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Biokost & Ökokult: Welches Essen ist wirklich gut für uns und unsere Umwelt
 
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Biokost & Ökokult: Welches Essen ist wirklich gut für uns und unsere Umwelt (Broschiert)

von Dirk Maxeiner (Autor), Michael Miersch (Autor)
2.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 237 Seiten
  • Verlag: Piper (März 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492051006
  • ISBN-13: 978-3492051002
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,6 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 205.174 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Jeder will gesund leben und dass die Lebensmittel verträglich für die Umwelt sind. »Bio« boomt und spätestens seit auch die großen Lebensmittelketten voll auf Bio setzen, ist aus den paar Biobauern eine ganze Industrie geworden. Höchste Zeit also nachzufragen, ob alles so edel und rein ist, wie die Bio­siegel bescheinigen. Maxeiner und Miersch, deren erfolgreiche Umweltbücher seit Jahren den Finger in die Wunde legen, sagen: Machen wir uns nichts vor. Zum Beispiel gibt es keinen Nachweis, dass Biokost gesünder ist als konventionelle Lebensmittel. Und für die Umwelt ist Biolandwirtschaft die schlechteste Alternative: Würden alle Bauern auf »bio« umstellen, wäre dies das Ende der letzten Naturgebiete.


Über den Autor

Michael Miersch, geboren 1956, arbeitet als Publizist und Dokumentarfilmer. Er ist Kolumnist der WELT und schrieb gemeinsam mit Dirk Maxeiner mehrere Bestseller, u.a. das »Lexikon der Öko-Irrtümer« (SP 3794). Zuletzt erschien von ihnen »Die Zukunft und ihre Feinde« (2002). Zusammen mit Henryk M. Broder verfassen Maxeiner und Miersch das Online-Tagebuch »Die Achse des Guten«, das zu den erfolgreichsten Weblogs Deutschlands zählt. Dirk Maxeiner, geboren 1953, ist Autor, Publizist und Kolumnist der WELT. Gemeinsam mit Michael Miersch schrieb er mehrere Bestseller, u.a. das »Lexikon der Öko-Irrtümer« (SP 3794). Zuletzt erschien von ihnen »Die Zukunft und ihre Feinde« (2002). Zusammen mit Henryk M. Broder verfassen Maxeiner und Miersch das Online-Tagebuch »Die Achse des Guten«, das zu den erfolgreichsten politischen Weblogs Deutschlands zählt.

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101 von 121 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Nüchternheit statt Weltanschauung, 26. August 2008
Von Dr. Horst Wolfgang Boger (Berlin & Potsdam, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Ohne M & M wären wir ärmer dran. Diese Einsicht wird auch durch dieses Buch bestätigt.

"Bio", "Öko" und die entsprechenden Komposita sind seit längerer Zeit 'catch words' in den kognitiven und vor allem affektiven Haushalten. Aber halten Bio und Öko ihre vollmundigen (oder großmäuligen) Versprechen?

Ist Biokost tatsächlich gesünder? Immerhin sind 99,99 % der Giftstoffe im Essen natürlichen Ursprungs, da die Evolution Pflanzen mit Abwehrmitteln gegen Fraßfeinde ausgestattet hat. Und Schimmelpilze und bakterielle Kontaminationen, beide rein biologischen Ursprungs, sind die größten Gefahren, nicht etwa Pestizidrückstände und Konservierungsstoffe, wie uns "Essensretter" wie Foodwatch unablässig suggerieren.

Schmeckt Biokost tatsächlich besser? Bei Geschmackstests schneiden Bioprodukte nicht besser ab, aber der Akt des Biokostkaufens und -essens erzeugt ein diätetisches und moralisches Wohlgefühl bei den Mitgliedern der Bio-, Öko- und LOHAS-Gemeinden. (Das Akronym "LOHAS" steht für "Life of Health and Sustainability". Diese Gemeinde hat selbstverständlich einen Internet-Auftritt.)

Und ist Biolandwirtschaft tatsächlich der Umwelt bekömmlicher? Zwar herrscht auf Biohöfen eine größere Artenvielfalt als auf konventionellen Höfen, doch sind sie weniger effizient, weil pro Ertragseinheit mehr Flächeneinheiten eingesetzt werden müssen.

M&M räumen auch mit anderen Glaubensartikeln auf. So arbeiten sie heraus, dass in der so genannten "guten alten Zeit" Tiere keineswegs anständiger behandelt worden sind, dass es sowohl in ökologischer als auch in hygienischer Hinsicht nicht empfehlenswert ist, alle Schweine und Hühner in Freiland zu halten und dass das perhorreszierte DDT schätzungsweise 500 Millionen Menschen vor Malaria bewahrt und ein entsprechendes Verbot entsprechend viele Menschen gefährdet.

Wenn von "Biolandbau" die Rede ist, fällt irgendwann der Name "Rudolf Steiner". Ihm verdanken wir Esoterik und Obskurantismus in Reinkultur: "Das Mondlicht entfaltet seine größte Wirkung, wenn es auf das Hinterteil des Tieres scheint." Auch vor purem Rassismus hat er nicht zurückgeschreckt, wie wir seinen Ausführungen über die "Neger" entnehmen können; bemerkenswert auch sein kaum verhüllter Antisemitismus.

