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Die Reise
 
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Die Reise (Taschenbuch)

von Bernward Vesper (Autor)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 707 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb.; Auflage: 6., Aufl. (November 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499150972
  • ISBN-13: 978-3499150975
  • Größe und/oder Gewicht: 19,1 x 11,6 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 161.824 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Die Reise
OA 1977 Form Roman Epoche Gegenwart
In seinem autobiografischen Romanfragment Die Reise erzählt Bernward Vesper illusionslos von seiner Kindheit im nationalsozialistischen Elternhaus und vom Abgleiten aus der linken Studentenbewegung in die Drogenabhängigkeit. Auf verschiedenen Erzählebenen schildert Vesper in essayistischem Stil drei Reisen: eine reale mit dem Sohn Felix von Dubrovnik nach München, eine imaginäre Reise in die Kindheit und einen durch LSD ausgelösten Trip in sein Unterbewusstsein.
Inhalt: Der Roman beginnt mit einer Abrechnung mit der Elterngeneration, die Vesper im Folgenden verächtlich als »vegetables« bezeichnet. Im Verlauf des Romans wird transparent, dass er durch das Schreiben seinen inneren Konflikt zwischen der Liebe zum übermächtigen Vater und seiner eigenen radikalen politischen Überzeugung zu lösen versucht. Die Droge dient in diesem Zusammenhang der inneren Befreiung. Doch die dokumentierten LSD-Trips zeigen, wie illusionslos Vesper auch im Stadium des Rauschs seine Existenz beurteilt. Seine Lebensenergie scheint von einem unkontrollierten Hass (so auch der ursprünglich von ihm gewählte Titel des Romans) bestimmt.
Aufbau: Die drei voneinander unabhängigen Erzählebenen wechseln ohne das Eingreifen einer ordnenden Instanz. Der fragmentarische Charakter des Romans wird verstärkt durch Einschübe von theoretischen Abhandlungen, Gedichten sowie dokumentierenden Zeitungsausschnitten und Rechnungen. Assoziativ verwendete Zitate – im Vorwort etwa von Stokely Charmichael (1941–98, »Go home, kill your father and mother, hang up yourself«) – zeigen Vespers psychische Verfassung. Insbesondere die protokollierten LSD-Trips zeugen von einer Sprache, die zugleich lyrisch dicht und reich an Eindrücken ist. In den Kindheitserinnerungen erschließt sich dem Leser aus Vespers kindlicher Perspektive eine Jugend und Kindheit in einem nationalsozialistischen und autoritären Elternhaus. Durch das Alternieren dieser Rückblenden mit den anderen Erzählebenen stellt Vesper einen kausalen Zusammenhang zwischen seiner gescheiterten persönlichen Entwicklung und der kindlichen Beziehung zu seinem Vater her. Anders als die meisten Autoren der Väterliteratur (Stichwort R S. 1110) beschränkt Vesper seine Darstellung der Beziehung zum Vater nicht allein auf eine bloße Schilderung und Anklage. Vesper versucht sich durch das selbstbekennende Erzählen, insbesondere unter dem Einfluss der Droge, von der Kindheit zu lösen. Das Ergebnis ist eine Selbstzerstörung, die sich im Roman sukzessive offenbart.
Wirkung: Die Reise wurde 1977 mit großem Erfolg veröffentlicht. Der Roman zeigt nicht allein das persönliche Zerbrechen des Autors an seiner Biografie, sondern dokumentiert zudem die verlorenen und entgleisten Ideale einer Generation. K. G.


Kurzbeschreibung

Der Roman beginnt mit einer Abrechnung mit der Elterngeneration, die Vesper im Folgenden verächtlich als >>vegetables<< bezeichnet. Im Verlauf des Romans wird transparent, dass er durch das Schreiben seinen inneren Konflikt zwischen der Liebe zum übermächtigen Vater und seiner eigenen radikalen politischen Überzeugung zu lösen versucht. Die Droge dient in diesem Zusammenhang der inneren Befreiung. Doch die dokumentierten LSD-Trips zeigen, wie illusionslos Vesper auch im Stadium des Rauschs seine Existenz beurteilt. Seine Lebensenergie scheint von einem unkontrollierten Hass (so auch der ursprünglich von ihm gewählte Titel des Romans) bestimmt.

