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Bozena
 
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Bozena (Gebundene Ausgabe)

von Peter Härtling (Autor)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 186 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch (1994)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462023594
  • ISBN-13: 978-3462023596
  • Größe und/oder Gewicht: 21,3 x 13,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 760.792 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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    Nr. 16 in  Bücher > Belletristik > Romane & Erzählungen > Länder, A-Z > T > Tschechien

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Peter Härtling erzählt eine fiktive Geschichte, die einen wahren Kern besitzt. Sie spielt zur Zeit der Nazi-Herrschaft in der mährischen Stadt Olmütz. Bozena Koska arbeitet als Sekretärin für einen Deutschen (Härtlings Vater). Nach der Befreiung wird sie bestraft, ausgegrenzt und geächtet, obwohl ihr Chef damals jedem beistand, der sich in Not befand, ob Deutschen, Tschechen oder Juden.Peter Härtling, geboren am 13. November 1933 in Chemnitz, Gymnasium in Nürtingen bis 1952. Danach journalistische Tätigkeit; von 1955 bis 1962 Redakteur bei der "Deutschen Zeitung", von 1962 bis 1970 Mitherausgeber der Zeitschrift "Der Monat", von 1967 bis 1968 Cheflektor und danach bis Ende 1973 Geschäftsführer des S. Fischer Verlages. Seit Anfang 1974 lebt er als freier Schriftsteller in der Nähe von Frankfurt. 1995 wurde ihm das Große Bundesverdienstkreuz verliehen.

Autorenportrait

Peter Härtling, geboren am 13. November 1933 in Chemnitz, Gymnasium in Nürtingen bis 1952. Danach journalistische Tätigkeit; von 1955 bis 1962 Redakteur bei der "Deutschen Zeitung", von 1962 bis 1970 Mitherausgeber der Zeitschrift "Der Monat", von 1967 bis 1968 Cheflektor und danach bis Ende 1973 Geschäftsführer des S. Fischer Verlages. Seit Anfang 1974 lebt er als freier Schriftsteller in der Nähe von Frankfurt. 1995 wurde ihm das Große Bundesverdienstkreuz verliehen.

