Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mischung zwischen Dexter, Six Feet Under und dem Besten von Hohlbein*, 23. September 2009
ICH BIN KEIN SERIENKILLER lässt sich als Psychologischer Horror, Thriller oder gruselige Paranormale Fantasy lesen und spricht Erwachsene und Jugendliche gleichermaßen an. Egal, welche Sparte man üblicherweise bevorzugt, dieses Buch ist lesenswert, denn es handelt sich um eine erstklassige, charakterorientierte Geschichte.
John Wayne Cleaver ist 15 Jahre alt und sich ziemlich sicher, dass es sein Schicksal ist, ein Serienmörder zu werden. Deswegen hat er eine Reihe von Regeln aufgestellt, die ihn daran hindern sollen. Er geht Tieren aus dem Weg, vermeidet Konfrontationen und hat einen Alibifreund. Nur weil John ein Soziopath ist, alle Früherkennungsmerkmale eines Serienmörders aufweist und sich sein Name sich mit drei verschiedenen Serienmördern in Verbindung bringen lässt, heißt dass nicht, dass er selbst einer werden möchte.
Die guten Vorsätze halten, bis eine Mordserie das verschlafene Örtchen in Panik versetzt und John sein inneres Monster freilässt um den Mörder zu schnappen.
ICH BIN KEIN SERIENKILLER kann man sich als eine Mischung zwischen Dexter, Six Feet Under und dem Besten von Wolfgang Hohlbein* vorstellen.
Getragen wird die Geschichte vom Ich-Erzähler John Wayne Cleaver, einem faszinierenden Charakter. Er ist Soziopath mit hohem Aggressionspotential und sich dessen bewusst. John versucht seine fehlende Empathie, sein fehlendes Gespür für normale menschliche Interaktionen durch Logik wettzumachen und seine Aggressionen im Zaum zu halten. Dieser oftmals scheiternde Kampf eine, wenn schon nicht normale, möglichst harmlose Fassade aufzubauen, erweckt wiederum Empathie im Leser. Umso schockierender sind die Szenen in denen Johns Triebe, die er "Mr. Monster" getauft hat, mit ihm durchgehen. Man weiß zwar, dass er kein netter Junge ist, aber seine normalerweise kontrollierten Gedanken in diesen Momenten zu lesen, ließ mir die Schauer über den Rücken fahren. Interessant sind auch die Reaktionen seiner Umwelt, die überforderte Mutter, der ahnungslose Alibifreund, der besorgte Psychiater. Alles in allem handelt es sich auch bei den Nebenfiguren um runde, vielschichtige Charaktere.
Die Handlung beginnt als eine Leiche in das Beerdigungsinstitut eingeliefert wird und John, der gerne im Familienunternehmen mithilft, entdeckt, dass dem Toten eine Niere fehlt. Wenige Tage darauf wird eine weitere Leiche mit entwendeten Organen gefunden und John ist sich sicher: in seiner verschlafenen Ortschaft geht ein Serienmörder um! Ich möchte nicht zuviel verraten, aber dieser Serienkiller hat einen paranormalen Hintergrund.
Schließlich stellt sich die Frage, wer das wahre Monster ist. John, der all seine Regeln über den Haufen geworfen hat um den Mörder zu schnappen oder der Mörder.
Handlungs- und Spannungsbogen sind charakterorientiert. Es gibt kaum Actionszenen, fast die ganze Spannung basiert auf persönlichen Dramen. Dafür ist diese Art von Spannung umso höher.
ICH BIN KEIN SERIENKILLER ist ein hervorragend geschriebenes Buch mit einem faszinierenden Hauptcharakter. Zwei weitere Bände sollen ihm folgen.
* Sich bitte nicht vom Namen Hohlbein abschrecken lassen, die Parallelen sind oberflächlich ;-)
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Klasse Debüt!, 2. Oktober 2009
Der fünfzehnjährige John lebt mit seiner Mutter in der amerikanischen Kleinstadt Clayton, wo diese ein Bestattungsunternehmen führt. John, der schon lange in einem unnatürlichem Maß von Serienkillern fasziniert ist, liebt es, seiner Mutter bei der Einbalsamierung der Toten zu helfen. Für einen Fünfzehnjährigen scheint das eine ungewöhnliche Leidenschaft zu sein und tatsächlich ist der Junge alles andere als ein normaler Teenager. Von seinem Therapeuten als Soziopath eingestuft, werden Johns Befürchtungen nur bestätigt: auch in ihm schlummert ein Serienkiller! Durch strickte Verhaltensregeln gegenüber seinen Mitmenschen, versucht er diese dunkle Seite in sich im Zaum zu halten.
Eines Tages fällt John in der Stadt ein Fremder auf, der ihm noch mehrmals über den Weg läuft und scheinbar die Einwohner Claytons beobachtet. Ist er womöglich der Killer? John ringt mit sich und beschließt schließlich, eine seiner selbstauferlegten Regeln zu brechen. Er beobachtet den Mann und verfolgt ihn sogar, als dieser sich Johns Nachbar Mr. Crowley nähert. Am Freak Lake beobachtet der Junge Schreckliches und alles was er über Serienkiller zu wissen glaubte, scheint plötzlich vollkommen unwichtig zu sein. Nachdem sich der erste Schock gelegt hat, entscheidet sich John zu handeln. Er will den Killer zur Strecke bringen und lässt sein eigenes Monster frei...
