Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Zufälle gibt es..., 21. September 2009
Nach dem Unfalltod ihres Mannes findet June in dem Polizisten Kurt Nealon einen zuverlässigen Partner und liebevollen Vater für ihre kleine Tochter Elizabeth.
Alles scheint sich zum Guten zu wenden. Doch als June ihr zweites Kind erwartet, schlägt das Schicksal erneut zu - Kurt und Elizabeth werden von dem bei der Familie Nealon beschäftigten Wanderarbeiter Shay Bourne erschossen.
Doch damit nicht genug, erkrankt die zweite Tochter Claire schwer an einem Herzleiden und benötigt 11 Jahre später ein Spenderherz, das ausgerechnet der zum Tode verurteilte Mörder Shay Bourne spenden will.
Zufällig ist Bourne ein geeigneter Spender, doch June und Claire sind hin- und hergerissen, ob sie der Organspende zustimmen sollen und können.
Währenddessen betätigt sich Shay Bourne als "Messias der Todeszelle", beeindruckt die Mitinsassen und langweilt den Leser mit diversen Wundern, die auch im Nachhinein nicht schlüssig erklärt werden.
Jodi Picoult gehört für mich zu den großen amerikanischen Schriftstellern und hat mir mit einigen ihrer vorherigen Romane schon viele Stunden kurzweiliger Unterhaltung geboten.
Die 43-jährige Autorin erzählt die Geschichte, wie in ihren Bestsellern "Beim Leben meiner Schwester" und "Neunzehn Minuten", aus Sicht der verschiedenen Protagonisten. Das mag ein- oder auch zwei Mal interessant und originell sein. Aber dieses Strickmuster ein drittes Mal zu verwenden, kann einfach nur in die Hose gehen.
Zudem ist mir der Roman zu religions- und wunderlastig, die Geschichte strotzt vor Zufällen, kommt nicht in Schwung und hätte durchaus straffer gefasst werden können.
Positiv in die Waagschale werfen möchte ich die Wortgewandtheit der Autorin. Die Figuren wirken authentisch und lebendig und der Leser kann sich gut in ihre Gedankengänge hineinversetzen.
In ihren vorherigen Romanen, wie z.B. in "Neunzehn Minuten", in dem es um einen jugendlichen Amokläufer geht, hat Jodi Picoult bewiesen, dass sie aktuelle Probleme durchaus sensibel in einem Roman verarbeiten kann. Leider ist ihr das in meinen Augen bei der Diskussion über die Todesstrafe und Organspenden nur bedingt gelungen.
"Das Herz ihrer Tochter" ist für mich der schwächste der mir bekannten Picoult-Romane. Dennoch sehe ich dem nächsten Buch mit Spannung und Freude entgegen, denn ich weiß: Jodi Picoult kann auch anders...
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Unerwartet...gut!, 7. September 2009
Ich kannte Jodi Picoult vorher nicht und habe dieses Buch, nach Cover und Inhaltsangabe für einen kitschigen (entschuldigung) Frauenroman gehalten. So viel Leid, wie die arme June ertragen muss(te), muss (Gott sei Dank!) kein Mensch ertagen (können).
Aber was war das? Der Roman entwickelt sich anders als gedacht: Statt den Fokus, wie angegeben und auch wie der Titel vermuten lässt, auf June und Claire zu legen, geht es hauptsächlich um Shay, der für den Mord an Ehemann und Tochter im Todestrakt sitzt. Die Nebenfiguren, besonders Maggie, die pummelige Anwältin von Shay, sind interessant und ich konnte mich gut in sie hineinfühlen, auch wenn sie vielleicht etwas zu "einfach" waren (um nicht das Wort "klischeehaft" zu benutzen).
Es geht also um die Ethik derTodesstrafe, ein Bereich der sehr gut aufgemacht ist im Buch und der auf interessante und aufschlussreiche Weise behandelt wird. Das zweite Hauptthema ist Religion, besondes die gnostischen Evangelien, die Shay zur Verwunderung aller zitiert. Zwei sehr interessante Themen werden zusammengebracht - meiner Meinung nach ist diese Verquickung gut gelungen.
