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Die Vermessung der Welt
 
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Die Vermessung der Welt (Gebundene Ausgabe)

von Daniel Kehlmann (Autor)
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (372 Kundenrezensionen)
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Das Verfahren ist bekannt und bewährt: Man nehme einen Denker aus der deutschen Geistesgeschichte und schlage literarischen Profit aus dessen Verschrobenheit. Ganz vorzüglich ist das beispielsweise Gert Hofmann mit Georg Christoph Lichtenberg in Die kleine Stechardin gelungen. Bernhard Setzwein hat mit Nicht kalt genug einen vorzüglichen Nietzsche-Roman vorgelegt, und Klaas Huizing widmete sich in Das Ding an sich auf hoch vergnügliche Weise dem Königsberger Philosophen und Kant-Vertrauten Johann Georg Hamann. Nun versucht sich auch Daniel Kehlmann erfolgreich an diesem Genre und porträtiert in seinem Roman gleich zwei deutsche Geistesgrößen: Das Mathematikgenie Carl Friedrich Gauß und den Universalgelehrten und großen Naturforscher Alexander von Humboldt. Im Zentrum steht ein Treffen der beiden 1828 in Berlin, auf einem Naturforscherkongress, für den Gauß nur sehr widerwillig sein Göttingen verlässt. Die zwei Großdenker haben sich beide auf ihre eigene Weise der Vermessung der Welt gewidmet, kommen sich aber nur zaghaft näher.

Der Roman kann sich auf knapp 300 Seiten Leben und Werk der beiden allerdings nur schlaglichtartig widmen, eher skizzenhaft und sehr kurzweilig erleben wir wichtige Stationen ihres Schaffens in einer geschickten Mischung aus Fakten und Fiktion: Humboldt auf seinen strapaziösen Exkursionen nach Südamerika, Gauß dagegen eher zerrissen zwischen der hehren Welt der Zahlen und dem schnöden Alltag, denn auch ein Genie hat Zahnschmerzen und muss sich mit Frau und Kindern herumplagen. Die Komik des Romans speist sich dabei nicht nur aus den ironisch beleuchteten Charakteren von Gauß und Humboldt, sondern auch aus der Spannung zwischen Größe und Lächerlichkeit. Humboldts große Forschungsreise nach Russland etwa gerät zur Farce, weil er schon zu berühmt ist: die ganze Expedition gerät zur Massenveranstaltung mit über 100 Teilnehmern, und statt zu Forschen verbringt Humboldt die meiste Zeit auf Empfängen.

Am Ende kann man Daniel Kehlmann gleich doppelt gratulieren: Zu diesem ebenso unterhaltsamen wie niveauvollen Roman -- und zur Nominierung von Die Vermessung der Welt zum in diesem Jahr erstmals verliehenen Deutschen Buchpreis. --Christian Stahl



Amazon.de Audiobook-Rezension

In seinem fünften und bisher besten Roman widmet sich der junge Daniel Kehlmann gleich zwei großen Geistern der an deutschen Genies reichen Epoche des 19. Jahrhunderts. Abwechselnd lässt er Carl Friedrich Gauß und Alexander von Humboldt die Welt erforschen und vermessen, am Ende begegnen sich die beiden, inzwischen alt und berühmt geworden, in Berlin. So leicht, geistreich und zugleich witzig ist schon lange nicht mehr über deutsche Dichter und Denker erzählt worden, über die allzumenschliche Lächerlichkeit auch im Genial-Erhabenen. Ob das alles wirklich so war, fragt der glückliche Leser nicht, auch wenn die leicht karikaturhaften Züge nicht zu leugnen sind. Etwa wenn Humboldt mit seinem Begleiter Bonpland von Paris nach Madrid reitet, um dort am Hof um die Erlaubnis für seine erste Südamerikaexpedition anzusuchen, sie aber einfach nicht vorankommen, weil Humboldt nicht aufhören kann, nebenbei zu messen und zu forschen: “Ein Hügel, von dem man nicht wisse, wie hoch er sei, beleidige die Vernunft, mache ihn unruhig. Ohne stetig die eigene Position zu bestimmen, könne ein Mensch sich nicht fortbewegen. Ein Rätsel, wie klein auch immer, lasse man nicht am Wegesrand.“

Gäbe es einen Preis der prägnantesten Hörbuchstimmen, hätte Ulrich Matthes sicher gute Chancen. Es genügen wenige Worte, um ihn zweifelsfrei zu erkennen. Unverkennbarkeit einerseits, grandioser Schauspieler andererseits, wie Matthes in zahlreichen Stücken, Filmen und Hörbüchern bewiesen hat. Auch aus dem Kehlmann-Roman macht er ein akustisches Ereignis und vermag die Wirkung dieses glänzenden Stücks Literatur noch strahlender zu machen. Dringend zu empfehlen!

