Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein-Mann-Hörspiel, 3. September 2008
Das erste Hörbuch der Lauscherlounge lässt auf viele weitere Highlights der Hörbuch-Reihe hoffen. Der Debütroman von Will Elliot ist gut und lässt das Talent des Autors klar erkennen, gewinnt aber erst durch die Lesung etwas Außergewöhnliches. Was beim Lesen des Buches untergehen mag, wird hier herausgekitzelt und in 480 Minuten virtuos umgesetzt.
Oliver Rohrbeck liest diesen Thriller nicht einfach nur, nein, er lebt die Geschichte.
Jede Figur, jeder Clown hat eine eigene einzigartige Stimme. Sei es der Chef der Clowns, der fiese Gonko, dem Rohrbeck eine tiefe, angsteinflößende Stimme verleiht, Doopy, der besorgte Clown, der zwei Oktaven höher immer alles zweimal sagt und hier besonders positiv auffällt, Goshy, der wie ein Wasserkessel pfeift oder J.J., Jamies dunkles Ich, der stets leicht wahnsinnig klingt. (mit J.J.s kennt sich der Vortragende ja aus... ;-) )
Man hat beim Hören das Gefühl, einem Hörspiel mit mehreren Sprechern zu lauschen.
Die Intensität Rohrbecks lässt einen sogar die obligatorischen Hintergrundgeräusche erahnen und ehe man sich versieht, ist man mittendrin in der bunten und erbarmungslosen Welt des Zirkus Pilo...
Ein Hörerlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte!
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Ich mag keine Clowns...., 20. Mai 2009
Will Elliott zeichnet in seinem Debütroman einen Zirkus der eigenen Art, nämlich den Zirkus der Pilo-Familie, der ein wahres Kuriositätenkabinett an schrägen und absonderlichen Figuren aufbietet.
Diese Welt ist von einer heilen Zirkuswelt Lichtjahre entfernt. Geleitet von zwei Brüdern, die sich gegenseitig nach dem Leben trachten, gibt es Hass und Missgunst zwischen den Künstlergruppen: Clowns bekämpfen Artisten, Wahrsagerin bekämpft Zauberer und irgendwie bekämpfen alle alle (und in der Wahl der Waffen sind alle Beteiligten alles andere als zimperlich) - alles ist morbide und skurril.
In diesem Kabinett der Absonderlichkeiten begegnen wir den meisten Charakteren eigentlich ungern. Das fängt bei den Chefs an. Der riesige Kurt Pilo verspeist für sein Leben gern Zähne, egal von welchem Lebewesen und hat einen ausgeprägt religiösen Tick (die Bibel ist sein Lieblingsbuch). George Pilo ist äusserlich das Gegenteil seines Bruders und reicht den anderen Protagonisten in der Regel nur bis zum Bauchnabel. Was ihn aber nicht daran hindert, mit grosser Bosheit und Niedertracht dafür zu sorgen, dass niemand was zu lachen hat. Die Monster im Schreckenskabinett sind die bemitleidenswertesten Figuren des Romans. Kreiert vom mysteriösen Materieumwandler handelt es sich bei ihnen um Menschen, die bei den Pilo-Brüdern in Ungnade gefallen sind. Es wimmelt von Zwergen und Zigeunern, den sogenannten Zirkusratten, die hier vor allem die Rolle des Kanonenfutters innehaben. Eine hinterlistige Wahrsagerin sowie der durchgedrehte Magier Mugabo, der keine Kaninchen mehr aus dem Hut zaubern will, runden den Reigen ab und schliesslich sei noch ein Blick erlaubt auf unsere Hauptprotagonisten, die Clowns, über die wohl niemand wirklich lachen mag - dem sadistischen Chef Gonko folgt der komplett durchgeknallte Goshy (der sich in einen Farn verliebt) und diesem sein unglaublich nerviger Bruder Doopy - sie alle sind in erster Linie gewalttätige Psychopathen. Der von diesen Widerlingen entführte Jamie wird durch Auftragen der Clownschminke zu einem Teil dieser Welt: Er wandelt sich in den gemeinen Clown JJ.
Das Ganze fasziniert und stösst gleichzeitig ab (doch doch, das geht...). Makabres, Irrsinniges, schwarzer Humor sind eingeflochten in eine düstere Geschichte mit Lovecraft'schem Hintergrund. So stell ich mir einen Alptraum vor! Die Stimmung, die vom Buch ausgeht ist alles andere als sympathisch, eher grotesk-grausam und wie gesagt auf ihre Art auch faszinierend..