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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein schönes stilles Buch, 15. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Diese Rezension stammt von: Bozena: Eine Novelle (Taschenbuch)
Schade, daß dieses Buch so wenig beachtet wird. Ich finde es wunderbar und habe es schon oft weiterempfohlen und verschenkt. Es ist eine sehr zarte, stille und poetische Geschichte, die Lebensgeschichte einer einfachen, aber faszinierenden Frau, eine Liebesgeschichte, eine Zeit-Geschichte... Es ist wunderbar und sehr dicht geschrieben, man merkt, daß Peter Härtling "auch" Dichter ist, kein Wort ist zuviel. Das Buch führt einen beim Lesen zu sich selbst, es versöhnt, beruhigt und tröstet. Ich kann es jedem, der nachdenklich ist und sich auf das ruhige Erzählen einlassen kann, ohne irgendeinen Vorbehalt empfehlen, es ist etwas ganz Besonderes.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Wie die Geschichte ein Leben wenden kann, 10. Juli 2001
Diese Rezension stammt von: Bozena: Eine Novelle (Taschenbuch)
Peter Härtlings Novelle "Bozena" ist die einfühlsame Beschreibung einer Frau, deren Leben durch die historischen Entwicklungen in "Tschechien" während der Kriegs- und Nachkriegszeit bestimmt wird. Härtling stellt uns die Hauptfigur mit ihren Hoffnungen und Gefühlen vor, die sie nie ausleben kann. Sie lebt in Zwängen, vereinsamt und zerbricht an dem Leben, das ihr befohlen wird, weil sie angeblich ein Sympatisantin des Nationalsozialismus war. Eine tragische Figur, die bewegt, die den sonst verbreiteten Blick auf geschichtliche Ereignisse verändert, indem sie uns ein konkretes Schicksal vor Augen führt. Insgesamt auf jeden Fall ein empfehlenswertes Buch, das aufrüttelt.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Bozena - eine einfache und überragende Frauengeschichte, 9. Januar 2007
Von Francis Pierquin (Vernouillet, France - fspierqu@club-internet.fr) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Diese Rezension stammt von: Bozena: Eine Novelle (Taschenbuch)
Liebe ist oft unberechenbar, und manche Zeitläufte sind es ebenso. In den Jahren des Zweiten Weltkrieges arbeitet die junge Tschechin Bozena Koska als Sekretärin bei einem deutschen Rechtsanwalt im mährischen Olomouc (Olmütz) und liebt ihn heimlich. Was bereits in Friedenszeiten für eine schwierige und verworrene Gefühlslage gesorgt hätte, nimmt in Kriegszeiten desto vertracktere Züge an. Der Herr Doktor, verheiratet, zwei Kinder und alles andere als ein Nazi-Freund, wird im Mai 1944 zur Wehrmacht eingezogen. Bozena wird ihn nimmermehr wiedersehen. Bei Kriegsende wird der deutsche Bevölkerungsanteil der Stadt und des Landes immer geringer. Viele ziehen es vor zu verschwinden, bevor sie vertrieben werden. Bleiben ganze Rudel von hungrigen Hunden zurück, die nächtens die Straßen unsicher machen. Einen von ihnen nimmt Bozena auf - es sei denn, er habe sich Bozena ausgesucht. Sie nennt ihn Moritz und sagt ihm gleich: "Du wirst dich auf Tschechisch umstellen müssen". Dazu hat Moritz aber kaum Zeit, denn einige Zeit später, während sie schon zum ersten Verhör bestellt wird, wird er von der jüngeren Schwester Helenka erschlagen aufgefunden, "auf dem Rücken hat man ihm mit Lack ein Hakenkreuz aufgemalt". Von nun an als "Deutschenhure", "Faschistenhure" oder "Nazinutte" verschrien, wird Bozena, "die alte Schlampe, die eine Deutschenliebste gewesen ist (...) wegen Kollaboration mit dem Faschismus" angezeigt, während das Land etappenweise sowjetisiert wird - eine Entwicklung, die Anfang 1948 mit Jan Masaryks Prager Fenstersturz und Klement Gottwalds Machtübernahme ihren Abschluß findet. Bozena wird in eine Art landwirtschaftlichen Umerziehungslagers eingewiesen, wo sie als "Schweinemagd und Erdäpfelhackerin" ihr Leben fristet. Sie teilt das Schicksal vieler anderer, denen, zu Recht oder Unrecht, angelastet wird, den Deutschen zugearbeitet zu haben. Zu ihnen gehört "ihre Schlafgenossin Eva", welche tatsächlich "Kompanien von Faschisten verbraucht" hat - oder Vladimír, der, wie sie auch, "eine Schwäche für Lyrik" hat. So gehen die Jahre ins Land, in einem fortwährenden Schwebezustand aus halber Freiheit und halber Gefangenschaft und ständiger Unsicherheit. In der Nähe der landwirtschaftlichen Genossenschaft ist gleich bei Kriegsende eine verfallene Kate, die einstmals Onkel Bedrich gehörte, Bozena als Erbe zugefallen. Nach einigen Jahren bekommt sie das Recht, diese Kate zu beziehen und legt von nun an, sommers wie winters, den Weg zur Arbeit mit dem Rad zurück, die "neue Zuflucht gewährte ihr ein trügerisches Gefühl von Aufbruch und Freiheit". Auch bekommt sie das Dauerrecht, sich einen Moritz zuzulegen (nach dem Tod des ersten Hundes hat sie immer einen anderen mit dabei, den sie der Einfachheit halber stets "Moritz" nennt). So wird sie es insgesamt auf fünf Moritze bringen. Auch wird sie eines Tages vom Stall in die Buchhaltung geholt. Moritz erklärt sie es folgendermaßen: "Unser Genosse Vorsitzender hat mich befördert. Plötzlich, weil er es nötig hat. Weil er in der Verwaltung schlampt und möglicherweise zur Rechenschaft gezogen wird, sucht er meine Hilfe. Und hör her, Moritz, ihm ist auf einmal gleich, was ihm die ganze Zeit nicht gleich sein konnte und durfte. Was soll ich tun? Ich werde Briefe schreiben, die Buchführung besorgen, die Launen des Genossen Vorsitzenden aushalten und nicht einen Moment vergessen, was ich für ihn wirklich bin: eine Faschistennutte". So vermag es Bozena, sich über Wasser zu halten, sich aufrechtzuerhalten, sich nicht zu ducken und immer einigermaßen aufrecht zu gehen - kurzum: ihre Würde beizubehalten. Sie zahlt dafür aber einen hohen Preis: Ihre Sehnsucht nach Liebe und Leben bleibt auf immer unerfüllt, es bleibt der schale Nachgeschmack eines verpaßten Lebens zurück. Über das plötzliche Wegbleiben des Herrn Doktor kommt sie nie hinweg. In schonungslos ehrlichem Tone schreibt sie ihm Briefe - oder denkt sich solche aus -, die sie ihm natürlich nie senden kann, sondern zwischen zwei Buchdeckeln verborgen hält und die, sollten sie jemals in die Hände ihrer Ankläger geraten, sie für immer ins Verderben stürzen würden (dazu kommt es aber nicht). Das flüchtige Liebesverhältnis mit ihrem einstigen Mitschüler Pavel Diskocil oder - später - mit dem um sechzehn Jahre jüngeren Ingenieur Zdenek Svoboda vermögen sie um die sich ausbreitende Leere in ihrem Innern nicht hinwegzutäuschen. Auch die Hoffnungen, die sie in den Prager Frühling steckt, zerschlagen sich. Anfang der 70er Jahre erfährt sie, daß "ihr" Herr Doktor, von dem sie in Gedanken niemals losgekommen ist und den sie irgendwo in Deutschland wähnte, bei Kriegsende in einem russischen Kriegsgefangenenlager gestorben ist. Dies verstärkt sie in dem Gefühl, "von innen her ausgehöhlt zu sein". Auch wenn sie erst von diesem Augenblick an einigermaßen von ihm loskommt: "Ich habe kein Bild von Ihnen, ich habe mir eines machen müssen. Das gelingt mir nun nicht mehr. Ich kann Sie nicht einmal begraben. Ich habe schon nicht mehr an Sie schreiben wollen. Nun muß ich es nicht mehr. Ich lasse Sie in Frieden" -, sie wird ihr Leben nie mehr nachholen können. Und dennoch: Das Gefühl von Aufrechtheit und Menschenwürde, das ihre Gestalt beim Leser hinterläßt, ist überragend. Ja, von dieser eigentümlichen Spannung lebt die Erzählung: Je auszehrender ihr unerfülltes Leben ist, desto größer erscheint die Würde und Aufrechtheit, die sie verströmt. Dies macht ihre keineswegs fiktive Lebensgeschichte ebenso lesenswert wie z.B. Rolf Hochhuths "Eine Liebe in Deutschland".
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5.0 von 5 Sternen Wahrhaftig und aufrichtig
Ich wünschte es gäbe mehr Bücher dieser Qualität.
Peter Härtling erzählt mit "Bozena" die unspektakuläre Geschichte einer Frau aus Tschechien wie sie wahrhaftiger nicht sein... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. September 2007 von Udo Kaube

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