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Anna Karenina
 
 

Anna Karenina (Gebundene Ausgabe)

von Leo N. Tolstoi (Autor), Fred Ottow (Übersetzer) "Alle glucklichen Familien ahneln einander; jede ungluckliche aber ist auf ihre eigene Art unglucklich ..." (mehr)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 999 Seiten
  • Verlag: Patmos; Auflage: 1 (15. Januar 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3491961963
  • ISBN-13: 978-5170397471
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 12,8 x 6,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (42 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

"Gestern abend sagte er mir, daß er einen Typ von Frau im Sinn habe, verheiratet, der obersten Schicht zugehörig, die sich aber selbst verloren hat." Hier ist nicht von einem gebeichteten Seitensprung die Rede, sondern es ist dies die allererste Erwähnung von Tolstois Ehefrau über den geplanten neuen Roman ihres Gatten. Sechs lange Jahre hatte er an Krieg und Frieden gearbeitet. Nun hatte sich Leo Tolstoi, müde und enttäuscht über die hämische Reaktion, auf sein Gut zurückgezogen.

Doch bald schon arbeitete er am zweiten großen Roman seines Lebens, Anna Karenina. Zu vielschichtig und psychologisch feinst verwoben ist dieses riesige, 1878 erschienene Werk, um es hier auch nur ansatzweise zu erfassen. Erzählt wird die Geschichte der adligen Familie Karenin, einer dekadenten, in gesellschaftlichen Normen erstarrten Sippe. Die Kälte ihres Gatten treibt die sensible Anna dem wesentlich jüngeren Grafen Wronskij in die Arme. Diese stark sexuell orientierte Beziehung endet im Fiasko. Schließlich richtet Anna sich selbst, aber auch ihren Mann und den Geliebten zugrunde.

In der anderen großen Figur des Romans, dem Gutsbesitzer Lewin, hatte sich Tolstoi selbst verewigt. Dessen Rückzug aus der Moskauer Gesellschaft und seine Selbstbescheidung auf ein bäuerlich schlichtes Leben verkörperten auch Tolstois Ideale.Das Selbstmordmotiv legte den Vergleich mit Flauberts Madame Bovary nahe. Jedoch erreicht Flaubert bei weitem nicht Tolstois Realismus und dessen tiefe psychologische Aufarbeitung von Schuld, Verstrickung, Haltlosigkeit und Verantwortung im Umgang mit seinen Figuren. --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.



Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Anna Karenina
OT Anna Karenina OA 1875–77 DE 1885Form Roman Epoche Realismus
Der zwischen 1873 und 1877 entstandene Roman Anna Karenina war nach Krieg und Frieden das zweite Werk, mit dem Lew N. Tolstoi seinen Weltruhm als Schriftsteller begründete. Der psychologische Feinsinn, mit dem Tolstoi die inneren Konflikte seiner Protagonisten schilderte, gehört zu den literarischen Glanzleistungen eines Autors, dessen eigenes Leben von der Suche nach einer moralisch vertretbaren Denk- und Handlungsweise bestimmt war.
Inhalt: Die Chronik dreier Familien bildet den Handlungsrahmen des Romans, in dessen Mittelpunkt die tragische Liebesbeziehung der Titelheldin Anna Karenina steht.
Annas Bruder Stepan (Stiwa) Oblonskij, charmant und äußerst sinnenfroh, gibt sich in seiner kinderreichen Ehe mit Darja (Dolly) wiederholt Liebesaffären hin, kehrt jedoch stets reumütig zu seiner leidgeprüften Frau zurück. Sein Freund Konstantin Lewin, der sich von der Künstlichkeit des städtischen Lebens auf sein Landgut zurückgezogen hat, liebt Dollys jüngere Schwester Katerina (Kitty). Während eines Besuchs in Moskau muss Lewin erfahren, dass er in seinem Werben um Kitty einen Rivalen hat – den jungen Petersburger Offizier Graf Wronskij, dessen Mittelmäßigkeit zunächst hinter seinem glanzvollen und weltgewandten Auftreten verborgen bleibt.
Beeinflusst durch ihre Mutter, die für die naturverbundene Lebensweise Lewins kein Verständnis aufbringt, entscheidet sich die geblendete Kitty trotz ihrer Zuneigung zu Lewin für Wronskij. Wenig später kommt es zu einer ersten Begegnung zwischen Wronskij und Kittys Tante Anna, die sich augenblicklich zu ihm hingezogen fühlt. Fasziniert von ihrer Schönheit und ihrem warmherzigen Wesen beginnt Wronskij, ihr den Hof zu machen.
Anna kehrt überstürzt nach Petersburg zurück, wo sie in dem alltäglichen Leben an der Seite ihres Mannes Alexej zur Ruhe zu kommen hofft. Wronskij, der weiterhin in ihren Kreisen verkehrt, erkennt jedoch, dass sie in ihrer Ehe unglücklich ist und unter der Gefühlskälte ihres vornehm-distanzierten Mannes leidet. So entwickelt sich zwischen Anna und Wronskij eine leidenschaftliche Liebesbeziehung, die Anna weder vor ihrem Mann noch vor der Gesellschaft zu verheimlichen sucht.
Die Lage spitzt sich dramatisch zu, als Alexej, der stets um die Wahrung des äußeren Scheins bemüht ist, ihr nach dem Ehebruch die Scheidung verweigert. Während Wronskij sich mit der Aussichtslosigkeit ihrer Beziehung abzufinden beginnt, kämpft Anna immer verzweifelter um seine Zuneigung. Von der Gesellschaft geächtet und in der Integrität und Unbedingtheit ihrer Liebe von Wronskij allein gelassen, begeht sie schließlich Selbstmord.
Parallel zur Geschichte Annas erzählt Tolstoi jene Konstantin Lewins, der nach Kittys Abweisung wieder aufs Land zurückkehrt und sich dort als überaus tüchtiger Gutsherr um das Wohl seiner Bauern verdient macht. Er erfährt, dass Wronskij sich von Kitty getrennt hat, unternimmt jedoch in seinem enttäuschten Stolz nichts, um sie für sich zu gewinnen. Erst als er ihr nach langer Zeit erneut begegnet, erkennt er, dass sie seine Liebe erwidert. Anders als Stepan und Darja Oblonskij oder Anna und Alexej Karenin finden Konstantin und Kitty in ihrer Ehe zu gemeinsamem Glück. Wie Pierre Besuchow in Krieg und Frieden, so erscheint auch Konstantin Lewin als ein Alter Ego Tolstois. Und wie Besuchow, so erhält auch Lewin die entscheidenden Antworten auf seiner Suche nach Lebenssinn von einem Mann aus dem einfachen Volk.
Wirkung: Anna Karenina wurde neben Madame Bovary (1856) von Gustave R Flaubert und Effi Briest (1895) von Theodor R Fontane zu einer der berühmtesten Ehebrecherinnen der Weltliteratur. Fjodor R Dostojewski schrieb in seinem Tagebuch eines Schriftstellers (1877) eine enthusiastische Würdigung des Romans und schloss mit der Aussage, dass »nichts in der europäischen Literatur damit verglichen werden könne.« -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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90 von 97 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen WARNUNG vor "Anna Karenina (Gebundene Ausgabe)" Verlag: Neuer Kaiser Verlag; Auflage: Neuaufl. (31. August 2007), 9. Juli 2008
Diese Rezension stammt von: Anna Karenina (Gebundene Ausgabe)
Die Rezension bezieht sich *** nur *** auf diese Ausgabe von "Anna Karenina":

"Anna Karenina (Gebundene Ausgabe)"
# Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
# Verlag: Neuer Kaiser Verlag; Auflage: Neuaufl. (31. August 2007)
# Sprache: Deutsch
________________________________________________

Eins vorweg: Tolstois Roman ist über jeden Zweifel erhaben. Er ist schlichtweg groß und dazu wurde in den anderen Rezensionen hier auch schon genug gesagt. Unberücksichtigt wurde hier völlig unverständlicher Weise aber, dass die vorliegende Ausgabe eine massiv gekürzte Unverschämtheit ist.

Klar, jetzt kann man sagen, dass es jedem Käufer klar sein muss, dass Anna Karenina auf unter 400 Seiten im recht kleinen Kaiser-Format nicht ungekürzt sein kann. Dass im Buch jeder Hinweis auf Kürzung fehlt ist jedoch einfach nur eine Unverschämtheit. Der Kaiser Verlag ist in dieser Hinsicht ohnehin schon mehrfach negativ aufgefallen. Da gibt es auch eine Ausgabe von Krieg und Frieden auf ungefähr 400 Seiten und den Grafen von Monte Christo in knapp 300. Und das alles ohne Hinweise, dass hier gekürzt wurde. Bei sowas wünscht man sich einen stärkeren Verbraucherschutz für Bücher.