Spieldauer: ca. 345 Minuten, 5 CDs, Hörbuchfassung des Autors

--Christian Stahl -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .


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89 von 108 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Auf die Interpretation kommt es an..., 5. März 2009
Von Alexander Schmitt (Frankfurt am Main) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Diese Rezension stammt von: Die Vermessung der Welt. (Broschiert)
Nachdem ich viele der über 300 Rezensionen zu diesem Buch gelesen habe, muss ich feststellen, dass das Buch von vielen Lesern offensichtlich falsch verstanden wurde. Natürlich ist es kein spannendes Buch mit einem klar definierten Plot, der in einem Höhepunkt kumuliert, denn das ist meines Erachtens nach auch nicht der Anspruch dieses Werkes. Vielmehr ist Kehlmanns Roman in erster Linie eine satirische, bisweilen karikierende Darstellung des "Deutschseins", und zwar in zeitlich ungebundenen Kategorien eingebettet. Auch wenn die Handlung bereits vor 200 Jahren stattfand, so sind die meisten Stereotypen doch bis heute erhalten. In zweiter Linie ist es wohl eine philosophische Abhandlung über das Altern, das Kehlmann wie kein Zweiter auf sehr subtile, würdevolle, aber auch lustige Art und Weise betrachtet.

Hervorzuheben ist meiner Meinung nach besonders sein Schreibstil. Als Vielleser von Gegenwartslitaratur (nicht nur deutschsprachiger zwar) war Kehlmanns Roman stilistisch gesehen für mich ein besonderer Genuss. Die oftmals kritisierte, immer anwesende indirekte Rede schafft eine ganz besondere und auch nötige Distanz zu der lange zurückliegenden Handlung, was ich (als Geschichtsstudent) ausschließlich positiv bewerten kann. Historische Romane, in denen die direkte Rede überwiegt, können per se nicht authentisch sein, denn wer will genau wissen können, was wirklich gesagt wurde?!

Über kleinere Ungenauigkeiten bei der biographischen Recherche zu Gauß und Humboldt kann man durchaus hinwegsehen, sie tun der Handlung bzw. vielmehr der Aussage des Buches keinen Abbruch. Auch den Titel des Buches empfinde ich im Gegensatz zu vielen anderen Lesern nicht als störend, da es eben genau die Vermessung der Welt ist, die die Leben der beiden Charaktere miteinander verbindet und im Übrigen auch eine sehr "deutsche" Wesensart darstellt. Auch die Doppeldeutigkeit des Wortes "vermessen" ist hier nicht zu vernachlässigen.

Insgesamt gelingt es Kehlmann also sehr gut, ein leicht zu lesendes, zumeist lustiges, inhaltlich interessantes, wenn auch nicht spannendes, Buch zu verfassen, das durch die Einbettung in die Biographien zweier großer deutscher Wissenschaftler einen hervorragenden Rahmen besitzt.
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113 von 142 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Keine Kehlmann- Euphorie ausgebrochen, 14. März 2008
Von Kritischer Leser (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)   
Recht witzig und amüsant geschrieben, begleitet es zwei der exzellentesten Forscher des ausgehenden 18. Jahrhunderts durch ihr völlig verschiedenes Leben: Alexander von Humboldt, der im nördlichen Südamerika forscht, den Orinoko befährt, auf Vulkane klettert, in Höhlen kriecht und die Kopfläuse der Eingeborenen zählt. Der alles mißt und kostet und katalogisiert, was ihm unterkommt. Beinahe sein ganzes Leben auf Reisen verbringt. Und Friedrich Gauß, der geniale Mathematiker, Astronom, zuletzt auch Physiker, der kaum glaubhafte Erkenntnisse en passant gewinnt, ein Eigenbrötler ist, ein Frauenliebhaber, zuletzt im Alter ein Grantscherm wird. Gewiss ist das Buch gut zu lesen, auch informativ, bietet einige Facetten aus Wissenschaft und Politik der Zeit, läßt den Schluß zu, dass Gauß das wirkliche Genie war, Humboldt eher ein verbohrter, penetranter Pedant, beide sozial wenig gebildet, rücksichtslos, eigensinnig, stur. Was fehlt, ist der Rote Faden in dem Buch: es ist eine Geschichte ohne lebendige, sich aufbauende Handlung, ohne Spannung (wenn auch spannend erzählt) aus sich heraus, ohne Anfang und Ende. Der Erzählfluss plätschert locker dahin, doch es fehlt die Quelle und der große Strom, der ins Meer fließt. Die Begleitgeschichten (z.B. von Herrn Bonpland) muss man recherchieren, es geht nicht hervor, was Geschichte ist und was Fiktion. Alles in Allem ein angenehm zu lesendes Werk, bringt etwas Licht in das Leben der beiden Gestalten, aber mit der überschwenglichen Beweihräucherung der Klappentexte (wo, bitte sind die "fabelhaften Dialoge"?) bin ich nicht einverstanden.
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36 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Zwei große deutsche Wissenschaftler, ein schlechtes Buch, 25. Januar 2009
Leider war der Roman eine Enttäuschung. Kehlmann beschreibt darin das Leben des Mathematikers Friedrich Gauß und der Brüder Humboldt. Ich hatte mir erhofft von dem historischen Roman mit wissenschaftlichem Hintergrund gut unterhalten zu werden und nebenbei etwas lernen.