Maßgebliche Nationalsozialisten wie der Reichsbauernführer Richard Walther Darré, der Führerstellvertreter Rudolf Heß, der Diplom-Landwirt und Reichsführer SS Heinrich Himmler, der SA-Obergruppenführer und Reichsminister für Bewaffnung und Munition Fritz Todt und der Reichslandschaftsanwalt Alwin Seifert (Buchtitel: "Gärtnern, Ackern ohne Gift") waren die Ober-Grünen des NS-Staates. Sie engagierten sich für biologisch-dynamische Landwirtschaft, regenerative Energien, Homöopathie und Heilkräuter. (Das Studium der Speisekarten im Dokumentationszentrum Obersalzberg bei Berchtesgaden belehrt uns darüber, dass die Führungsriege des Deutschen Reiches sich "sehr bewusst" gesund ernährt hat. LSS (=Leinsamenschrot) durfte ungeachtet der in ihm enthaltenen cyanogenen Glykoside Linustatin und Neolinustatin als Zutat nirgendwo fehlen. In dieser Hinsicht waren die Nazis in der Wolle gefärbte Ökos: Natur ist gut und gesund, basta!)

Dazu passt perfekt, dass das KZ Dachau ("Arbeit macht frei") im Jahre 1938 die größte biologisch-dynamische Heilkräuterplantage Europas war.

Ein großer Teil der Bio- und Ökokultur krankt an einem äußerst mangelhaften Sinn für Proportionen: Die jährlich über die Menschheit hereinberechenden Grippe-Epidemien kosten weitaus mehr Krankheits- und Todesopfer als BSE, Acrylamid, Lindan, kontaminiertes Flüssigei und Nematoden im Fisch zusammen.

Eindeutig hysterische Züge hat der Kampf gegen Gentechnik angenommen. (Ein Freund und Gewährsmann hat mir berichtet, dass sogar im ländlich-konservativen Oberbayern Bäuerinnen auf den Wochenmärkten mit dem Slogan "Genfreie Lebensmittel" werben. In Bälde wird wohl die Genetik verboten, wenn sie sich nicht zuvor durch das völlige Verschwinden der Gene überflüssig macht.)

Ein realistischer Blick in die Zukunft zeigt uns, dass nur durch Effizienz, Technik und Wissenschaft, nicht aber durch Esoterik und Ökokult die wachsende Bevölkerung der Erde ernährt werden kann.

Der Text wird aufgelockert durch fünf sehr lesenswerte Interviews: "Chemikalien im Essen sind das geringste Problem" (mit Professor Helmut Greim), "Kunstdünger ist sogar ökologisch vorteilhaft" (mit Professor Josef H. Reicholf), "Nach dem Verlust der Sextabus hat man sich ins Essen verbissen" (mit Udo Pollmer), "Bio war von Anfang an eine Sekte" (mit Professor Beda M. Stadler) und "Mutter Natur ist Gentechnikerin" (mit Professor Norman Borlaug).

Ein Einkaufszettel für kritische Verbraucher und ein Ratgeber zum verständigen Medienkonsum beschließen dieses sehr informative und lesenswerte Buch.
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21 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Warum Bio nicht immer besser ist, 8. August 2008
Von Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Wenn Sie zu den Menschen gehören, die dem ganzen Ökokult eher skeptisch gegenüberstehen, dann ist diese Lektüre ein wahrer Leckerbissen für Sie, denn Michael Miersch klärt in sehr eindrucksvoller Weise auf, warum Bio nicht immer besser ist. Man findet in dem Buch eine Liste, einen sehr interessanten Ratgeber für den Umgang mit den Medien, wenn es um die Berichterstattung über diese Themen geht. Der Autor hat eine umgekehrte Entwicklung durchgemacht, wie beispielsweise der stellvertretende Chefredakteur der TAZ, Peter Unfried, der in seinem Buch "Öko" von seiner Entwicklung zum "Neuen Öko" berichtet. M. Miersch ist ein Alt Öko, der immer mehr vom Glauben abgefallen ist und heute dafür plädiert mehr Ratio in dieses weit gefächerte Umweltthema hineinzubringen, eben nicht nur nach Gefühlen zu handeln.

Der Autor hat sehr gründlich recherchiert, Betriebe besucht, mit Experten und Wissenschaftlern gesprochen, Studien über Bioinstitute und Biolandbauern kritisch hinterragt, Megastudien die über 80 Jahre viele tausend Studien zusammengefasst haben beleuchtet. Er kommt schließlich zu dem überraschenden Resümee, dass Bioprodukte nicht gesünder sind als herkömmliche Produkte, dass Biolandschaft auch nicht besser ist für die Umwelt. Was allerdings die artgerechte Tierhaltung angeht, da schneidet der Biolandbau eindeutig besser ab. Wenn man sich an die Tatsachen hält, dann kann man zweifelsfrei feststellen, dass es einen Wandel im Konsumverhalten der Menschen gegeben hat, beispielsweise in der Zusammensetzung der Produkte, wobei Produktion und Anlieferung der Waren weniger umweltschädlich sein sollten als die konventionelle, herkömmliche Art. Nachweislich ist der Umsatz auf dem Markt für ökologischen Anbau seit 1997 um 300 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro gewachsen, obwohl in Deutschland die Anbauflächen nicht dem wachsenden Bedarf entsprechend gestiegen sind.

