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Adressat unbekannt
 
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Adressat unbekannt (Taschenbuch)

von Kathrine Kressmann Taylor (Autor), Dorothee Böhm (Übersetzer)
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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

„Adressat unbekannt", erstmals 1938 im New Yorker "Story Magazine" veröffentlicht, ist ein literarisches Meisterwerk von beklemmender Aktualität. Gestaltet als Briefwechsel zwischen einem Deutschen und einem amerikanischen Juden, zeichnet dieser kurze Roman in bewegender Schlichtheit die dramatische Entwicklung einer Freundschaft.


Über den Autor

1903 in Portland geboren und von Beruf Werbetexterin, lehrte seit den 40er Jahren am Gettysburg College. Ihr bekanntestes Werk "Adressat unbekannt" erschien bereits 1938, wurde aber erst Jahrzehnte später in Europa bekannt. Die Mutter von drei Kindern verstarb 1997.

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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Interessant konstruiert, 8. Dezember 2007
Von xyz-gjw (Graz, Oesterreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
Ein schmales Buechlein von kaum 50 Seiten, das man in zwei Stunden durch hat. Ein Briefwechsel aus den Jahren 1933/34 zwischen einem amerikanischen Juden und einem Deutschen, die durch lange Freundschaft, durch private Beziehungen und Geschaeftsbeziehungen mit einander verbunden sind.
Eine Geschichte mit Konflikt, Verrat, und Rache.
Ausgezeichnet konstruiert und interessant zu lesen.

WARNUNG:
Das Vorwort von Frau Heidenreich nimmt die Pointe des Buches vorweg (!!!). Auf keinen Fall vor dem Haupttext lesen!!! (Und dieses Vorwort ist noch dazu so unsaeglich schlecht geschrieben, dass man es sich auch nach dem Lesen des Haupttextes sparen sollte.)
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28 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Von der Korruption der Sprache, 16. Januar 2003
Von Timon Jakli (Eisenstadt, Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
Kressman Taylors 1938 erstmals veröffentlichter Text „Adressat unbekannt" lässt sich wohl schwer mit herkömmlichen literarischen Kriterien festmachen. Als unkommentierter Briefwechsel abgefasst, zusammengesetzt aus 19 fiktiven Briefen, zieht das Buch den Leser sogleich in seinen Bann. Die Unmittelbarkeit und nicht weniger die Unerhörtheit des Gelesenen verleiht dem Text fast novellistische Züge. Und obwohl der Text selbst nur 44 Seiten beansprucht, schafft es Taylor einen Spannungsbogen aufzubauen, der den Leser veranlasst, von Brief zu Brief immer gespannter weiterzulesen.

Der Plot sei schnell erzählt: 2 Geschäftspartner - ein Jude und ein Deutscher - betreiben in den USA eine gutgehende Galerie. Sie haben mit ihren Geschäften Erfolg und ergänzen einander in ihrem Tun. 1932 entscheidet sich Martin, der Deutsche, zum Wohle seiner Familie auszuwandern, noch ohne antijüdische Ressentiments zu zeigen, aber schon geprägt von der nationalbetonten Stimmung dieser Zeit. Die beiden Freunde bleiben brieflich in Kontakt, es folgen zahlreiche Briefe teils geschäftlichen, teils privaten Inhalts; in der Tat scheint ihre Freundschaft nicht unter der räumlichen Trennung zu leiden. Doch dann macht sich in den Briefen Martins immer mehr nazistisches Gedankengut bemerkbar, er bekleidet mittlerweile ein politisches Amt und ist dabei, gesellschaftlich aufzusteigen. Anfangs appelliert Max, der jüdische Deutsche, noch an ihre alte Freundschaft und an die Verbindung zwischen ihnen. Doch dann kommt es zur Katastrophe, als Martin sich am Tod von Maxens Schwester, die trotz der schwierigen Zeit als Schauspielerin in Deutschland lebt, mitschuldig macht. Und eben in diesem Moment setzt das Ungewöhnliche Ereignis ein, das eine Art literarische Singularität bildet: Der Jude Max beginnt sich zu rächen.

Neben der fesselnden Geschichte zweier Freunde ist der Text aber vor allem deshalb wertvoll, weil er auf einer Metaebene die gesellschaftlichen und interpersonellen Konflikte nochmals reflektiert: Auf der Sprachebene. In der Tat lässt sich durch die 19 Briefe hindurch an der Sprache Martins eine stete Korruption seines Gedankengutes durch den Nationalsozialismus konstatieren. Begrüßt er seinen Freund anfangs noch mit „lieber alter Max", so stockt einem der Atem als er 1933 seine Briefe bereits mit „Heil Hitler!" einleitet. Auch dieser Aspekt mag Kressman Taylors feinsinniges Gespür für Menschen und Gesellschaft widerspiegeln.

Als einziger Wermutstropfen präsentiert sich die Gerafftheit des Textes, die gewisse Vorgänge und Entwicklungen als zu simpel erscheinen lässt. Aber gerade die Darstellungsweise Taylors, die nur einzelne Briefe mit teils längerem Abstand präsentiert, lässt den Leser nach den Entwicklungen dahinter fragen und beleuchtet das Thema Nationalsozialismus von einer ungewohnt neuen Seite.

Obzwar das Buch 60 Jahre in Vergessenheit geraten war, erkennt der Leser seine Aktualität sehr schnell: Die Korruption durch rassistisches, fremdenfeindliches oder neonazistisches Gedankengut geht langsam und in kleinen Schritten vonstatten, aber das Ergebnis ist verheerend. Insofern kann Kressman Taylors Text auch als Manifest gegen die Korruption des Einzelnen gelesen werden, gegen das schrittweise Zulassen rechten Gedankenguts.

Gerade dieser kleine Text könnte als Lektüre für Schulklassen dienen, um fächerübergreifend (Deutsch/Geschichte) Aspekte totalitären Denkens zu untersuchen.

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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Mal eine ganz neue Seite..., 8. April 2008
Von Daniela Möhrke "http://buchbegegnungen.blog.de" (Leipzig) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Bei "Adressat unbekannt" von Kathrine Kressmann Taylor handelt es sich um ein kleines aber feines Büchlein in dem man einen ganz besonderen Briefwechsel verfolgen kann, der überraschende Wendungen nimmt, zumindest wenn man nicht schon vorher zu viel vom inhalt erfahren hat.
Max (er lebt in Amerika) und sein sehr guter Freund Martin (ist mit seiner Familie von Amerika nach Deutschland zurückgekehrt) sind Geschäftspartner und im können durch den Verkauf von hauptsächlich Gemälden ein sehr wohlhabendes Leben führen. Beide stehen stets in Briefkontakt, um über die Geschäfte, aber auch die Familie zu sprechen. Sie bezeichnen sich als Brüder.
Mit der Nazi-Ideologie ändert sich jedoch so einiges und der Briefwechsel nimmt einige Wendungen bzw. findet bald von Martins Seite kaum noch statt.
Das Ende lässt Platz für Spekulationen.

Mich hat besonders die Figur des Max an diesem kleinen Büchlein fasziniert. Sein starker Wille und die Tatsache, dass es nicht einfach aufgibt und der Inhalt seiner folgenden Briefe machen dieses Buch zu etwas ganz besonderem.

Mehr möchte ich nicht verraten - auf jeden Fall selbst lesen!
Das Vorwort von Elke Heidenreich regt auch dazu an.
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Veröffentlicht am 19. Oktober 2007 von deathdealer92618

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