Man kann Kehlmann zugute halten, dass gleich zu Anfang des Buches klar macht, dass er nicht wirklich die historischen Persönlichkeiten interessiert ist: Er lässt Gauss sagen, in 200 Jahren werde nur sein Werk übrig sein, jeder Einfallspinsel könne sich dann aber Unfug über ihn ausdenken. Und das macht er dann auch fleißig.
Einige Fehler und Ungenauigkeiten später ist man dann genügend gewarnt und der Informationsgehalt des Buches geht daher gegen Null. Für mich als Biologen war der offensichtlichste Patzer dass Quallen, die bei Alexander von Humbolds Reise um das Schiff trieben als "Mollusken" bezeichnet wurden. "Medusen" hätte literarisch mindestens genauso gut geklungen, wäre aber korrekt gewesen.

Da all das ständig daran zweifeln lässt, wo ordentliche Recherche aufhört und Dichtung anfängt bleiben nach dem Lesen mehr Fragen als Erkenntnisgewinn.
Stimmt die kleine Geschichte von Immanuel Kants Altersdemenz ? War Alexander von Humboldt am Ende seines Lebens wirklich ein aktiver Gegner der Evolutionstheorie (Er starb 1859 also kannte er "den Origin" in jedem Fall nicht, Darwin erwähnt Humboldt sehr oft als großen Forscher, das schien mir dann auch unwahrscheinlich), usw... ?
Doch all diese Schwächen würden das Buch noch nicht schlecht machen. Was mich wirklich gestört hat und auch der Grund ist warum ich diese Kritik hier schreibe in Folgendes:

Am Ende bleibt das Gefühl beide Wissenschaftler wären gescheitert. Als hätten sie durch die Erkundung der Welt ihr eigenes Leben aus den Augen verloren. Als wäre ihre Suche nach Wissen irgendwie verfehlt gewesen und hätte niemanden wirklich weiter gebracht. Des bringt meiner Meinung nach Ignoranz gegenüber empirischer Arbeit und Arroganz gegenüber Wissenschaftlern zum Ausdruck.



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Vor 1 Tag von Egypt veröffentlicht

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Vor 11 Tagen von Wolfbooks.de.tl veröffentlicht

2.0 von 5 Sternen Fragwürdig
Wie schon in einigen Rezensionen, und auch sonst vielfach erwähnt (z.B. in Wikipedia/Die_Vermessung_der_Welt oder im Zeit-Online-Artikel von Wolfgang Griep: "Der... Lesen Sie weiter...
Vor 19 Tagen von karlw veröffentlicht

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Ich habe das Buch von einer Freundin zum Geburtstag bekommen und freute mich auf viele spannende Stunden mit den zwei großen Wissenschaftlern. Lesen Sie weiter...
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2.0 von 5 Sternen vielleicht versteh ichs in 20 jahren...
hab das buch zu ende gelesen, wenn es phasenweise auch seeeehr anstrengend war, mich weiterhin dafür zu motivieren. Lesen Sie weiter...
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1.0 von 5 Sternen ...1+1=0....
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Vor 1 Monat von Nica Blajan veröffentlicht

4.0 von 5 Sternen in einem zug ausgelesen
Erst war ich garnicht so begeistert von dem Buch, aber dann habe ich es doch in einem zug ausgelesen. Lesen Sie weiter...
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