Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein literarischer Western, 17. Oktober 2009
Herrliche Figuren in subtilen Charakterisierungen, einfache, aber wirkungsvolle Sprache, wunderbare, teilweise herrliche skurrile Dialoge, ein spannender literarischer Western.
Sheriff Bell, die eigentliche Hauptfigur, der in der moderner werdenden Welt nicht mehr zurecht kommt und über das Leben philosophier, Anton Chigurh, ein psychopathischer Killer, der mit seiner eigenwilligen Schusswaffe, einem Bolzenschussgerät, "wie ein Geist" durch die Lande zieht und seiner eigenen, undurchschaubaren Agenda folgt, und schliesslich Llewellyn Moss, der durch Zufall auf mehrere Millionen Dollars Drogengeld gestossen ist und nun auf der Flucht bis nach Mexiko ist ...
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
total genial, 22. Juni 2009
Ein Bekannter hatte mir empfohlen den Film "No Country for old Men" zu schauen.
Gesagt, Getan.
Ich war absolut begeistert und wollte, wie so oft, das Buch dazu lesen und ich muss sagen, es übertrifft den Film um längen (das mag schon was heißen ;). Sobald ich angefangen habe zu lesen konnte und wollte ich das Buch einfach nichtmehr aus der Hand legen. der Autor hat eine so einzigartige Weise zu schreiben, die einen nur in ihren Bann ziehen kann.
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27 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine Offenbarung des Bösen, 28. März 2008
Das Buch beginnt mit einer großartigen Szene: die grandiose Beschreibung einer wie ins Feuer getauchten Mondlandschaft. Llewelyn Moss, ein etwa 30-jähriger Vietnam-Veteran, ist im von der Sonne ausgebrannten Grenzgebiet zu Mexico auf Antilopenjagd. Es herrscht absolute Stille. Nur die Sonne brennt auf das rote, karge Land, und Moss streift mit seinem Fernglas den Horizont ab. In der Leere dieser Welt trifft Moss auf den Tatort eines Verbrechens, die geplatzte Übergabe eines Heroin-Deals. Unter vielen Leichen und einem noch lebenden Mexikaner, der um Wasser bettelt, findet Moss eine Tasche mit 2 Millionen Dollar. Er nimmt das Geld an sich und so nimmt das Schicksal seinen Lauf. Nichts wird mehr sein, wie es einmal war.
Was folgt ist eine erbarmungslose Jagd nach dem Geld durch New Mexico, Mexico und Texas. Chigurh, dessen Name zu unrecht an "Sugar" erinnert, nimmt als engagierter Killer die Rolle des Verfolgers ein, der den Bossen der Drogenmafia das Geld wiederbeschaffen soll. Eine kältere, brutalere und zugleich so schillernde Figur wie dieser Chigurh lässt sich wohl kaum vorstellen. Er wirkt gar nicht wie ein Mensch, sondern wie ein biblischer Racheengel, der geradewegs aus der Offenbarung des Johannes entwichen ist. Er ist ein Beender. Er bringt die Dinge zu Ende. Alle.
Und Moss, der sich selber in diese Lage gebracht hat, weiß um dieses Schicksal und sagt in bestechender Logik: "If you knew there was somebody out here afoot that had two million dollars of your money, at what point would you quit lookin for em? That's right. There aint no such point."
McCarthys Roman wimmelt von solchen wie in Stein gemeißelten Sätzen und je tiefer man sich in diesen rasanten Thriller einliest, desto deutlicher offenbart sich das Buch als eine Abhandlung über den archaischen Kampf zwischen Gut und Böse. Nur das das Gute von vornherein verloren hat, ja dass es das Gute vielleicht gar nicht mehr gibt. Denn nebenher wird auch die Lebensgeschichte eines Polizisten geschildert, der die Verolgung Chigurhs aufgenommen hat, und mit seinem Bericht gerät zum Schluss die Geschichte des ganzen Landes in den Blickpunkt und der Cop Bell sieht die Vorboten einer neuen Zeit am Horizont, in der das Gute immer unterlegen ist, weil es gezwungen ist, Gefühle zu zeigen und deshalb schwach ist und zurückweicht und verliert. So sagt Bell gleich zu Beginn seines Berichts: "I thought I'd never seen a person like that and it got me wonderin if maybe he was some new kind. [...] Somewhere out there is a true and living prophet of destruction and I don't want to confront him."
Und so macht jeder, der Chigurh begegnet und hadert, irgendwann einen tödlichen Fehler, während der Racheengel selber niemals Fragen stellt. Die Frage von Leben und Tod macht er höchstens von einem Münzwurf abhängig und in dieser Unsinnigkeit von Kopf oder Zahl liegt die ganze schicksalhafte Absurdität des menschlichen Lebens begründet. "Somewhere you made a choice. All followed to this. The accounting is scrupulous. The shape is drawn. No line can be erased. I had no belief in your ability to move a coin to your bidding", sagt Chigurh bevor er die vollkommen unschuldige Freundin von Moss erschießt.
Es ist ein verstörendes, gewaltsames und gewaltiges Buch - und wie gemacht für einen Road-Movie.
Thomas Reuter
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