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Die Reise nach Petuschki: Ein Poem
 
 

Die Reise nach Petuschki: Ein Poem (Taschenbuch)

von Wenedikt Jerofejew (Autor)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 169 Seiten
  • Verlag: Piper; Auflage: 13., Aufl. (Juli 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492206719
  • ISBN-13: 978-3492206716
  • Größe und/oder Gewicht: 19,1 x 11,9 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 114.401 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Die Reise nach Petuschki
OT Moskwa-Petuschki. PoemaOA 1973 (in Israel) DE 1978Form Prosapoem Epoche Moderne
Wenedikt Jerofejews »Poem« Die Reise nach Petuschki war in der Sowjetunion bis 1988 verboten, weil es ein für das Land gravierendes und unlösbares gesellschaftliches Problem behandelt: den Alkoholismus. Das Werk zählt zu den wichtigen Texten moderner russischer Literatur, es kursierte in illegalen Abschriften – und galt als Kultbuch. In den 1970er / 80er Jahren sahen viele Russen in ihm ein Bollwerk unter der Diktatur verloren geglaubter kultureller Werte.
Inhalt: Das Handlungsgerüst bildet ein Tag im Leben des mit dem Autor namensgleichen Alkoholikers und Ich-Erzählers »Wenja« (Wenedikt) Jerofejew. Er besteigt am Morgen in Moskau den Zug in das ca. 120 km entfernte Petuschki, um seine Geliebte zu treffen. Der Zielort wird von dem erwartungsfrohen Helden zu einem Paradies auf Erden idealisiert, in deutlichem Kontrast zum düsteren Moskau. Im Verlauf der Zugfahrt betrinkt sich Wenja haltlos. Unter dem Einfluss des Alkohols schildert der Erzähler seine immer surrealistischer werdenden Gedanken, die sich teilweise mit der Realität vermischen. So erscheinen ihm monströse Fabelwesen und apokalyptische Dunkelheit senkt sich herab, während der Zug unversehens nach Moskau zurückfährt. Am Ausgangspunkt seiner Reise angekommen, wird der mittlerweile Orientierungslose von vier düsteren Gestalten überfallen, misshandelt und ermordet. Am Schluss lässt der Autor deutliche Parallelen zum Leiden und Sterben Christi anklingen.
Die teils pathetischen, teils vulgären, durchweg aber poetischen Trinkermonologe seines Helden sind für Jerofejew ein Mittel zur radikalen Kritik des Sowjetsystems. Indem er seinen heruntergekommenen Erzähler die typischen Parteiparolen und ideologischen Satzhülsen in den Mund legt, erziehlt der Autor einen grotesk-parodistischen Effekt. Zugleich wird die Illusion eines kommenden kommunistischen Paradieses – eine der symbolischen Bedeutungen des »unerreichbaren«, in der Realität aber trostlosen Petuschki – ad absurdum geführt.
Struktur: Die Kapitel entsprechen den Stationen der Zugreise, wodurch das Inhaltsverzeichnis den Charakter eines Fahrplans erhält. Ein weiteres strukturelles Merkmal des Buches sind die unzähligen Zitate aus der Weltliteratur, die das Werk, das Jerofejew im Untertitel Poem nennt, zu einer Collage unterschiedlichster Versatzstücke werden lassen. In einer Situation, in der das sowjetische Regime den Künstlern das Reden verbot, bediente sich Jerofejew demonstrativ »fremder« Stimmen. Der häufig von Lesern geäußerte Eindruck, man habe etwas Vertrautes vor sich und die Weltliteratur sei gerade in diesem kleinen Werk in besonderer Weise lebendig, ist ein Resultat dieser Technik.
Wirkung: Nachdem Die Reise nach Petuschki 1988 endlich auch in Russland gedruckt worden war, wurde der am Rand der Legalität lebende Jerofejew kurz vor seinem Tod unversehens zum Medienstar. Er trat mehrfach im Fernsehen auf und es wurden zwei Dokumentarfilme über ihn gedreht (einer von der BBC). Sein »Poem« hat in West und Ost viele Neuauflagen erfahren, liegt in zahlreiche Sprachen übersetzt vor, läuft weltweit als Theaterstück in unterschiedlichen Bearbeitungen und ist in Deutschland auch als Hörbuch erschienen. N. S.


Kurzbeschreibung

Dieser Roman ist ein singuläres Meisterwerk - und es ist zweifellos ein hochprozentiger Text der Weltliteratur. Seit 1978 hat sich die absurde Schilderung einer Sauftour, die innerhalb der russischen Literatur ihresgleichen sucht, vom Geheimtip zum Dauerseller gewandelt.

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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Ersatz für jenes, wonach mein Herz sich sehnt, 4. Juni 2001
Von Ein Kunde
Wenitschka Jerofejew, ein verzweifelter heruntergekommener russischer (sowjetischer) Trinker, ist mit dem Zug auf dem Weg nach Petuschki - dem letzten Ort, an dem noch jemand auf ihn wartet. Begleitet am Anfang vom unbarmherzigen Kater, später vom schweren Alkoholrausch und immer von der Angst, am Ende doch wieder nüchtern zu werden - „Wenn das Herz aus dem Rausch erwacht, kommen Angst und Unsicherheit auf" - philosophiert er unterwegs in einem Selbstgespräch über das Leben und - trinkt. Witzige Realität und der Alptraum wechseln sich ab, Halluzinationen nehmen merkwürdigste Formen an. Erreicht Wenitschka sein Paradies - Petuschki?