Nicht gefallen hat mir teilweise der Stil. Besonders auf den ersten 200 Seiten hatte ich das Gefühl, die Geschichte kommt nicht richtig in Schwung, der casus knaxus wurde vielleicht etwas zu lange hinausgezögert. Die "Überraschung" am Ende hatte ich schon früher im Buch erwartet und erhofft. Und in den "June"-Kapiteln ist mir die Sprache zu klischeebeladen, die "Wandlung" am Ende wirkt aufgesetzt.
Aber: Die Thematik und der Inhalt des Buches haben mich völllig überzeugt! Ich hatte eine schlaflose Nacht, als ich über die ganzen ethischen Problematiken nachgedacht habe, die das Buch aufwirft -- toll!!
Ich werde das Buch weiterempfehlen und vielleicht auch noch mal was anderes von Jodi Picoult lesen - jetzt wo ich meine Vorurteile überwunden habe.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Fesselnd geschrieben!, 17. September 2009
Es gibt in diesem Buch verschiedene Ich-Erzähler, die abwechselnd auftreten: June, Michael, Lucius und Maggie. Das kennt man ja schon von anderen Picoult-Büchern, z.B. Beim Leben meiner Schwester". Dadurch erhält man gut Einblick in verschiedene Sichtweisen derselben Sache. Sehr schön kommen hier die Gedanken und Gefühle des jeweiligen Ich-Erzählers zum Ausdruck. Es fällt nicht schwer, sie nachzuvollziehen.
June hat durch einen Mord ihren 2. Ehemann und ihre Tochter Elizabeth verloren. Sie wurden scheinbar von Shay Bourne, der als Handwerker bei der Familie arbeitete, erschossen, das Mädchen vorher missbraucht. Kurz danach kommt ihr 2. Kind, Claire, zur Welt, allerdings mit einem kranken Herzen. Als Claire 11 Jahre alt ist, kann nur noch eine Herztransplantation helfen.
Michael, ein junger Student der als Geschworener geladen wurde, muss mitentscheiden, ob der Mörder hingerichtet werden soll oder nicht. Er tut sich sehr schwer damit und ist der letzte der 12 Geschworenen, der für die Todesstrafe stimmt. Doch er hat kein gutes Gefühl dabei. Nach dem Studium wird er Priester und in dieser Eigenschaft Shay Bournes Seelsorger im Todestrakt des Gefängnisses.
Lucius ist Bournes Zellennachbar im Gefängnis. Er hat AIDS, und es geht ihm schon ziemlich schlecht.
Als Bourne in den Todestrakt verlegt wird, kommt es hier zu diversen Wundern und Wunderheilungen. Das kennt man ja auch schon aus Picoults Roman Die Wahrheit der letzten Stunde" (Die Autorin bringt auch eine Figur aus diesem Buch, nämlich Ian Fletcher, hierher mit.)
Maggie ist Anwältin für Menschenrechte. Sie möchte natürlich gerne die Todesstrafe abgeschafft sehen. Shay Bourne möchte allerdings sterben und nicht gerettet werden. Um noch etwas Gutes zu tun, möchte er Claire sein Herz spenden. Maggie kämpft dafür, dass er das tun kann.
Die Bücher von Jodi Picoult sind doch immer wieder eine schöne Diskussionsgrundlage. Sie bringt Themen auf, die nicht einfach abzuhandeln sind. In diesem Buch geht es vor allem um die Todesstrafe und um Religionen. Wobei die Religionen für meinen Geschmack einen viel zu großen Raum einnehmen. Nach dem Titel und dem Klappentext hatte ich eigentlich erwartet, dass das Hauptanliegen dieses Buches die Organspende ist bzw. die Zwickmühle, in der sich June befindet. Das hätte ich auch weitaus interessanter gefunden. Leider wird dieses Thema verhältnismäßig kurz abgehandelt. Stattdessen liest man über irgendwelche Evangelien, die nicht in die Bibel aufgenommen wurden, Shay Bourne kann scheinbar Wunder wirken und hat insgesamt sehr viel Ähnlichkeit mit Jesus. Als er hingerichtet werden soll, ist er 33 Jahre alt, er ist Zimmermann und gibt einige mystische Sätze aus einem gnostischen Evangelium von sich, obwohl er absolut ungebildet ist. Das ist mir persönlich alles zu abstrus, und doch hat mich dieses Buch gefesselt, nicht durch die Geschichte, sondern vor allem durch den typischen Erzählstil von Jodie Picoult.
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