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Der Tod meiner Mutter
 
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Der Tod meiner Mutter (Gebundene Ausgabe)

von Georg Diez (Autor)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 199 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch; Auflage: 1., Auflage (24. August 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462041428
  • ISBN-13: 978-3462041422
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 12,2 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die Mutter stirbt. Der Sohn erzählt. Ein bewegendes Buch über das Leben, zu dem auch der Tod gehört.

Georg Diez, Autor der Süddeutschen Zeitung, berichtet mit atemberaubender Genauigkeit vom Sterben seiner Mutter, ihrem Kampf um Selbstbestimmung und Würde und seinem eigenen Umgang mit dem Unausweichlichen. Wenn das Sterben und der Tod ins Leben eines Menschen treten, ist die Reaktion oft Schweigen und Sprachlosigkeit. Für den unwiederbringlichen Abschied eines geliebten Menschen fehlen uns die Worte, die das Leiden und den Schmerz angemessen fassen. Der Autor und Journalist Georg Diez aber hat nach dem Krebstod seiner Mutter den Mut zu erzählen, wie sich ein solcher langer Abschied vollzieht. Mit größter Genauigkeit und Schonungslosigkeit beschreibt er, wie er als Sohn den Tod in sein Leben hereinlassen musste, während er zugleich seine Hochzeit feierte und darauf wartete, zum ersten Mal Vater zu werden. Mit liebevollem, aber präzisem Blick begleitet er den langen Weg einer Frau, deren Leben vom Kampf um Selbstständigkeit und von leidenschaftlichem sozialen und beruflichen Engagement geprägt war, bis in die Einsamkeit der Krankheit und der Schmerzen. Die langsamen Verschiebungen in den Beziehungen zu Freunden und Kollegen, die letzten Reisen, die letzten Spaziergänge, die letzten Feste, die vielen kleinen und großen Abschiede, die wiederkehrenden Hoffnungen, die praktischen Nöte bei der Organisation des Alltags: All das schildert Georg Diez so intensiv wie die Erschütterungen, die das Sterben seiner Mutter für sein eigenes Leben bedeuten. So ist ein Buch entstanden, das im Angesicht des Todes auch das Porträt zweier Generationen auf eine ganz neue Weise zeichnet: die Generation, die von den Befreiungsideen von 68 geprägt war, und ihre Adidas-Kinder, die in der Zeit des Wohlstands und der Sorglosigkeit aufwuchsen und nun mit Krankheit und Tod der Eltern konfrontiert werden. Georg Diez ist ein kleines Wunder gelungen: Er hat ein Buch voller Traurigkeit und Abschied geschrieben, das durch seine erzählerische Brillanz für den Leser eine befreiende Kraft entfaltet.



Über den Autor

Georg Diez, Jahrgang 1969, ist Journalist und lebt mit seiner Familie in Berlin. Er hat für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, den Spiegel und Die Zeit geschrieben und ist heute Autor der Süddeutschen Zeitung. Hannelore Diez, Jahrgang 1935, arbeitete in München als Familienmediatorin und veröffentlichte u.a. das Werkstattbuch Mediation.

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Von C.Borries - Alle meine Rezensionen ansehen
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Eine Vielzahl von Büchern erscheint jedes Jahr auf dem Buchmarkt, in denen Menschen ihre Todeserlebnisse protokollieren, den nahenden eigenen Tod oder den von Angehörigen.
Tod und Leben gehören zusammen: das sagt sich so leicht! Aber wie sieht die Wirklichkeit aus?

Georg Diez ist einer von jenen, die sich mit der Erinnerung an den Tod der Mutter etwas von der Seele geschrieben haben.

Seine Form ist die einer differenzierten Reflexion über eine Mutter, deren Leben ganz im Zeichen der Veränderung stand.

Sie stammte aus einem bürgerlichen Elternhaus, in dem viel Schein und Verlogenheit herrschte. Die Großeltern von Georg Diez gehörten zu jenen Jahrgängen, die den Krieg überlebt hatten und mit der alten Welt ihre eigenen Lebensvorstellungen begraben mussten ohne neue an ihre Stelle setzen zu können. Kinder aus diesen Familien, Georgs Mutter also, gehörten häufig zu den Revolutionären der 68 ziger Generation, die gerne ihre Herkunft über Bord warfen. Sie wussten mit der Zerrissenheit und der unter autoritärem Gebaren verborgenen Scheinheiligkeit ihrer Eltern nichts anzufangen. Protest und Aufruhr waren die Zeichen der Zeit, in die Georgs Mutter hineingeriet. Das Ergebnis war eine tiefe gefühlsmäßige Verunsicherung, die gekoppelt war an eine unbeugsame Selbstbestimmung und die Trennung von ihrem Mann. Nach dem frühen Ende der elterlichen Ehe lebte der Autor abwechselnd beim einen oder anderen Elternteil. Er beschreibt sensible, atmosphärisch deutlich nachspürbare Augenblicke der Fremdheit, die es zwischen seiner Mutter und ihm gab.
Während ihres Sterbens bemüht er sich darum, ihr die angemessene Fürsorge angedeihen zu lassen, und er will wissen, wer sie ist!
Fragen nach der Selbst- und Fremdbestimmung sind Teile seiner Reflexionen, so dass es hier auch um eine Familienstudie geht. Hat die viel beschworene Selbstbestimmung der Mutter ihr wirklich nur Glück und nicht auch Isolation und Einsamkeit beschert?