Miersch interessiert sich nicht für "Lifestyle", ihn interessieren ausschließlich die Fakten im Wechselspiel zu den Behauptungen der milliardenschweren Bioindustrie. Ist Biokost wirklich ökologischer und ist Biokost wirklich gesünder? Fakt ist, Essen dient zunächst dazu den Menschen satt zu machen. Dabei ist Essen, da es seit Jahrzehnten in Europa keinen Hunger mehr gibt auch zu einem Ausdruck der Persönlichkeit geworden. Und so kommt der Autor zu der Feststellung, wer sich bei Biokost wohler fühlt, der soll durchaus dabei bleiben.

Michael Miersch weist auf die Gefahr hin, dass bei den Ökobilanzen fälschlicherweise häufig Klimaschutz (Kohlendioxydausstoß) und Umweltschutz in einen Topf geworfen werden. Diskussionen über "Food Miles" erregten die Gemüter in England, also die Frage, sind Lebensmittel wie Orangensaft, Lammfleisch, Rindfleisch die aus Afrika, Südamerika oder Neuseeland kommen, schlechter als heimische Erzeugnisse? Da die Güter mit dem Schiff Energie extensiv transportiert werden, entsteht tatsächlich der größte Energieverbrauch erst in der Verteilung und im Haushalt. In diesem Zusammenhang wird von M. Miersch ein interessantes Beispiel angeführt, nämlich, der Vergleich zwischen herkömmlichen Kartoffeln von dem Bauern aus der Nachbarschaft und Tütenkartoffeln (vor gegarte Produkte wie Püree oder Fertigbratkartoffeln). So lange beide Produkte unbehandelt in der heimischen Küche liegen sind Tütenkartoffeln der absolute ökologische Verlierer. Kocht man die Kartoffeln, dann drehen sich durch den hohen Energieaufwand die Fakten. Plötzlich ist die Tütenkartoffel, in Riesenmengen vorgegart, eindeutig das Ökoprodukt.

Der Autor wirft in seinem Buch auch die Frage auf, ob man bei einer weltweit zunehmenden Lebensmittelknappheit, mit den Versprechungen über Biolandbau die Welt ernähren kann? Die Antwort ist ganz eindeutig, Nein, denn man müsste dazu die landwirtschaftliche Fläche weltweit um ein Drittel erhöhen, man benötigt letztlich diese Fläche um dieselben Erträge wie im konventionellen Anbau zu erwirtschaften. Das wäre allerdings ein Desaster für die Natur. Eine in diesem Zusammenhang auch häufig verschwiegene Frage ist die, wo der notwenige Dünger herkommen soll, wo sollen die Milliarden notwendiger Nutztiere gehalten werden, wie sollen sie ernährt werden? Kunstdünger ist bekanntlich im Biolandbau verboten.

Das Konzept geht weder im nationalen schon gar nicht im internationalen Rahmen auf. Dennoch ist das Buch kein fanatisches Buch das die Biokost und Ökokultur radikal verwirft, denn beispielsweise räumt der Autor ein, dass es für das Tier und auch für den Menschen durchaus gut und sinnvoll ist Bio Fleisch zu essen und Bio Milch zu trinken. Wenn auch die Bereitschaft im Bio-Laden einzukaufen nach wie vor auch von den realen oder gefühlten Vermögensverhältnissen abhängt, ist damit aber auf jeden Fall die Sicherheit verbunden dort nichts "Vergiftetes" gekauft zu haben.

Das Buch ist flüssig und atmosphärisch dicht geschrieben mit den unterschiedlichsten bekannten und weniger bekannten Erkenntnissen und Reflexionsebenen.

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39 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Überraschung!, 31. März 2008
Ich habe auch lange an die Biokost und besonders daran geglaubt, dass ich mit dem Kauf von Bioprodukten für eine bessere Welt sorge. Dass ich eigentlich in erster Linie ein " gutes Gefühl" kaufe, wenn ich Bioprodukte erwerbe, war mir nicht bewusst. Ein sehr gut geschriebenes Buch, dass das " Gute Gefühl" sehr schön unter die Lupe nimmt. Denn eigentlich ist doch klar, dass auch Biobauern Pestizide einsetzen, wenn auch keine chemischen.
Mein Fazit: Jeder sollte dieses Buch lesen, auch wenn es bedeutet, dass man sich mit der unbequemen Tatsache auseinandersetzen muss, dass es nicht bewiesen ist, dass Biokost besser für den Menschen ist. Im Freundeskreis wird sich manche Diskussion darüber entspannen.
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