Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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30 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Einfach nur schockierend!, 23. September 2003
Von Ein Kunde
Es ist das erste Buch aus der Dreierreihe Sexus/Plexus/Nexus. Miller schildert mit einer schockierenden Offenheit wie er sich von seiner Ehefrau trennt und mit Mona, der Frau die Ihn wie keine Andere in seinem Leben beeinflusste, zusammenkommt. Das ist ungefähr der Grundriss. Man kommt während des Lesens nicht drum rum zu denken Miller sei ein Lustmolch, ein verantwortungsloser Schuft und ein totaler Egoist, und wahrscheinlich hat man damit auch noch Recht, so erging es jedenfalls mir. Die andere Seite ist, dass ich tiefe Bewunderung und Achtung vor Ihm bekam, gerade weil er keinen Hehl aus dem macht was er ist. Das verdient Anerkennung. Eben das ist so typisch für Ihn, dass er nicht konform ist. Er schert sich nicht darum was andere von Ihm halten. Besonders das letzte Kapitel hat es mir angetan, dort greift er vor und schildert wie katastrophal die Beziehung mit Mona endet, einfach fantastisch, auch wenn's für Miller grausam war. Fantastisch weil die meisten Menschen eine höllische Angst vor geistigen Schmerzen haben und sich deshalb scheuen Erfahrungen zu machen, Miller jedoch traute sich und litt, und zeigte mir damit wie mutig ein Mensch sein kann. Stellenweise sind die sexuellen Schilderungen etwas nervig, deshalb nur 4 Sterne, ansonsten absolut empfehlenswert.
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71 von 82 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unbekümmerter Egoist ?, 18. Februar 2004
Henry Miller hat wahrscheinlich in Amerika die Literatur begründet, die sich keine Schranken mehr auferlegte.Deshalb war das Buch auch dort lange Zeit verpönt und bei uns in Europa natürlich auch. Trotzdem hat es nicht nur pikante Enthüllungen, sondern es greift auch in religiöse Themen ein, erwähnt seitenlang das alte Testament (natürlich oft mit pikanten Seitenhieben) und er beschreibt auch den "Schmelztiegel Amerika" sehr ausführlich und treffend. Außerdem scheint er mir ein Begründer des sogen."Feminismus" zu sein, denn er versetzt sich sehr oft in die Psyche der Frau (auch in deren Körper fast wie ein Gynäkologe!)und außerdem war er lange zusammen mit Anais Nin. Alles in allem ist dieses Buch natürlich lesenswert, auch wiederholtermaßen. Er hat keinen Nobelpreis bekommen, das ist bekannt und er ist auch sicherlich der Vorläufer aller anderen Schriftsteller aus Amerika, die sich mit der Emanzipation im allgemeinen abgaben bis hin zu Charles Bukowski, was nicht wundert, und daher auch wohl die mannigfache Ablehnung seiner Bücher. So ist er auch heute noch bei manchen Lesern (Leserinnen) vielleicht schockierend, aber was solls? Inzwischen ist dieses Buch ein Fels in der Brandung der neueren Literatur und fast schon ein Denkmal.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Schonungslos und provozierend!, 2. Juli 2004
Ein, in jeder Beziehung, unkonventionelles Buch. Einen Handlungsfaden im herkömmlichen Sinn gibt es nicht. Vielmehr werden Episoden aus dem Leben des Autors erzählt, die zunächst einen chaotischen, destruktiven und verwirrenden Eindruck vermitteln. Es geht vor allem um die Beziehung, die Miller zu den verschiedensten Personen seines Umfelds unterhält. Im Vordergrund steht dabei die Beziehung zu seinen beiden (angetrauten) Frauen Maude und Mona. Die schonungslose Offenheit, mit der er immer wieder sexuelle Details beschreibt, ist sicher nichts für zarte Gemüter und scheint im Widerspruch zu den, mit sehr viel Tiefgang und literarischem Niveau verfaßten Charakterstudien und philosophischen Betrachtungen zur modernen Gesellschaft zu stehen. Für Leser, die diesen Widerspruch verkraften und nicht gerade nach Buchempfehlungen für den Landfrauenverein suchen, kann Millers (erdrückend ehrliches) Buch ganz sicher eine reizvolle Herausforderung darstellen.
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