In seinen Erinnerungen berichtet Georg Diez schonungslos über seine wechselnden Gefühle. Sein eigenes Leben ist angefüllt mit beruflichen und privaten Verpflichtungen. Schwankend zwischen Schuld, Sorge, Angst vor dem Verlust und Ärger über die ständigen Störungen wurden die Gedanken über den Verfall der Mutter ständige Begleiter seines Alltags. Bemerkenswert sind die ambivalenten Gefühle, mit denen die Lebenden den Wechsel zwischen der Aktivität des Alltags und der Teilnahme an der Trostlosigkeit des Untergangs erleben.

Minutiös zeichnet der Autor die Beobachtungen mit der Konfrontation des Todes als existenzielles Erleben auf.
Die Suche nach den Wurzeln der Gemeinsamkeit zwischen ihm und seiner Mutter ist Bestandteil seiner inneren Rückschau.

Es stellt sich hier die Frage, wem die Veröffentlichung dieser Bekenntnisse dienen soll. Ist sie womöglich eine Form exibitionistischer Selbstdarstellung?

Die Begründung liegt ganz einfach neben der Selbstbefreiung im Lerneffekt für andere!
Die Konfrontation zwischen Eltern und Kindern im Angesicht des Todes sind noch viele Erinnerungsbücher wert!
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ehrlich, unmittelbar und ohne jegliche Verklärung..., 17. Oktober 2009
Von zeilensprung - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 10 REVIEWER)   
...berichtet der Journalist Georg Diez, Jahrgang 1969, vom Tod seiner Mutter.
Hannelore Diez, Jahrgang 1935, starb in den ersten Dezembertagen 2006, nach einem langen Krebsleiden in München. Ihr einziger Sohn Georg unterstützte seine Mutter in den Jahren der Krankheit stets nach Kräften, was schon angesichts der räumlichen Entfernung zu seinem Wohnort Berlin ein Kraftakt war.

Hannelore Diez war eine Kämpferin, im Leben und im Angesicht des Todes sowieso. Abfinden wollte sie sich nie, nicht mit dem lieblosen und erfolgsorientierten Bremer Elternhaus, nicht mit einer Ehe mit einem Pfarrer, der ihr nicht das geben konnte, was sie sich wünschte. So trennte sie sich in den Siebziger Jahren, machte eine Ausbildung zur Mediatorin und wurde eine Pionierin auf dem Gebiet der trennungsbegleitenden Paartherapie und nahm ein Leben in die Hand, das geprägt war von den politischen Aufbrüchen und einem neuen Frauenbewusstsein. Ihren Sohn erzog sie früh zur Selbstständigkeit. Ihre Unabhängigkeit in beruflichen und persönlichen Belangen wahrte sie stets, auch gegenüber ihrem einzigen Kind.
Ihr Netzwerk aus - wechselnden - guten Freundinnen, mit denen sie vor allem eine kulturell reiche Freizeit gestaltete, trug sie auch in der Zeit, in der sie von all den liebgewonnenen alltäglichen und besonderen Dingen Abschied nehmen musste.

Georg besucht seine Mutter regelmäßig und sie lässt ihn nie im Unklaren, wie es um sie bestellt steht. Sie und auch Georg wissen, dass sie austherapiert ist, es keine Hoffnung mehr gibt. Es ist eine sehr erwachsene Herangehensweise, mit dem sich beide dem nahen Ende stellen. Sie regeln ganz sachlich pflegerische und finanzielle Angelegenheiten, nehmen sich aber auch viel Zeit für Gespräche.
Hannelore ahnt, dass sie die Geburt ihres Enkelkindes nicht mehr erleben wird und doch führt sie ihr letzter Ausflug noch einmal in ihr geliebtes Münchner Viertel, in dem jeder sie kennt, um ein Mützchen für das Ungeborene zu kaufen.

Ein leichter Abschied ist es zu keinem Zeitpunkt.
Hier stehen sich zwei hochintelligente Menschen gegenüber, die einander noch vieles zu sagen hätten und darum umso bewusster die verbleibende Zeit zu nutzen versuchen. Hier ist aber auch der verständliche Unwille und Zorn spürbar, mit dem Hannelore ihr Leben schließlich immer weiter einschränken und in andere Hände geben muss.

Georg Diez beschreibt seinen sehr persönlichen Abschied von der Mutter für den Leser auf eine ungeheuer subtile Art. Man fühlt sich beiden bei der Lektüre eng verbunden und kann doch den Abstand wahren.
Hier werden keine schauerlichen, körperlichen Details über den Leser gestülpt, aber auch keine vermeintliche "Feel-good-Atmosphäre" heraufbeschworen.
Hier geht es weder um Abrechnung noch um Voyeurismus. Sondern um einen ganz elementaren Schnitt im Leben eines Mannes, der von der Sohn- in die Vaterrolle wechselt und leider nicht beides gleichzeitig haben kann.
Ein bewegendes und wunderbares Buch!
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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Schöner Tod, 29. August 2009
Keine Frage, Diez kann mit Worten umgehen. Nie auf den 199 Seiten des Buches klingt der Kampf, den seine Mutter zwölf Jahre lang gegen den Krebs führt und letztlich verliert, banal. Kein Bild, das er findet, wirkt verbraucht oder stereotyp. So sehr mich Diez Formulierungsvirtuosität beim Lesen fasziniert und getragen hat - am Ende wird Sterben hier zu einem Kunstprodukt gemacht - und somit auch erträglicher, als es ist. Vermutlich.
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