Warum trinkt Rußland? - „Das also haben mir die Leute gegeben als Ersatz für jenes, wonach mein Herz sich sehnt!" - Über die Ursachen kann man viel spekulieren, ganz verstehen werden wir das jedoch nie. Wer darüber mitreden möchte, sollte vorher das Poem „Reise nach Petuschki" von Wenedikt Jerofejew unbedingt lesen. Einzigartige Schöne Erzählungssprache des Autors und Brillante Übersetzung aus dem Russischen machen das zum Genuß.

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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Jerofejews Roman ist ein kleines Meisterwerk,, 30. Mai 2001
eine absurde, schöne und poetische Geschichte, geschrieben mit einem einzigen Satz. Dieses Buch ist ein Erlebnis für Literaturfanatiker und ein Muss für alle Säufer. Ist man beides, kann man eigentlich nicht leben, ohne diese Geschichte gelesen zu haben.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Der Zirrhose ein Salut, 12. März 2006
Von Polygraph - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REVIEWER)   
„Soetwas kann ja nur aus Russland kommen“, denkt man, während der ersten Kapitel. Der Ich-Erzähler von „Die Reise nach Petuschki“ (der mit dem Verfasser weitgehend identisch ist) beschreibt seinen Vollrausch mit einer Begeisterung und Intensität, dass man die Galle schon fast selber schmecken kann.
Obwohl er in all den Jahren noch nicht eine einziges Mal den Kreml gesehen hat (da er im Suff immer an ihm vorbeilief), ist sich Wenedikt Jerofejew doch ziemlich sicher, in Moskau zu wohnen. Bis zu seiner Entlassung als Kabelverleger, lief sein Leben relativ ungestört. Doch da ihn nun nichts mehr in dieser Stadt hält, besteigt er in den Zug nach Petuschki, wo Wenedikts Geliebte und ihr gemeinsames Kind wohnen, um dort noch einmal von vorne anzufangen.
Mit einen Koffer voll harter Spirituosen im Handgepäck freundet sich der Erzähler schnell mit seinen skurrilen Reisegefährten an, die alle eine interessante Geschichte zu erzählen haben.
Zwischendurch verrät Wenedikt noch ein paar Geheimrezepte für obskure russische Cocktails, bei denen der Genuss eindeutig dem Rausch untergeordnet ist, und steigert sich mit jedem Schluck Wodka weiter in seine Monologe über Gott und die Welt hinein.

Trotz der starkfarbigen Beschreibungen des Rauschzustands, trotz der uneingeschränkten Verherrlichung des Komatrinkens würde man diesem Buch nicht gerecht, wenn man es als spaßige Trinkerlektüre abtun würde. Das Buch hat eindeutig politische Spitzen: Mit feiner Ironie verspottet der bauernschlaue Erzähler die schwerfällige sowjetische Bürokratie und Korruption und bleibt dabei trotzdem eine tragische Figur, für die man eigentlich nur Mitleid empfinden kann.
Trotzdem noch ein gutgemeinte Warnung: Man darf von dieser Geschichte keine Logik und Zusammenhang erwarten. Mit wechselndem Erzähler, unübersichtlichen Monologen, und Episoden, die ans Fabelhafte grenzen, dürfte „Die Reise nach Petuschki“ manchen Leser verwirren. Man muss sein Gefühl für Logik und Realität ausschalten, um es in vollem Umfang geniessen zu können.
Glücklicherweise stehen in diesem Buch ja einige Rezepte für Getränke, mit denen dieser Zustand in Sekundenschnelle erreicht werden kann.

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Ein großartiges Buch in Moll! Ein Trinker macht sich auf den Weg, einmal in seinem Leben den Kreml zu sehen. Lesen Sie weiter...
Vor 22 Tagen von weltalf veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen absolut lesenswert
Will den inhaltlichen Meldungen der Kollegen nichts hinzufügen,
nur soviel :
Buch ist absolut lesenswert, eines der besten !
Vor 23 Monaten von S. Schnepf veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Die besoffenste Fahrt des Lebens
erlebt der grandiose Autor von Moskau nach Petuschki.
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Veröffentlicht am 23. August 2006 von Walter Schmid

5.0 von 5 Sternen verstörend bis erheiternd
Es gibt Bücher, die reizen einem während des ganzen Lesens durch eine Fülle von dubiosen Situationen und skurrilen Gesprächen mit obskuren Personen, zum unentwegten Lachen. Lesen Sie weiter...
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Am 4. Juni 2001 veröffentlicht

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Die Hauptpersonen dieser bereits Ende der Sechziger Jahre entstandenen Zugfahrt ins Nirgendwo: Ein Koffer voller Alkoholika, ein Engels-Chor, ein Zugabteil voller skurriler Typen... Lesen Sie weiter...
Am 14. Dezember 1999 veröffentlicht

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