Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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38 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Symphonie schaurig schoener Bilder, 7. April 2000
Von Ein Kunde
Das Buch lebt von den Bildern. Das Unfallopfer, ein junger, attraktiver Mann, der nicht aus dem Unfallwrack heraus kann, seine blutigen Handabdruecke an der Windschutzscheibe, aber die Gaeste der Pension gehen am Auto vorbei, als sei alles in Ordnung. Der sportliche, junge Tourengeher, gleich, gleich, wird ihm etwas passieren, oder ist er bereits verunglueckt, ist er bereits ein lebender Toter? Das Buch wird dominiert von einer gruseligen Thriller-Atmosphaere - gleich passiert etwas schreckliches, oder ist es schon passiert?, und alle tun nur so, als sei gar nichts passiert? Wer sich aber aufgrund dieser Thrilleratmosphaere einen thrillerartigen Handlungsbogen erwartet, wird enttaeuscht. Es gibt (kaum) eine vorwaertsschreitende Handlung; wer ein Buch nur zu schaetzen weiss, wenn es Action zu bieten hat, sollte besser zu einem Krimi greifen. Vielmehr kehren die Bilder wie Variationen in einem Musikstueck staendig wieder. Mir hat dieser mehr einer Symphonie als einem traditionellen Roman gleichende Aufbau des Buches sehr gut gefallen. Am Schluss wird die Pension mit ihren zombiartigen Gaesten, deren Erinnerungen an all das, was in Oesterreich eh' nie passiert ist, sowieso schon laengst zugeschuettet sind, unter einem Murenabgang begraben. Das ewige Vergessen ist somit gesichert.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
wortgewaltig, aber trostlos, 4. April 2006
Wie andere Werke der Jelinek besticht auch dieses Buch durch seine wortgewaltige Sprache, die wohl in der Gegenwartsliteratur einmalig ist. Jedoch verliert sich dieses Werk auch darin. Es wird zuviel Sprache konstruiert, so dass der Inhalt entgleitet. Das Buch ist typisch für die Autorin radikal, kompromiss- und schonungslos, und unterscheidet sich darin wohltuend von der üblichen erfolgreichen Weichspülliteratur. Es bleibt aber trostlos, weil die Jelinek, anders als z.B. Houellebecq nicht die geringste Sympathie für ihre Figuren aufkommen lässt. Das kennt man schon von der Klavierspielerin, doch bleibt die Zeichnung der Figuren in den Kindern der Toten noch unpersönlicher; die Gesellschaft wird mitleidslos seziert. Man muss das Buch langsam lesen, um die Sprache auf sich wirken zu lassen; querlesen ist ausgeschlossen.
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15 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Sinnlos mühsam, 24. September 2006
Es ist ja ganz einfach: Dieses Buch ist kompliziert. Dieses Buch ist kompliziert, also ist es gescheit. Dieses Buch ist gescheit, also ist jeder, der es nicht versteht, dumm. Wer schlecht über dieses Buch spricht hat es nicht verstanden. Ergo: Wer schlecht über dieses Buch spricht ist dumm.
Im Ernst: "Wortwitz" will der "Rheinische Merkur" hier orten, ich allerdings sehe nur sprachliche Taschenspielerei. Von "thematischer Gigantomanie" und "Radikalität" spricht Iris Radisch in Ihrer Rezension. Kann man die völlige Abwesenheit eines Themas tatsächlich Gigantomanie nennen? Und was soll man von Radikalität ohne Sinn und Zweck halten?
Zugegeben: In diesem Buch stehen schöne Sätze. In diesem Buch stehen überhaupt nur schöne Sätze. Dieses Buch ist nicht, wie am Titelblatt vermerkt, ein Roman, sondern eine allzu kräftig durchgeschüttelte Aphorismensammlung. Und so müht man sich durch die Seiten, derer hier gar allzuviele vollgedruckt wurden, quält sich und müht sich und ärgert sich zu guter Letzt nur über die verschwendete Zeit.
Ja, natürlich, vermutlich hab ich das Buch nicht genau genug gelesen. Nicht sorgfältig genug durchgearbeitet. Vermutlich hab ich eben keine Sinn für diese Literatur, von studierten Germanisten für studierte Germanisten. Ja, vermutlich. Je genauer ihr hinseht, desto besser könnt ihr des Kaisers neue Kleider erkennen.
Dieses Buch ist eine Konglomeratwand: Aus der Nähe betrachtet glitzert es verheißungsvoll. Von weitem besehen allerdings - grau in grau. Nie wieder dieses verkrampfte Geschwafel, das nicht absurd, sondern nur sinnlos ist, und das allzu viele für moderne Literatur halten (leider auch jene die nie Bücher lesen).
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