Diese Kürzerei bei Klassikern ist sowieso ein echtes Problem. Es ist ja nicht immer so klar zu erkennen wie hier und ich saß schon oft zu hause und habe mich bei meinen Büchern gefragt, ob die jetzt einigermaßen ungekürzt sind. Leider eine der größten Unsitten im Verlagswesen, dass sowas oft gar nicht gekennzeichnet ist.
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27 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Anna Karenina wird Sie nicht mehr loslassen, 16. August 1999
Von Ein Kunde
Diese Rezension stammt von: Anna Karenina. (Taschenbuch)
"Anna Karenina", entstanden in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts, zählt zu den bedeutendsten Werken des russischen Schriftstellers Lew Tolstoi. Die häufige Bezeichnung als Eheroman wird dem Anspruch des Buches jedoch nicht gerecht. Der Autor versteht es vielmehr, individuelle Beziehungsproblematiken in den gesellschaftspolitischen Hintergrund einzuarbeiten und so einen gesellschafts- und sozialkritischen Roman zu verfassen sowie ein sehr detailliertes Bild vom damaligen Rußland zu zeichnen. Wie kaum einem anderen gelingt es ihm, mehrere Handlungsstränge nebeneinander herlaufen zu lassen, sie in einen Zusammenhang zu bringen, abzustimmen und dabei das Hauptaugenmerk auf das Schicksal der Anna Karenina nicht zu verlieren. Anna scheitert an den Normen, Schranken und Konventionen, die ihr in den Adelskreisen des zaristischen Rußland im 19. Jahrhundert auferlegt sind. Gefangen in einer Ehe, die jeglicher Liebe und Zuneigung entbehrt, scheint sie zu zerbrechen an der Entscheidung zwischen ihrem Sohn und ihrem Liebhaber, die der Fortgang der Handlung ihr abverlangt. Anna Karenina hat keine Chance, auszubrechen. Tolstoi stellt die Forderung nach dieser Chance mit seinem Roman. Tolstoi vermeidet eine Schwarz-Weiß-Zeichnung seiner Figuren. Die sehr genaue Konstruktion ihrer Gedanken- und Handlungswelt ermöglicht es dem Leser, sich in die verschiedenen Figuren hineinzudenken, ihnen nachzuempfinden und ihr jeweiliges Schicksal mitzuerleben. "Anna Karenina" lebt von ihrer Emotionalität. Trotz seines recht immensen Umfangs wird der Roman an keiner Stelle zu lang, sondern beeindruckt vom Anfang bis zum Schluß. Und am Ende bleibt das Gefühl, eine großes und erhebendes Werk gelesen zu haben. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Große Literatur aus Russland, 14. Juli 2004
Von Ein Kunde
Diese Rezension stammt von: Anna Karenina. (Taschenbuch)
"Anna Karenina" ist einer der ganz großen Klassiker, die die russische Literatur hervorgebracht hat - und das zu Recht! Der Roman beginnt mit dem Satz "Alle glücklichen Familien ähneln einander; jede unglückliche aber ist auf ihre eigene Art unglücklich". Dieser Satz scheint den Roman innerlich zusammenzuhalten, gibt es doch stets mehrere Handlungsstränge nebeneinander und werden stets die Schicksale mehrerer Familien erzählt und miteinander verwoben.

Die titelgebende Hauptfigur, Anna Arkadjewna Karenina, stürzt sich nach langjähriger, unglücklicher Ehe mit einem hohen Beamten in eine tragische Liebesgeschichte. Sie verliebt sich in den jungen Offizier Graf Wronksij und setzt ihm zuliebe von nun an alles aufs Spiel, was ihr gut und heilig war - ihre Ehe, ihren Sohn, ihre gesellschaftliche Stellung. Für fast alle bisherigen Freunde ist sie nun eine "Gefallene", und Tolstoi schildert den Konflikt, den sie von nun an mit sich austragen muss, recht einfühlsam; ebenso die Gefühle, die Anna und Wronksij füreinander hegen und die sich zwischen tiefster Liebe und Hass und Rachsucht bewegen. Keiner der Charaktere ist perfekt, für keinen kann man nur Verständnis aufbringen - auch das spricht für die hohe Qualität dieses Werks.

Der Roman ist aber nicht einfach nur eine Schilderung dieser unglücklichen Affäre; eine weitere wichtige Figur ist Konstantin Lewin, ein Landwirt, der mit all dem herzlich wenig zu tun hat. Sein Lebensweg und seine Suche nach dem Glück rahmen die Handlung rund um Anna und Wronskij ein. Auch die Familie von Annas vergnügungssüchtigem Bruder Stiwa wird immer wieder ins Zentrum gerückt, und so entsteht ein Sittengemälde, welches die russische Gesellschaft mit all ihren Problemen, ihren Träumen und Widersprüchen darstellt.

Von der psychologischen Tiefe her hatte ich mir das Buch besser vorgestellt - aber das ist mein einziger Kritikpunkt. Die Geschichte mag ab und zu ein bisschen langatmig geschildert sein, alles in allem ist sie aber packend und berührend - wer die Literatur des 19. Jahrhunderts (egal aus welcher Ecke der Welt sie kommt) mit all ihrer Detailliebe mag und genießt, wird "Anna Karenina" lieben.

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