Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
30 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Faszination der Realität, 25. März 2004
Was Henry Miller in diesem Werk vollbringt, findet in der modernen Weltliteratur keine Parallele. Mutig, spontan, entschlossen stellt er sich dem Leben als Bohemien und erntet dafür die Früchte einer faszinierenden Welt: Der Realität. Aus Miller sprudeln die Gedanken, bejahen und feiern das Leben. Stilistisch brillant niedergeschrieben, erfolgt eine andauernde Vereinigung von Realität und Wunschtraum. Miller verwendet hochrealistische Skizzierungen seines Umfeldes und verknüpft sie kunstvoll mit den irrationalen Schilderungen seiner Gedankenwelt. Ein chaotisches Emotionsleben, dass man aufsaugt, um es in die Wirklichkeit zu verwandeln. Dies kann, meiner Ansicht nach, als eine wesentliche Aussage des Buches betrachtet werden. Desweiteren werden Charktere, die darin vorkommen, nicht erwähnt, um sie zu vervollständigen, sondern sie geben Miller die Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen: In Mitfreude, Mitleid, Liebe, Treue, Glaube, Eifersucht und in noch tausend anderen zwischenmenschlichen Gefühlen. Wohl die zweite, bedeutende Aussage des Buches: Verwirkliche dich durch andere selbst! Miller schreibt nur von den wesentlichen Dingen des Daseins: Liebe, Sex, Kunst, Essen, Freunde, Laster. Er predigt es nicht nur, er lebt es. In diesem Werk wird ein Lebensgefühl zum Ausdruck gebracht, dass keine Kompromisse und Zwänge kennt. Es ist viel mehr als Auflehnung gegen eine prüde Gesellschaft, es zeigt einen neuen Weg auf. Affektisch, hymnisch und prophetisch. Wer sich an diesem Buch stößt, für den ist es besser, seinen Alltag mit grauen Büros, Geldscheinen und Stress zu verbringen.
|
|
|
26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die grenzenlose Lust aufs ungezügelte Leben, 24. Februar 2006
Als Henry Miller 1930 in Paris ankam, war er als Schriftsteller eigentlich gescheitert: Für keinen seiner Romane hatte er bis dahin einen Verlag gefunden. Er beschloss, dass es nichts mehr zu verlieren gab, und ließ alle literarischen Konventionen hinter sich. Das Ergebnis ist "Wendekreis des Krebses", eines der skandalträchtigsten und zugleich einflussreichsten Bücher des 20. Jahrhunderts. In Form eines autobiographischen Tagebuchromans hält Miller sein leidenschaftliches Plädoyer für die ungezügelte Lebenslust. Immer auf der Suche nach einer warmen Mahlzeit, einer willigen Frau oder einfach dem nächsten Glücksmoment stürmt der Schriftsteller durch das Künstlerviertel Montparnasse. Er schläft bei Freunden, auf Parkbänken oder in leeren Kinos, er arbeitet als Korrektor für eine Zeitung, als Hilfslehrer an einem Gymnasium oder als Werbetexter für den Bordellbetrieb. Insbesondere sprachlich mutete die ungebremste Lebensfreude Millers seinen Zeitgenossen viel zu. Wegen seiner eindeutigen obszönen Passagen blieb der Import des Romans in die USA bis in die 1960er Jahre untersagt. Noch heute fasziniert die Kraft des Buches, die letztendlich auch gegen jede spießige Gerichtsbarkeit obsiegte: Die amerikanischen Zensurgesetze wurden geändert, Miller wurde zu einem der meistgelesenen Autoren der 1960er Jahre.
|
|
|
11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Was 'ne Story ..., 19. Juli 2005
Das Buch habe ich auf einem Flohmarkt fuer 2 Euro erstanden, da mir irgendwas ganz hinten im Gedächtnis sagte: "da war doch was mit diesem Autor". Nach den ersten Kapiteln war auch klar was: höchst realitätsnahe, offene, kritische, explizite (!) und grafische Darstellungskunst. Es geht um Paris in den 1930er Jahren und die Beschreibung des täglichen (Über)lebens eines abgehalfterten amerik. Schriftstellers (Miller selbst) vor Ort. Inhalt dieses Lebens: Durchschnorren, F***en bis zum Anschlag, Huren, Spazierengehen (inkl. detaillierter Beschreibungen der Stadt), befreundet sein (müssen) mit durchgeknallten (Rand)existenzen, Essen, Heuchelei, Philosophieren etc. und all das in Endlosschleife. Sicher, hier und da ist es etwas langatmig, aber insgesamt muss man dieses auch sehr gesellschaftskritische Buch einfach gelesen haben.
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|