Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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23 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein rasant und wunderbar erzähltes Buch,, 3. Juni 2007
das einen relativ schnell in den Sog der Geschichte zieht. Man will das Buch eigentlich nicht mehr aus der Hand legen, will die Protagonistin weiter auf ihrem Lebensweg begleiten und ihr zur Seite stehen. Wirklich meisterhaft recherchiert, ein wahrer Lesegenuß! Und da ZOLI auf einer wahren Begebenheit beruht, hat man auch noch die Gewißheit, mal wieder was dazu gelernt zu haben. Vielleicht kein "Muss-Buch", aber doch empfehlenswert.
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53 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein ganz großartiges Buch, 27. Januar 2007
In Amerika gibt es eine alte Garde großartiger Erzähler und es gibt daneben eine aufstrebende neue Generation von Erzählern. Zu den besten dieser Generation gehört zweifellos der in Dublin geborene Schriftsteller Colum Mc Cann, der heute in New York lebt. In Deutschland wurde er auch durch seine Romane "Der Himmel unter der Stadt" oder "Der Tänzer" bekannt. Beide Bücher haben gezeigt, dass der Autor sehr lange und äußerst gründlich recherchiert, um dann dieses recherchierten Geschichten, in einfühlsamer Sprache, von erstaunlicher Präzision, beeindruckend zu erzählen. Zu seinem neusten Buch "Zoli".
Hier wird aus ganz verschiedenen Perspektiven und Zeiten, von den frühen dreißiger Jahren bis heute, die Geschichte der Zigeunerin, der Roma, Zoli Lackowa erzählt. Sie wurde vor dem Zweiten Weltkrieg in der Gegend von Bratislava geboren. Sie hatte eine glückliche, wilde Kindheit. Nur sie und ihr Großvater haben als einzige ihrer Familie den Holocaust, die entsetzlichen Massaker der Nazis, überlebt. Sie lebt versteckt in den Wäldern und lernt, ungewöhnlich für ein Roma Mädchen, lesen und schreiben. Das hat sie ihrem gescheiten Großvater zu verdanken. Nach Ende des Krieges schreibt Zoli Gedichte und singt Lieder. Sie schreibt diese Lieder und Gedichte auf, jedoch sind diese freigeistigen Aufzeichnungen , sowohl ihrer Sippe als auch der sozialistischen Regierung, suspekt. Sie lernt den jungen irischen Journalisten und Völkerkundler Stephen Swann kennen und verliebt sich in ihn. Und obwohl sie diesen inständig bittet sein Vorhaben zu verwerfen, bringt er die Gedichte von Zoli als Buch heraus. Auch die Roma wollen das nicht, und Zolis Familie droht mit ihrer Verbannung. Swann tut es trotzdem, das Buch erscheint und damit verrät er Zoli. Sie wird verstoßen, macht sich nur mit dem was sie am Leibe trägt als Verfemte auf den Weg gen Westen, in dem es die gepriesene Freiheit geben soll.
Das Buch erzählt wie Zoli nun drei Jahre ziellos durch viele Länder wandert, schließlich durch den Eisernen Vorhang in den Westen kommt. Und eines Tages trifft sie auch ihren verräterischen Geliebten" wieder.
Sie bekommt eine Tochter von einem Italiener, den sie abgöttisch geliebt hat. 2003 trifft sie ihre Tochter in Paris, die dort einen Kongress für Immigranten leitet. Zoli schläft bei ihr, steht nachts aus ihrem Bett auf, singt seit Jahrzehnten das erste Mal wieder. Die Poesie, die in ihrem Leben nie versiegt, bricht so in hohem Alter noch einmal aus,
Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit. Es ist am Anfang nicht ganz leicht, sich in die uns doch fremde Welt der Romas einzufinden. Und wenn man sich dann eingefunden hat, genießt man die vielen großartigen Passagen, die unterschiedlichsten Reflexionsebenen. Man sieht dieses große kaleidoskopartig angelegte Panorama Europas zur Zeit des Kalten Krieges und man begreift wie sehr doch unser Leben gegenüber dem hier geschilderten behütet und geschützt ist.
Es ist ein ganz großartiges Buch, wild, frei, grausam und dann auch wieder wunderschön, in einer depressiven, rauen, häufig schwermütigen, melancholischen Poesie, das einen erschüttern lässt. So braucht man zu diesem Buch auf jeden Fall Kraft und Geduld, um diese junge, willenstarke Frau auf ihrem Weg gegen alles Missgeschick und gegen alle Widerstände zu begleiten.
Ein wunderbares Buch, meisterhaft recherchiert und rasant geschrieben, von unglaublicher Sogkraft, in einer Sprache die geradezu phantastisch ist.
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36 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Vogelfrei!, 24. Januar 2007
"Zoli" ist ein Buch von ungeheurer Sprachgewalt, lebendig und ursprünglich. Colum McCann erzählt seine Geschichte in rasantem Tempo, manchmal in abgehackter Strenge, dann wieder in zärtlich wohlgefeiltem Ton. Mit "Zoli" hat er eine literarische Stimme für die Roma erschaffen, die stellvertretend für das Leid und den ungebrochenen Lebenswillen einer Bevölkerungsgruppe und ihrer uns bis heute fremden Kultur steht.
Die erste Erinnerung der Protagonistin Zoli ist verschwommen. Von Hlinka-Gardisten - einer faschistischen Gruppierung, die den Terror der Hitler-Zeit vorweg nahm - wird ihre ganze Sippe grausam ermordet. Nur der Großvater und Zoli überleben. Sie schließen sich einer anderen Kumpanjia an, die aus Vettern und entfernten Verwandten besteht. Zoli liebt die Traditionen und die Lebendigkeit, beginnt zu singen und zu tanzen und erlebt auch die Nazijahre als Jugendliche eher als großes Abenteuer, mit stets wechselnden Aufenthalten in den Wäldern der Slowakei.
Ihr kommunistischer Großvater begrüßt die neue Zeit und Zoli wird mit ihren Gesängen und kraftvollen Gedichten über die Roma-Szene hinaus bekannt. Ihre Verbindungen zur Künstler-Intellektuellen Szene bringt sie zunehmend in Konflikt mit den Traditionen ihres Volkes. Sie verliebt sich in einen Iren, einen nach seinen Wurzeln suchenden Zigeuner-Forscher. Doch ihre wachsende Popularität ist nicht nur der immer drastisch-stromlinienförmiger werdenden Regierung im Auge, sondern auch ihren Stammesgenossen.
So wird sie schließlich mit allen Konsequenzen aus ihrem Verband ausgeschlossen und schließlich auch von ihrem Geliebten verraten. Endgültig vogelfrei geworden, überwindet Zoli schließlich die Grenzen des eisernen Vorhangs...
Colum McCanns Buch erschließt sich nicht auf Anhieb. Aber es nimmt den Leser in jedem Fall mit! Wie schon bei seinem Vorgänger "Der Tänzer" wechseln die Erzählperspektiven und damit auch der Ton, dem die Geschichte folgt. Fernab jeglicher Zigeunerromantik bekommt aber eine Figur Stimme, die man nicht vergessen wird.
Ein ganz besonderes und wichtiges Buch!
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