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34 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Chronologie einer Tragödie, 20. Mai 2006
Die Zeitschrift "Outside" ermöglicht dem Journalisten Jon Krakauer die Teilnahme als Kunde an einer Expedition auf den höchsten Berg der Welt, um einen Artikel über die "Kommerzialisierung des Everest" zu schreiben. Beim Abstieg vom Gipfel am 10. Mai 1996 geriet er mit anderen Bergsteiger in der "Todeszone" oberhalb des Lagers IV in ein heftiges Unwetter, 8 Menschen, darunter auch zwei Leiter kommerzieller Expeditionen, kamen dabei ums Leben.
Krakauer nimmt in seinem Bericht einen langen Anlauf, bevor er sich dem Gipfelsturm und den tragischen Ereignissen am Everest widmet. Zunächst erzählt er die Geschichte der "Eroberung" des Everest durch heroische Alpinisten, von den ersten (gescheiterten) Versuchen durch Mallory und Irvine bis zur Erstbesteigung durch Norgay und Sir Hillary, ebenso von Habelers und Messners Besteigung ohne zusätzlichen Sauerstoff und der Everestbesteigung durch Dick Bass 1985, einem Hobbybergsteiger mit begrenzter Erfahrung, der damit den höchsten Berg der Welt für ein breiteres (aber zahlungskräftiges) Publikum interessant machte.
Detailliert schildert Krakauer die verschiedenen Charaktere der Menschen, die sich am Berg tummeln, er beschreibt ihre Macken und Stärken. Krakauer und seine Mitstreiter haben während der Aklimatisierungsphase im Basislager und am Berg mit den verschiedensten Problemen zu kämpfen: Nicht eingelaufene Schuhe, hygienische Missstände, Höhenerkrankungen, Erschöpfung und der Substanzverlust an Kraft und Energie, physisch wie psychisch. Zudem bekommt man als Leser einen Eindruck, was Träger und Hilfspersonal bei einem solchen Unternehmen leisten und welch eine Logistik dahinter steckt.
Schließlich kommt es beim Gipfelvorstoß immer wieder zu Problemen und Verzögerungen. Absprachen werden ignoriert, der Vorrat an zusätzlichem Sauerstoff schwindet, hinzu kommt die Kälte sowie nachlassende Kraft und Urteilsvermögen bei den Kletterern. Das nahende Unwetter bemerkt niemand. Die äußeren Umstände und individuelle Fehler führen schließlich in die Katastrophe. In dramatischen Bergungsaktionen können dennoch einige Kletterer gerettet werden.
Beck Weathers, einer der tragischen Protagonisten der Katastrophe, erklärte in seinem Buch "Für tot erklärt - meine Rückkehr vom Everest" Krakauers Bericht zur "definitiven Chronik der verhängnisvollen Expedition". Natürlich ist die Betrachtung subjektiv, aber Krakauer beruft sich, als gewissenhafter Journalist, auf die detaillierten Beschreibungen vieler Bergsteiger und Expeditionsteilnehmer, die gemeinsam mit ihm am Berg waren.
Dieses Buch ist wirklich packend und geht unter die Haut.
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55 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Espressomaschinen in Basis-Lager vier!, 10. Juni 2007
Der amerikanische Bergsteiger Jon Krakauer hat mit "In eisige Höhen" ein sehr tragisches Erlebnis verarbeitet, das er Mitte der Neunziger Jahre am höchsten Berg der Erde hatte.
Auf sehr spannende Art und Weise schildert er eine Mount Everest-
Expedition, die einem Dutzend Weggefährten das Leben gekostet hat. Dabei ist dieses Buch in keinster Weise effektheischend und schon gar nicht kommt er in die Nähe eines "Aus Unglück Profit ziehen-Wollenden". Vielmehr gelingt ihm eine sehr komplexe Schilderung des "Mythos Mount Everest" und der Kommerzialisierung des Himalaya.
Jon Krakauer berichtet zunächst von seiner eigenen Bergsteiger-Laufbahn, die er nach sehr langer und reiflicher Überlegung mit der Besteigung des Everest krönen will. Als er sich im Frühjahr 1995 dazu entschließt, stößt er auf mehrere Expeditionsgruppen, alle geführt von erfahrenen Bersteigern und Sherpas. Die Bezwingung eines Achttausenders ist in jedem Fall eine Grenzerfahrung, der sich nur geübte und trainierte Bergsteiger stellen sollten. Dabei geht es nicht nur um eine sportliche Höchstleistung, die Vorbereitung und die wettermäßigen Faktoren spielen eine ganz wesentliche Rolle für das Gelingen eines solchen Unternehmens. Das Basis-Lager unterhalb des Gipfels ist ein mehr als unwirtlicher Ort, in dem nicht nur sprichwörtlich die Luft dünn wird. Was Krakauer dann jedoch erlebte - und beinahe nicht überlebt hätte, hat er sich jedoch in seinen kühnsten Träumen nicht ausgemalt. Denn er trifft u.a. vollkommen überforderte Hobbykletterer, die sich völlig unzureichend vorbereitet haben, jedoch ihre persönlichen Grenzen nicht erkennen wollen. So ist eine reiche Amerikanerin dabei, die sich eine Espressomaschine in Basis-Lager vier schicken lässt, da sie auch am Berg auf keinen Fall auf Luxus verzichten mag. Obwohl solche Eskapaden den Erfolg am Berg immer wieder in Frage stellen, rechnet doch niemand mit der Tragödie, die sich dann auf dem Weg zum Gipfel ereignet...
Jon Krakauers Buch ist seit vielen Jahren ein Longseller. Ich selber komme schon ins Japsen, wenn ich in den vierten Stock steigen muss und hätte darum nie geglaubt, dass mich ein Buch über eine Himalaya-Expedition so packen würde. Jon Krakauers Buch aber hat mich sehr lange beschäftigt. Wie und was er über einen Ort der Erde schreibt, der einfach nicht zum Touristenziel geeignet ist, ist eindringlich und einzigartig!
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17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Realistisch, gnadenlos gefühlvoll, ehrlich, 11. Januar 1999
Von Ein Kunde
Das Buch ist eine Mischung aus Bericht und Reportage. Akribisch rollt der Autor die Geschichte der Besteigungen des höchsten Bergs der Erde auf und versteht es, den Leser nie darüber im Unklaren zu lassen, was ihn am Ende erwartet - wie in einer klassischen Novelle. Stets gibt es Querverweise zwischen jetzt und damals. Doch was sich schließlich 1996 ereignet, hält selbst den größten Bergmuffel umklammert. Spannend, genau, mitreißend. Jon Krakauer hat das Bergsteigen zu einem gesellschaftlichen Ereignis gemacht, einem Phänomen, vor dem viele Leser mit leisem Kopfschütteln und gleichzeitig trockener Kehle stehen werden. Ein neues Buch. Ein Buch über das Bergsteigen, das sich auch an Bergsteiger richtet, aber eben nicht nur. Glänzend geschrieben und packend in der Bemühung um authentischen Reportagenjournalismus. Das Buch ist kein Reißer, sondern es fesselt deshalb, weil es auch im Angesicht unüberwindbarer Hilflosigkeit ein genaues Bild des Lebens zeichnet; des Lebens von Menschen, die ihr stärkstes Abenteuer nicht überleben konnten.Lutz Hermann Kreutzer
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