Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
spannende Mischung aus Kriminalroman und Psychographie, 12. Juni 2006
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Schuld und Sühne - oder 'Verbrechen und Strafe', wie er im Original heißt - ist ein wirklich großartiger Roman. Dostojewsik zeichnet darin einerseits eine durchweg spannende Kriminalgeschichte und gleichzeitig eine fesselnde psychologische Darstellung der Hauptfigur Rodion Raskolnikow.
Raskolnikow ist Student in St. Petersburg und lebt in sehr armen Verhältnissen. Dabei hegt er eine Theorie, nach der die 'Großen der Geschichte' schon immer geltendes Recht brachen, um ihre höheren Ideale und Ideen umzusetzen, was seiner Meinung nach ihr Handeln legitimiert. So kommt es, dass Raskolnikow eine alte Pfandleiherin und ihre Schwester tötet, um mit dem Geld sein Studium zu finanzieren - hier also die Schuld bzw. das Verbrechen.
Sein Gewissen lässt ihm jedoch keine Ruhe und bringt ihn an den Rand des Wahnsinns. Alle um ihn herum denken, er wäre psychisch krank geworden - eine Folge übermäßigen Studierens. Nur einer verdächtigt ihn der Tat, kann ihm jedoch nichts beweisen. Um sein Gewissen zu erleichtern und mit sich ins Reine zu kommen folgt er dem Rat seiner Freundin, sich zu stellen. Seine Strafe verbüßt er daraufhin lange Jahre im Arbeitslager, hält jedoch weiterhin an seiner Theorie des legitimen Rechtsbruchs für höhere Ziele fest.
Obwohl ich eigentlich kein Romanleser bin, fand ich das Buch von Anfang an faszinierend. Dostojewski beschreibt nicht nur die Hauptfigur und deren Gedankengänge sehr ausführlich. Als Leser bekommt man ebenso detaillierte Einblicke in das Leben zur damaligen Zeit und die anderen Figuren. Gleichzeitig ringt man im Lauf der Geschichte mit sich selbst, sieht man doch das offensichtliche Unrecht der Tat und fühlt dabei andererseits Raskolnikows rationale Begründungen, Zerrissenheit und Gewissensbisse. Nicht umsonst zählt 'Schuld und Sühne' zu den wichtigsten Werken der Weltliteratur.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Intensiver, russischer Jahrhundertroman, 8. Januar 2009
Dostojewskis Roman über einen jungen Studenten, der vorsätzlich einen Mord begeht, und nach der Tat mit seinem Gewissen und den Folgen seiner Tat hadert, ist nicht nur ein Meisterwerk, sondern der vielleicht bekannteste russische Roman überhaupt.
Raskolnikov, ein junger Student, der sich von der Gesellschaft abschottet und im Zimmer verschließt, entwickelt folgende These: außergewöhnliche Menschen können über gewöhnliche Menschen verfügen, solange es ihnen selber von Nutzen ist und somit auch der Gesellschaft insgesamt. Raskolnikov, der sich selbst für ein Genie, für einen "Napoleon" hält, geht folglich davon aus, ihm sei alles erlaubt, bis hin zum Mord, den er schließlich plant und auch ausführt.
Im Anschluss an den Mord verfällt er in einen fieberartigen Zustand, und muss nun schmerzhaft erkennen, das er kein Napoleon ist, denn sein Gewissen steht ihm im Weg und bereitet ihm zunehmende Qualen. Wenig hilfreich ist hierbei, das ein alter Studienkollege sich seiner annimmt, Mutter und Schwester zu Besuch kommen, und nicht zuletzt ein äußerst scharfsinniger Polizeiinspektor ihm auf die Schliche kommt, mit dem sich Raskolnikov bis zum Ende ein zermürbendes, psychologisches Duell liefert.
Schuld und Sühne ist ein spannender, psychologischer Kriminalroman, vor allem aber eine intensive Charakterstudie. Dostojewskis Charaktere zählen zu den tiefgründigsten der Weltliteratur. Hier gibt es kein simples Schwarz/Weiß, jede Figur hat Licht und Schatten, jeder Abgrund wird vom Autor ausgelotet, immer wieder werden feine Nuancen hinzugefügt, alles verteilt über viele hundert Seiten.
Man muss sich Zeit nehmen, doch es fällt nicht schwer, denn Dostojewski ist auch ein großer Erzähler. In keiner Minute ist dieses Werk langweilig, ganz im Gegenteil, die Lektüre ist sehr intensiv, und ich behaupte einfach mal: es gibt keinen zweiten Autor, bei dem man mit den Charakteren derart bangt und leidet.
Schuld und Sühne war der Roman, der Dostojewski über Russland hinaus weltberühmt machte, und ist die passende Einstiegslektüre in das mehr als zehntausend Seiten umfassende Gesamtwerk dieses russischen Ausnahmeschriftstellers. Wer hierüber Geschmack daran findet, dem stehen anschließend viele weitere Klassiker der Weltliteratur zur Auswahl, darunter "Die Brüder Karamasow", "Der Idiot", "Die Dämonen" und andere.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Jahre her..., 24. Januar 2008
...ist es als ich dieses Buch gelesen habe, aber es ist bis heute und viele viele viele Bücher nachher das bedeutenste Buch welches ich je gelesen habe.
Die Inhaltsangabe würde keine DIN A4 Seite füllen, der Sachverhalt (Krimi) ist auch über 800 Seiten nebensächlich, aber ich habe selten einen Roman gelesen in dem die menschliche Psyche so fein seziert wird und Stückchen für Stückchen freigelegt wird. Dieses Buch findet innen statt.
Diese Buch war "schuld", das ich angefangen russisch zu lernen, da diese sprache mehr adjektive hat und zu meiner "Sühne" wollte ich einmal im Original lesen (leider noch nicht geschafft).
In guter psychischer Verfassung absolut lesenswert!!
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