Die Zirkuswelt und die Geschichte dahinter wird nur rudimentär erklärt. Es bleibt dem Leser überlassen, ob er das so goutieren mag oder nicht. Akzeptiert man diese wenigen, dünnen Informationen, ist der Roman in sich durchaus stimmig und weiss einen auch so zu packen, dass man weiterlesen muss, da man unbedingt erfahren möchte, ob sich der von den Clowns entführte Jamie als clownesker JJ gewissermassen selbst sein Grab schaufelt oder ob es für ihn sowas wie ein Happyend geben wird.
Der spannendere Teil des Buches spielt sich leider in der ersten Hälfte ab. Hier verschiesst Elliott sein Pulver und danach flacht die Geschichte ab. Es gibt zwar ein großes Finale, doch ich mag dieses nicht als Höhepunkt des Buches bezeichnen. Der fehlende Spannungsbogen ist wohl die grosse Schwäche dieses Romans. Und trotzdem bleibt die Geschichte interessant dank der Grundatmosphäre, dem durchaus originellen Setting sowie der Skurrilität einzelner Szenen.
Der Eindruck ist somit höchst zwiespältig: Eine interessante Idee wird nicht konsequent durchgezogen und das Ambiente beeindruckt stärker als die Geschichte an sich. Da wäre zweifellos mehr drin gewesen. Für ein Romandebüt jedoch akzeptabel. Macht 3 Sterne.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ich hoffe du begegnest nie einem Clown!, 16. September 2008
Wer hätte gedacht, das Clowns so fies sein können...
Jamie sicherlich nicht.
Bis er eines Tages auf ein paar von ihnen trifft und sich damit sein Leben verändert. Jamie wird sich immer fragen, warum nur, hat er den Gegenstand der Clowns aufgehoben, den einer von ihnen weggeworfen hat. Doch nun ist es nicht mehr rückgängig zu machen. Die Clowns Gonko, Goshy und Doopy besuchen ihn darauf hin und Jamie hat keine ruhige Minute mehr. Sie drohen ihm, stellen sein Haus samt Mitbewohnern auf den Kopf und hinterlassen immer Nachrichten.
Das Ziel der Clowns wird langsam klar, Jamie soll einer von ihnen werden. Dazu muss er Prüfungen bestehen und wird anschließend in den Pilo Zirkus entführt, in dem es vor seltsamen Gestalten wie Zwergen, Freaks, Akrobaten, Wahrsagern und Zigeunern nur so wimmelt.
Hier wird er zum Clown geschminkt, was sein inneres Wesen verändert, er wird im wahrsten Sinne des Wortes Böse und schreckt auch vor Mord nicht zurück. Er folgt dem Chef der Clowns Gonko und seinen Kumpanen und ist bei jedem Schabbernack dabei.
Nebenbei müssen sie noch ihre Clownsvorstellungen im Zirkus absolvieren, doch dies gestaltet sich nicht immer, als ganz einfach.
Doch wenn Jamie aus diesem Zirkus entkommen will, muss er sich zuerst selber besiegen, denn sein größter Feind, ist er selber sobald er die Clownsschminke trägt.
Hölle ist ein düstere, aber auch manchmal komische Horrorgeschichte.
Die Hauptfigur Jamie, gerät an ein paar verrückte Clowns und wird in eine Welt hineingezogen, welche sehr unheimlich ist. Eine Zirkuswelt von der man nur wenig erfährt und auch Jamie sich fragen Warum das Ganze?.
Das Buch ist sehr rasant geschildert, es lebt von der Handlung, dabei bleiben manchmal einige Fragen offen und so mancher Charakter bleibt auch unbelichtet.
Auch die Aufgaben die jeder Kreatur im Zirkus hat und wie alle dahin gekommen sind, werden nur kurz angeschnitten und lassen manchmal einen unwissenden Eindruck zurück.
Gut eingebaut ist die Ironie, diese kommt nicht zu kurz und so schafft es Will Elliot, immer mal wieder für einen Lacher zu sorgen, was die Geschichte immer weiter interessant macht.
Jetzt ist Frage ob es nach Hölle einen Nachfolger geben wird, denn der Showdown am Ende war viel zu kurz und lässt natürlich viele Fragen offen.
Will Elliot hat sein Buch Hölle mit Horror, schaurigen Effekten und viel Komik versehen und schafft ein wahnwitziges Romandebüt.
© Y.M.
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