Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Hymnus auf das Leben - Unterwegs, 11. Januar 2004
Was macht ein gutes Buch aus? Ein gutes Buch ist für mich eines, das mich zum Nachdenken bringt, mich in eine andere Welt abtauchen und diese durch die Augen eines Anderen sehen lässt, die mir Menschliches und Allzumenschliches nahe bringt, ohne mich jedoch zu bevormunden. Dies alles und viel mehr bietet "Unterwegs" von Jack Kerouak. Sal Paradise nimmt uns mit auf seine Reise durch die Staaten der 50er Jahre, öffnet uns die Augen für den Zauber und die Schönheit der Welt, den er nicht zuletzt durch seine Bekanntschaft mit Dean Moriarty zu schätzen lernt. Zunächst scheint es als wäre Sals Sehnsucht nach dem Westen eine Flucht, ein Versuch der dunklen Eintönigkeit seines Lebens zu entkommen, aber schon bald ist es der Weg, das Bewusstsein in Bewegung, unterwegs zu sein, was Sal antreibt und damit das Lebensgefühl einer ganzen Generation ausdrückt. Es ist die Suche nach dem ultimativen "Kick", nach nach einem intensiven, rauscherfüllten Dasein, das keine Sorgen kennt, "weil alles, wirklich alles Bestens ist". "Unterwegs" ist eines der wenigen guten Bücher, das nicht durch das unentschlossene Gejammer eines hypersensiblen Protagonisten lebt, sondern durch die jubelnde Begeisterung seiner Figuren für das Leben. Es ist ein Aufschrei gegen das sorgenvolle, geordnete Leben ihrer Zeitgenossen, ein Bekenntnis für echte Freundschaft und Freiheit, ein Leben, das seinen Sinn nicht im Erfolg findet, sondern in jenen surrealen Momenten zwischen Imagination und Realität, die ein begeistertes Herz auszufüllen vermögen. Kurz: Ich liebe dieses Buch.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Aufbruchstimmung, 23. Juli 2003
Es ist schon ein bißchen schwer, sich das Amerika der fünfziger Jahre vorzustellen. Eine Autofahrt, und sei es per Anhalter und sei es quer durch Amerika, bedeutet heute natürlich nicht mehr das Gleiche, wie zu jener Zeit. Aber darum geht es nunmal hauptsächlich in diesem Roman, um das Reisen. Das Reisen als Lebenssinn, vielleicht als einzigen Lebensinhalt. Erzähler Sal und sein bester Freund Dean halten es nach jeder Reise nur kurze Zeit zu Hause aus. Allerdings halten sie sich auch an anderen Orten nie lange auf. Getreu dem Motto "Der Weg ist das Ziel" fühlen sie sich nur auf der Straße, wenn sie in Bewegung sind, richtig wohl. Dean, der im Laufe seiner Touren mehrere Ehen einging und etliche Kinder hat, ist wie ein kleiner Faust in Sals Ohr. Er ist der Verrücktere und Unruhigere von beiden, aber wenn er Sal erstmal infiziert hat, dann sind beide wie entflammt, dann stehlen, trinken und lieben sie. Ihre Reisen bringen sie von einem Morphium süchtigen Freund bis in ein mexikanisches Freudenhaus. Ihre Handlungen sind so voll von Spontanität, dass es gelegentlich fast schon unglaubwürdig klingt. Was geschehen ist, ist geschehen. Es ist vorbei und uninteressant. Die Vergangenheit zählt nicht, die Reise ist der Versuch, absolut im Hier und Jetzt zu leben, nur für den Augenblick, und deshalb verwundert es auch nicht, dass Sal und seine Freunde (besonders Dean) nie lange an einem Ort bleiben. Sie können den 'richtigen' Ort nicht finden, weil es den gar nicht gibt, aber 'unterwegs' können sie daran glauben, dass es anders ist. So gesehen ist das Reisen Flucht vor der Hoffnungslosigkeit, eine Weigerung, sich in ein Schicksal zu ergeben. Natürlich romantisiert Kerouac das wilde und schnelllebige Reisen mit etlichen Exzessen und verrückten Begebenheiten, aber gerade dieses Bißchen an Naivität, die Weigerung ohne Hoffnung zu leben, macht den Charme dieses Romans aus. Man lässt sich leicht davon anstecken. "Etwas würde immer noch dabei herauskommen. Es gibt immer noch ein Mehr, es geht immer noch ein bißchen weiter - niemals ein Ende." So falsch ist das doch nicht, oder?
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24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Lust zu Leben, 19. November 1999
Von Ein Kunde
Es gibt Bücher, die man immer lesen kann, und solche, die man bevorzugt in bestimmten Lebensphasen lesen sollte. Unterwegs gehört zur letzen Kategorie. Es ist ein Buch für Aufbrecher, für Entdecker ... also für Menschen in der Lebensphase zwischen 15 und, sagen wir mal, 22. Es ist die Zeit, wo man wie der Held Sal Paradise einfach einen kleinen Seesack packen, sich an die Straße stellen und dann lostrampen möchte. Nicht das Ziel ist wichtig, sondern der Weg - nicht zufällig tauchen in Kerouacs Büchern immer wieder Bezüge zum Zen-Buddhismus auf. Doch eigentlich geht es nicht einmal um den Weg, sondern um die Menschen, die man treffen kann, wenn man einfach losgeht: Arme und Reiche, Gammler und Verrückte, Dichter und Hochstapler, Begehrenswerte und Unangenehme. Es ist eine ganz bestimmte Lust, die Lust zu leben und alles zu sehen, die in Unterwegs unglaublich nah und ehrlich beschrieben wird. Dies ist kein Zufall, sondern Programm: die Autoren der Beat-Generation hatten sich geschworen, nur daß zu berichten, was sie wirklich erlebten (allerdings hielten sie das nicht immer ganz ein). Kerouac hat es gerade in diesem Buch geschafft, diese Lust auch in der Sprache, in den Sätzen auszudrücken: sie sind ebenso rastlos und rhythmisch wie das Reisen selbst. Gleicheitig ist Unterwegs auch immer noch ein hervorragendes Zeitportrait der Nachkriegs-USA, kurz bevor die Hippies aufkamen. Es beschreibt eine Subkultur, die sich gegen eine zufriedene und satte Mehrheitsbevölkerung auflehnte, die Gesellschaft der an den Rand gedrängten suchte. Und es ist damit hoffnungslos und überzeugend romantisch, eine Romantik, die die Menschen und nicht deren Konsumgegenstände und Statussymbole in den Mittelpunkt rücken will. Eine Kritik also, die heute immer noch trifft. Und dieses Buch hat eine Wirkung, die nur wenige Bücher haben: es verändert ein bischen das eigene Leben. Denn auch wenn ich oben ein 'Lesealter' empfohlen habe, so ist dies eher ein 'inneres' Alter. Jeder, der Lust am Aufbrechen und Entdecken hat, muß Unterwegs gelesen haben, und wahrscheinlich wird er es nicht nur einmal lesen. Und er wird immer wieder selbst einmal aufbrechen wollen, mit wenig Gepäck und ohne echtes Ziel. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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