Schon optisch kommt Dan Wells Debütroman besonders auffällig daher. Die blutige Schrift auf dem Cover hat ihre Spuren auch auf den inneren Buchdeckeln hinterlassen und zusammen mit dem Buchtitel und dem unbeschnittenen Seiten, entsteht der Eindruck, man halte eine Art Tagebuch in den Händen. Das Tagebuch eines Killers? Da John als Ich-Erzähler fungiert, wird dieser Eindruck bereits zu Beginn und auch im Laufe der Story immer wieder verstärkt.
Zunächst lernt man den scheinbar emotionslosen Teenager und seine Familie näher kennen. Wie John ist man schnell von den Morden und dem Täter fasziniert. Als schließlich klar wird, wer bzw. was der Mörder ist, ist man ebenso überrascht und schockiert wie der Junge. Die Story nimmt eine ungeahnte Wendung, die ziemlich fantastisch ist, dem Buch jedoch sehr gut tut. So hebt sich dieser Thriller deutlich von der Masse ab und entpuppt sich als echter Horror-Schocker mit Fantasy-Elementen. Die Spannung bleibt trotz der frühen Enttarnung des Täters bestehen, denn nun steht alles auf der Kippe. Wird John sein eigenes Monster freilassen oder nicht?
Dan Wells legerer und flüssiger Schreibstil passt perfekt zu seiner spannungsgeladenen Story. Sein einfacher Ausdruck macht es trotz der immer wieder eingebauten tiefsinnigen Gedankengänge Johns möglich, das Buch gespannt, aber gleichzeitig entspannt, in einem Rutsch zu lesen. Die Andersartigkeit Johns und seine dadurch entstandenen Probleme werden durch die Erzählform sehr deutlich und obwohl der Autor sich hauptsächlich auf die Mördersuche konzentriert hat, lässt er immer wieder Emotionen und eine Prise Ironie zu, die der Geschichte eine gewisse Tiefe verleihen.
Ein erstklassiges Debüt, das zu überraschen weiß und Lust auf mehr von Dan Wells macht.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Manchmal kommt es anders und zweitens, als man denkt ..., 16. Oktober 2009
Da dachte ich doch glatt, das Debüt von Dan Wells würde irgendwo zwischen Realcrime, Coming-of-age-Roman und Serienmord-Faszination herumdümpeln. Stattdessen bekommt der Leser einen richtig guten, spannenden und auf seine Art einzigartigen Horrorroman geliefert.
Geschildert werden die Geschehnisse aus der Sicht des fünfzehnjährigen John, der seit frühester Kindheit in der Leichenhalle seiner Mutter arbeitet und gemeinhin als Soziopath verschrien ist. Tatsächlich legt der Junge einige Verhaltensweisen an den Tag, die bedenklich sind - und hier offenbart sich die erste Stärke dieses sehr unterhaltsamen und gelungenen Buches. Auf glaubwürdige Weise lässt Dan Wells den Leser an der Innenwelt seines jungen, schrägen Protagonisten teilhaben, ohne in die übliche Klischeekiste zu fallen. Denn ganz normal ist John wirklich nicht - er weiß dies und hat ein eigenes Regelwerk aufgestellt, damit das Monster in ihm nicht die Überhand gewinnt.
Zurück zur Handlung: Begeistert von Serienkillern sieht sich John plötzlich der Realität gegenüber, als ein eben solcher Täter (scheinbar) plötzlich vor seiner Haustür (einer typischen amerikanischen Kleinstadt) umgeht (die Leichen des scheinbaren Serienkillers werden seiner Mutter ins Bestattungsinstitut geliefert).
Und dann macht John eines Tages eine schreckliche Entdeckung.
Hier kommt die zweite Stärke des Werkes zum tragen: Vergessen sind mit einem Schlag sämtliche Erwartungshaltungen. Hat der Autor bis zu diesem Punkt ein zwar schräges, jedoch mehr als glaubwürdiges Szenario verfasst, schießt er nun vollends aus der Hüfte, so dass Stephen King vor Neid wohl der Sabber aus dem Mundwinkel trieft. Es ist wirklich erstaunlich, wie originell Dan Wells zwei Grundideen zu einem spannenden Buch zusammengefügt hat (man darf an dieser Stelle nicht zu viel verraten!). Hinzu kommt ein gutes Erzähltempo, immer wieder aufblitzender, lakonischer Witz, ungewöhnliche Figuren und kurze Absätze von einfacher, aber fundamentaler Weisheit und Einsicht, auf den Punkt gebracht. Man kann das Buch als ungewöhnliche Charakterstudie lesen oder als puren Horrorroman. Wahrscheinlich wird das Buch auch und gerade Jugendliche ansprechen, da es (wie der erwähnte frühe King) nicht moralinsauer daherkommt und sich auch nicht unbedingt in allen Belangen übertrieben pädagogisch korrekt gibt.
Der deutsche Verlag Piper hat zudem ein wirklich hübsches Buch kreiert (toller Umschlag, schöne Aufmachung bei Kapitelwechsel etc.), die den Preis von 12,95 EUR (letztendlich für ein Taschenbuch) durchaus rechtfertigen.
Ich wage die Behauptung, dass man von diesem Autoren noch einiges hören wird! Klasse! 9 von 10 Sternen und absoluter LESETIPP!!!!
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