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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen bernward vesper- "die reise", 9. Februar 2004
Es ist nicht möglich dieses Buch, oder besser dieses Fragment eines Buches, zu klassifizieren und einzuordnen, denn bereits nach der Lektüre der ersten Seiten wird bewusst wie anders es ist und welche Einmaligkeit es besitzt.
Eine Einteilung in Kapitel gibt es nicht, dieses Werk gleicht eher einem gigantischen Brainstorming. Und doch lassen sich zwei Hauptbestandteile unterscheiden: der einfache Bericht, in dem Erlebnisse und Erfahrungen aus der Kindheit beschrieben sind und die eigentlichen Erzählungen aus seinem Leben. Das Buch ist geschrieben wie ein Tagebuch, in welchem Gedanken und Assoziationen des Autors verewigt werden, oftmals ohne Bezug zu Vorhergehendem. Für den Leser ist es schwer sich darin zurechtzufinden, eine genaue Kenntnis der Zeit und Problematiken ist von Nöten um zu verstehen und zu interpretieren. Doch gerade durch diese Fetzen und Gedankenblitze erhält das Buch eine erschreckende Authentizität, die es zweifelsohne besitzt. Die einzelnen Stücke und Fragmente verdeutlichen noch genauer die Konfusion und die Suche nach der eigenen Identität im Hinblick auf die Vergangenheit, welche sich im Kopf des Autors abspielen. Dieses Erzählen und Analysieren erfolgt unter dem steten Einfluss von Drogen, was das ganze noch verwirrender macht und dazu führt, dass Bilder sowie Erkenntnisse auf ihren Realitätsgrad untersucht werden müssen. Aber jedes noch so verzerrte Bild steht in direktem Zusammenhang mit den Empfindungen Vespers, denn die Drogen verwirren ihn nicht sondern intensivieren bereits bestehende Gefühle.
Auch die Beschreibungen seiner Kindheit, die vielleicht manchem banal erscheinen müssen, lassen Rückschlüsse auf die psychische Disposition Vespers zu, der sich ja in einer Nervenklinik das Leben nahm. Die Dominanz des Vaters, ein ehemaliger Nazi- Dichter und streng Nationaler, und die problematische Beziehung zwischen Vater und Sohn, gekennzeichnet durch Macht, Hass aber auch aufopfernde Liebe, wird dem Leser vor Augen geführt. Immer wieder, auch während Erlebnisse seines Erwachsenenlebens geschildert werden, tauchen Floskeln und Rückblicke aus der Kindheit auf, die ihn nicht loslässt. Bernward Vesper findet seinen Platz in der Gesellschaft, selbst in seinem eigenen, vermeintlich unabhängigem, Leben, nicht, da er seine eigene Identität immer an anderen misst und über andere definiert. Eine Vergangenheit, die ihn stets belastet, eine Zukunft, die ungewiss ist und die Gegenwart mittendrin mit allen Problemen, Eindrücken und Strömungen der damaligen Zeit, mit dieser Reizüberflutung und Belastung für die Psyche wird Vesper, der auch Gudrun Ensslins Ex- Lebenspartner und Vater des gemeinsamen Sohns Felix ist, nicht fertig. Beklemmend ist es zu lesen, welche seelischen Qualen er erleidet und welchen falschen Götzen und Irrwegen er sich hingibt auf der Suche nach der eigenen Individualität, wohl wissend, dass man längst nicht mehr Außenstehender, sondern Teilnehmer geworden ist, da auch die Geschichte jedes einzelnen miterzählt wird. In eine Gesellschaft hineingeboren, die einem nichts gibt, unfähig feste Bindungen einzugehen und der Zwiespalt um den Verbleib des Sohnes, Dinge die in Vesper zusammenkommen und ihn, salopp gesagt, zu einem „kaputten Typen" machen, der aber die Dinge klarer und ohne Beschönigungen sieht, als viele andere. Vielleicht ist er auch nur einer der wenigen, der gesagt hat, was sich niemand auszusprechen wagte?
Das Buch spricht über Probleme der Selbstfindung, oder besser vom Unvermögen zu dieser, und zeichnet auch ein Bild der Unmöglichkeit sich selbst zu entkommen, unabhängig von gesellschaftlichen Eindrücken. Um zu verstehen, ein Bild zu erhalten, was sich in den Köpfen dieser verzweifelt revoltierenden jungen Erwachsenen abspielte, aber auch um zu erkennen, was vielleicht auch heute noch so manifestiert ist, muss dieses Buch gelesen werden...
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7 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Erfahrungsbericht, Biografie und Roman zugleich, 8. Juli 2001
Von Ein Kunde
Vesper zeigt in diesem Buch wie verkorkst die gesamte Gesellschaft doch ist und ich persönlich finde mit sehr viel Überzeugung zeigt er die Missstände unserer Existenz auf. Er schafft es zugleich assoziativ zu schreiben, auch unter Drogen, und doch verständlich zu bleiben. Hart und mitreissend, sollte aber jeder interessierte und offene Mensch schon gelesen haben!!
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