverbrechen zu schützen. Sie ist jemand, den man auf seiner Seite haben möchte. Um Gerechtigkeit zu erreichen, würde sie alles tun.
Frage: Diesmal hat Darby es mit einer Mordserie zu tun. Junge Frauen aus dem Bostoner akademischen Milieu werden tot aus dem Charles River gezogen. Ohne dass Sie zu viel vorwegnehmen: Was macht diesen Fall so besonders schwierig?
Chris Mooney: Niemand versteht das Motiv des Mörders. Diese jungen Frauen werden entführt, sind monatelang verschwunden und treiben dann im Fluss – eine kleine Figur der Jungfrau Maria ist in ihren Taschen eingenäht. Jede der Frauen wurde von hinten mit einem Kopfschuss getötet, aber bei der Untersuchung ihrer Leichen findet Darby deutliche Hinweise darauf, dass der Mörder sie nicht nur gut versorgt, sondern wahrscheinlich sogar geliebt hat. Niemand kann sich vorstellen, warum sie umgebracht wurden.
Frage: Wie würden Sie das Verhältnis zwischen Darby und der zweiten Hauptfigur beschreiben?
Chris Mooney: Nun, der Anfang ist schwierig und spannungsgeladen. Darby hat gerade ein Beweisstück, das übersehen wurde, in der Wohnung eines Opfers entdeckt, als sie Fletcher das erste Mal begegnet. Er scheint eine Menge über sie zu wissen, und im Verlauf der Handlung findet auch sie eine Menge über ihn heraus – warum er vor dem FBI auf der Flucht ist und warum er so großes Interesse am Fall der ermordeten jungen Frauen hat. Ich will nicht zu viel verraten, aber Fletcher führt sie zu einem wichtigen Beweisstück, das sie sehr beunruhigen muss. Ich glaube, dass sie ihn am Ende des Buches auf ihre Weise sogar bewundert. Sie sind sich sehr ähnlich – ich denke, in einem der nächsten Bücher werden Darby und Fletcher sich wiedersehen.Frage: Bücher wie „Secret“ erfordern viele Recherchen. Sie scheinen ein Experte für Waffen, Spezialausrüstungen und forensische Methoden zu sein. Haben Sie das alles aus Büchern oder dem Internet, oder setzen Sie eher auf persönliche Kontakte zu Experten?
Chris Mooney: Ein Experte in diesen Dingen bin ich definitiv nicht, aber ich habe mich schon immer dafür interessiert. Schon lange vor den ganzen CSI-Serien habe ich mich mit der Kriminaltechnik beschäftigt und in „Scream“ auch darüber geschrieben. Die Forensik ist ja nur ein Teil des Feldes. Ich finde es faszinierend, dass sich die Methoden ständig ändern. Immer wieder gibt es Verbesserungen, neue Techniken und Mittel. Wenn ich ein Buch schreibe, bespreche ich mich grundsätzlich mit meinen Gewährsleuten, damit alles plausibel ist.
Frage: Es geht die Legende, dass Ihr Professor für kreatives Schreiben Sie nicht zum Masterprogramm zugelassen hat, weil er Sie für nicht talentiert genug hielt. Haben Sie ihm ein Exemplar von „Missing“ geschickt?
Chris Mooney: Ja, die Legende ist wahr. Mein Professor an der University of New Hampshire sagte mir damals, ich hätte nicht genug Talent, um mit dem Schreiben meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Aber ich will fair sein: Bei diesem speziellen Programm damals ging es um literarisches Schreiben. Vor langer, langer Zeit wollte übrigens Stephen King einmal an meinem College kreatives Schreiben unterrichten – und wurde von der Fakultät abgelehnt. Sie wollten nicht, dass er „seine Art zu schreiben“ unterrichtet… Meine Professoren wussten aber, dass ich Krimis schreiben wollte, und von daher passte ich wirklich nicht in das Programm. Ich glaube allerdings, dass Bücher wie „Das Schweigen der Lämmer“ oder „Mystic River“ Literatur sind, und wenn ich schreibe, sind sie die Messlatte für mich. Ironischerweise behandle ich diese Bücher jetzt in meinen Kursen in kreativem Schreiben an der Harvard University Extension School.
Ja, ich habe meinem Professor ein Exemplar des Buches geschickt, und er meinte nur: „Das beweist gar nichts.“ Das ist auch in Ordnung. Ich möchte erfolgreiche Bücher schreiben. Pageturner. Bücher, die man nicht mehr aus der Hand legen kann. Bücher, von denen man am Ende sagt: „Dieses Finale hätte ich jetzt aber nicht erwartet.“
Frage: Wird es einen dritten Fall für Darby geben?
Chris Mooney: Ja, ich bin gerade mit The Dead Room fertig geworden. Auf dieses Buch bin ich besonders stolz. Es zeigt völlig neue Seiten von Darby – und hört mit einem Schocker auf, der für viele meiner Leser eine Riesen-Überraschung sein wird.Die Fragen stellte Reinhold Kampmann, Literaturtest.
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